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Werttreiber

Als Werttreiber (auch Wertgenerator) wird in der Wirtschaftswissenschaft und insbesondere im Value Management eine ökonomische Größe bezeichnet, welche die …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Werttreiber in verschiedenen Bereichen
  3. 3. Werttreiber im Shareholder-Value-Konzept
  4. 4. Wirtschaftliche Betrachtung und Grenzen

Begriff und Bedeutung

Ein Werttreiber, auch Wertgenerator genannt, ist in der Wirtschaftswissenschaft und besonders im Value Management eine ökonomische Größe, die als Hauptursache für die Veränderung von Preisen oder Werten jeglicher Art gilt. Werttreiber sind damit wesentliche Einflussgrößen auf eine Zielgröße, zum Beispiel auf einen Preis, einen Marktwert oder den Unternehmenswert.

Der Begriff stammt aus dem Shareholder-Value-Konzept. In diesem Konzept können bestimmte Unternehmensdaten und betriebswirtschaftliche Kennzahlen als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen dienen. Das Value Management übernahm den Begriff später; anschließend fand er auch in anderen Fachgebieten Verwendung.

Werttreiber in verschiedenen Bereichen

In Unternehmen gibt es eine Vielzahl von Unternehmensdaten und daher auch zahlreiche mögliche Werttreiber. In einzelnen Fachgebieten beschränkt sich die Betrachtung dagegen meist auf wenige Größen. Je nach Wirtschaftsobjekt können unterschiedliche Faktoren den jeweiligen Wert beeinflussen:

  • Bei Gütern und Dienstleistungen sind Preise die wichtigsten Werttreiber. Sie zeigen sich unter anderem als Kaufpreise oder Marktpreise und bestimmen damit den Marktwert.
  • Bei Immobilien wirken insbesondere die Lage und die Immobiliarmiete auf den Wert. Als Erscheinungsformen werden Marktwert, Sachwert und Ertragswert genannt.
  • Bei Effekten, also handelbaren Wertpapieren, sind Börsenkurse und die Marktkapitalisierung maßgeblich; daraus ergeben sich Kurswerte.
  • Bei Sammlerobjekten ist vor allem die Knappheit ein Werttreiber. Sie beeinflusst den Sammlerwert.
  • Bei Nominalwerten und Vermögenswerten wirkt die Inflationsrate auf den Geldwert.
  • Bei Unternehmen gelten Rentabilität, Marktanteil und Unternehmenswachstum als zentrale Werttreiber. Sie beeinflussen den Unternehmenswert und die Marktkapitalisierung.

Auch Energiekosten können ein Werttreiber sein. Da sie einen großen Anteil im Warenkorb einnehmen, gelten sie als Werttreiber der Inflationsrate.

Werttreiber im Shareholder-Value-Konzept

Alfred Rappaport prägte 1981 den Begriff des Werttreibers, englisch value driver. Er untersuchte, von welchen Größen der freie Cashflow und der für den Discounted Cash-Flow, kurz DCF, verwendete Kapitalkostensatz abhängen. Der DCF ist in diesem Zusammenhang ein Verfahren beziehungsweise eine Zielgröße zur Bewertung künftiger Zahlungsströme unter Berücksichtigung der Kapitalkosten.

Nach Rappaport korrelieren Unternehmenswert und DCF hoch positiv miteinander. Eine Steigerung des DCF führt daher sehr wahrscheinlich zu einer höheren Marktkapitalisierung. Werttreiber sind folglich die wesentlichen Einflussgrößen auf Zielgrößen wie Wert und Outperformance, also eine überdurchschnittliche Wertentwicklung.

Die wichtigsten Werttreiber eines Unternehmens sind Profitabilität, Unternehmenswachstum und Marktanteile. Das Werttreibermanagement priorisiert die werttreibenden Daten. Es soll beispielsweise klären, ob die Akquise von Neukunden oder die Penetration von Stammkunden für die Wertschaffung eines Unternehmens wichtiger ist.

Innerhalb des Shareholder-Value-Konzepts werden drei Arten unterschieden:

  • Finanzielle Werttreiber sind Finanzkennzahlen, die aus den Aktivitäten und Entscheidungen eines Unternehmens entstehen. Beispiele sind Umsatzwachstum, Umsatzrentabilität und Gewinnsteuern.
  • Operative Werttreiber sind Ergebnisgrößen, die den finanziellen Größen vorgelagert sind. Auf verschiedenen Organisationsebenen stellen sie beeinflussbare Hebel für den Unternehmenserfolg dar. Beispiele sind Produktqualität und Haltbarkeit.
  • Investive Werttreiber betreffen die Planung von Investitionen. Dazu gehören Erweiterungs-, Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen.

Diese Werttreiber gelten als Auslöser für die künftige Wertschöpfung im Unternehmen.

Wirtschaftliche Betrachtung und Grenzen

Im Value Management können Maßnahmen zur Steigerung des Unternehmenswerts entwickelt werden, die sich auf einen oder mehrere Werttreiber beziehen. Als unstrittiger „harter“ Werttreiber gilt der Cash Flow eines Unternehmens. Daneben werden „weiche“ Faktoren als Werttreiber diskutiert, insbesondere die Mitarbeiter beziehungsweise das Humankapital.

Werttreiber werden grundsätzlich als wertsteigernde Größen betrachtet. Deshalb muss zusätzlich untersucht werden, ob und inwieweit sie auch Wertminderungen verursachen können. Eine hohe Mietbelastungsquote kann beispielsweise den Ertragswert einer Immobilie mindern. Aus Sicht des Grundbesitzers entsteht dadurch ein Mietrisiko, insbesondere das Risiko eines Mietausfalls.

Neben den Werttreibern sind Kostentreiber zu ermitteln. Kostentreiber sind Kosteneinflussgrößen, die für die Steigerung einzelner Kostenarten verantwortlich sind. Für die wirtschaftliche Analyse eines Unternehmens oder eines anderen Wirtschaftsobjekts ist daher zu betrachten, welche Größen den Wert erhöhen und welche Einflussgrößen Kostensteigerungen oder Wertminderungen verursachen können.

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