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Wanna
Wanna ; Bundesland: Niedersachsen ; Landkreis: Cuxhaven ; Samtgemeinde: Land Hadeln ; Höhe: −1 m ü. NHN.
Inhalt5 Abschnitte
Überblick und Lage
Wanna (niederdeutsch Wannen) ist eine dörfliche Gemeinde in der Samtgemeinde Land Hadeln im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Sie hat 2.293 Einwohner (31. Dezember 2025), umfasst 53,93 km² und besteht aus fünf Ortsteilen. Die Gemeinde liegt bei 53° 45′ N und 8° 48′ O etwa 20 Kilometer südöstlich von Cuxhaven im Niederelbegebiet.
Das Gelände liegt höchstens 5 m ü. NHN, oft deutlich niedriger; als Höhe der Gemeinde werden −1 m ü. NHN angegeben. Wegen der Nähe zur Elbmündung und zur Nordsee besteht bei einem Deichbruch während einer Sturmflut die Gefahr großflächiger Überflutungen. Durch den Ort fließt die Emmelke.
Ortsteile und Nachbarschaft
Zu Wanna gehören Ahlen-Falkenberg, Osterwanna, Osterwannaer Kampen, Süderleda und Westerwanna.
Nachbarorte beziehungsweise Nachbargemeinden sind Lüdingworth als Ortsteil der Stadt Cuxhaven, Nordleda, Wanhöden als Ortsteil der Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste, Krempel und Neuenwalde sowie Flögeln als Teile der Stadt Geestland, außerdem Ihlienworth und Steinau.
Geschichtliche Entwicklung und Fundstätten
Wanna wurde 1139 erstmals als „Wanen“ urkundlich erwähnt. Damals besaß das St.-Paul-Kloster vor den Toren Bremens 1½ Höfe in Wanna. Um 1230 ist eine Kapelle in Süderleda nachweisbar. 1239 verkaufte Herzog Albert I. den Kirchspielsleuten von Süderleda einen Weg nach Osterwanna, die heutige „Neue Trift“, sowie einen Entwässerungskanal zur Emmelke. Seit dem 14. Jahrhundert bestand eine dem Heiligen Georg geweihte Kirche in Westerwanna; um 1369 wurde dort eine neue Kirche errichtet.
Zwischen Michaelis und Weihnachten 1526 wurde Wanna evangelisch. 1590 teilte man das Wiesen- und Moorland im Osten der Gemeinde als Allmende, also gemeinschaftlich genutztes Land, zwischen den bestehenden Höfen auf. Nach etwa 1650 gewann neben der Landwirtschaft der Torfstich am Nordrand des Ahlenmoors wirtschaftliche Bedeutung. Getrockneter Torf wurde meist über Emmelke und Medem nach Otterndorf verschifft. Ab 1915 wurde die südlich gelegene Heide- und Moorfläche stärker kultiviert; dort entstand Ahlen-Falkenberg, das seit 1951 eine eigene Kapelle hat. 1970 wurde Wanna Mitglied der Samtgemeinde Hadeln, 1972 der zwei Jahre zuvor gebildeten Samtgemeinde Sietland.
Die Wannaer Geest besitzt zahlreiche vor- und frühgeschichtliche Fundstätten. Dazu gehören Großsteingräber der Trichterbecherkultur und das überregional bekannte altsächsische Urnengräberfeld am Gravenberg. Der Kronskark, auch „Wanna 10“, ist eine Megalithanlage im Forst Ahlen.
Bevölkerung und kommunale Politik
Die Einwohnerzahl entwickelte sich unter anderem von 1.423 im Jahr 1910 über 2.696 im Jahr 1950 zu 2.421 im Jahr 2005. Danach wurden 2.329 Einwohner für 2010, 2.179 für 2015 und 2.221 für 2020 angegeben; diese Werte gelten jeweils zum 31. Dezember.
Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder. Diese Zahl gilt für Mitgliedsgemeinden einer Samtgemeinde mit 2.001 bis 3.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden für fünf Jahre gewählt; die laufende Amtszeit reicht vom 1. November 2021 bis zum 31. Oktober 2026. In einer Mitgliedsgemeinde wird die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister nicht direkt gewählt, sondern vom Gemeinderat aus dessen Mitte bestimmt.
Bei der Kommunalwahl vom 12. September 2021 erhielt die SPD 48,66 % der Stimmen und sechs Sitze, die CDU 34,94 % und fünf Sitze sowie die FBW 6,89 % und zwei Sitze. Der Einzelbewerber Kunkel erreichte 5,33 %; FBW und Kunkel schlossen sich zur FBW/Kunkel-Gruppe Wanna zusammen und verfügen gemeinsam über zwei Sitze. Nicole Friedhoff (SPD) ist ehrenamtliche Bürgermeisterin; ihre Stellvertreter sind Wilfried Fisser (CDU) und Jürgen Cordts (SPD).
Wappen, Kultur und Verkehr
Das Wappen ist „geteilt von Schwarz und Grün, überdeckt mit einer silbernen Urne“. Die Urne mit Ingrunen, einer Zickzackverzierung, erinnert an vorgeschichtliche Funde in der Feldmark von Westerwanna. Schwarz und Grün sind die Hadler Farben. Nach 1945 wurde wegen der Entnazifizierung eine Rune aus der silbernen Urnenabbildung entfernt. Die Flagge ist schwarz-grün geteilt und trägt das Wappen in der Mitte.
Zu den Bauwerken zählen die evangelisch-lutherische Kirche St. Georg von 1867, ein Großsteingrab im Ahlen-Falkenberger Moor, die Megalithanlagen bei Westerwanna, der Kronskark, das Forsthaus Haubusch 4 von 1883 und weitere historische Gebäude. Naturdenkmale sind ein Findling, eine Doppeleiche auf einem Steingrab, der Falkenberg und ein Kleinsthochmoorrest; die Verordnung dazu datiert vom 2. Oktober 1995.
Das Heimatmuseum zeigt in einem alten Bauernhaus vor- und frühgeschichtliche Funde sowie eine Dorfschmiede, eine Holzschuhwerkstatt und eine Schuhmacherei. Musikalisch prägen Kirche und Gottesdienste den Ort. Die Grundschule wurde 2010 in Prof.-Hermann-Rauhe-Schule umbenannt und setzt einen musisch-kulturellen Schwerpunkt. Gesprochen werden Hochdeutsch und Nordniedersächsisch. Eine KVG-Omnibuslinie verbindet Wanna mit Otterndorf und Bremerhaven.