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Zahlungsreihe
Zahlungsreihe ist vor allem in der Investitionsrechnung die in einem bestimmten Zeitraum erwartete Reihe von Auszahlungen und Einzahlungen bei einer …
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Grundidee
Eine Zahlungsreihe ist vor allem in der Investitionsrechnung die erwartete Folge von Auszahlungen und Einzahlungen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums bei einer Investition entstehen. Auszahlungen und Einzahlungen werden zusammenfassend Zahlungsströme genannt.
In der Finanzwirtschaft ist häufig nicht nur der Barwert einer einzelnen Zahlung wichtig. Wichtiger ist oft die Summe der Barwerte mehrerer aufeinanderfolgender Zahlungen. Diese Folge heißt Zahlungsreihe; der Barwert mehrerer Zahlungen heißt Kapitalwert. Zahlungsreihen bilden damit eine zentrale Grundlage der dynamischen Investitionsplanung.
Verwendung in der Investitionsrechnung
Bei einem Investitionsvorhaben sollen alle Zahlungsströme erfasst werden, die mit der Investition zusammenhängen. Wenn einer Investition eine bestimmte Finanzierung zugeordnet werden kann, lässt sich die dynamische Investitionsrechnung verfeinern, indem die Zahlungsreihe der Investition mit der Zahlungsreihe der Finanzierung verknüpft wird.
Die Zahlungsreihe eines Investitionsobjekts, zum Beispiel einer Maschine, umfasst die Anschaffungsauszahlung oder Investitionsausgaben der Investition (Aa), die Einzahlungsüberschüsse aus den durch die Investition ausgelösten Umsatzerlösen (Ee) während der Nutzungsdauer (dt) sowie den Zahlungsüberschuss aus der Veräußerung oder Verschrottung am Ende der Nutzungsdauer (Ln). Abschreibungen erscheinen in der Zahlungsreihe nicht, weil sie nicht zahlungswirksam sind.
Beispiel einer Investition
Im Beispiel betragen die Investitionsausgaben 800.000 € bei einer erwarteten Nutzungsdauer dt von drei Jahren. Während der Nutzungsdauer entstehen Umsatzerlöse; am Ende fällt ein Verschrottungsgewinn von 20.000 € an.
Die Einzahlungen betragen im ersten Jahr 200.000 €, im zweiten Jahr 400.000 € und im dritten Jahr 420.000 €. Zusammen mit dem Verschrottungsgewinn von 20.000 € ergeben sich Einnahmen von 1.040.000 €. Den Ausgaben von 800.000 € stehen also Einnahmen von 1.040.000 € gegenüber. Daraus ergibt sich ein Einnahmeüberschuss von 240.000 €, sodass sich die Investition in diesem Beispiel gelohnt hat. Eine Fehlinvestition liegt vor, wenn die Erträge niedriger sind als die Investitionsausgaben.
Kennzahlen aus der Zahlungsreihe
Aus der Zahlungsreihe können verschiedene Kennzahlen berechnet werden. Im Beispiel beträgt die Investitionsrendite 30 %, berechnet als 240.000 / 800.000 · 100 %. Damit übersteigt die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals von 800.000 Euro den aktuellen Marktzins, wenn dieser unter 30 % liegt.
Außerdem lassen sich aus der Zahlungsreihe der interne Zinsfuß der Investition, das freigesetzte Kapital und das Einkommen des Investors zu verschiedenen Zeitpunkten bestimmen. Wenn freiwerdende Mittel zu einem bestimmten Zinssatz wieder angelegt werden, können auch das Endvermögen und die erzielte effektive Rendite ermittelt werden.
Weitere Anwendungsbereiche
Zahlungsreihen werden nicht nur in der Investitionsrechnung verwendet. Im Finanzwesen können sie auch bei einem Tilgungsplan oder bei der Ermittlung des Ertragswerts eines Mehrfamilienhauses eine Rolle spielen. Entscheidend ist jeweils, dass mehrere zeitlich aufeinanderfolgende Zahlungen zusammen betrachtet und bewertet werden.