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Cuxhaven

Cuxhaven [ˌkʊksˈhaːfn̩] (niederdeutsch Cuxhoben) ist eine Stadt an der Mündung der Elbe in die Nordsee. Es ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Klima, Küste und Umwelt
  3. 3. Entstehung und Entwicklung
  4. 4. Politik, Stadtbild und Freizeit
  5. 5. Wirtschaft, Hafen, Verkehr und Bildung

Überblick und Lage

Cuxhaven ist eine Stadt an der Mündung der Elbe in die Nordsee, Kreisstadt des Landkreises Cuxhaven in Niedersachsen und eine große selbständige Stadt. Am 31. Dezember 2025 hatte sie 49.545 Einwohner auf 161,92 km²; die Stadt liegt 2 m über NHN bei 53° 52′ N, 8° 42′ O. Sie gehört zu den Metropolregionen Nordwest und Hamburg und gilt laut Landesentwicklungsplan als Mittelzentrum.

Cuxhaven ist nach Wilhelmshaven die zweitgrößte niedersächsische Stadt an der Nordseeküste und das größte deutsche Seeheilbad. Fischerei, Hafenwirtschaft, Kurbetrieb und Tourismus prägen die Stadt. Wahrzeichen ist die Kugelbake: Das hölzerne Seezeichen kennzeichnet den Übergang von Unter- zu Außenelbe und damit die Grenze der Binnenschifffahrt. Es erscheint auch im Stadtwappen.

Die Stadt liegt an der nördlichen Spitze Niedersachsens und ist an zwei Seiten von Wasser umgeben; in Döse liegt der nördlichste Punkt des Landes. Die Altenwalder Höhe ist mit 37,5 m über NHN die höchste Erhebung. Die Kernstadt mit Hafen entwickelte sich um Lotsenviertel und Schloss Ritzebüttel. Die westlich gelegenen Kurorte Döse, Duhnen und Sahlenburg bilden den touristischen Schwerpunkt.

Cuxhaven ist eine Einheitsgemeinde mit 12 Stadtteilen; das Gebiet gliedert sich flächendeckend in 15 Gemarkungen. Dazu gehören unter anderem Altenbruch, Altenwalde, Berensch-Arensch, Döse, Duhnen, Groden, Lüdingworth, Sahlenburg und Stickenbüttel. Nordwestlich liegt im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer die zu Hamburg gehörende Insel Neuwerk mit Nigehörn und Scharhörn.

Klima, Küste und Umwelt

Das Klima ist feuchtgemäßigt mit warmen Sommern (Köppen-Geiger: Cfb). Die maritime Lage sorgt im mitteleuropäischen Vergleich für milde Sommer und Winter. Für 1991–2020 beträgt die mittlere Jahrestemperatur 10 °C, die mittlere Tageshöchsttemperatur 12,8 °C und der Jahresniederschlag 827,1 mm. Der wärmste Monat ist August mit einer mittleren Temperatur von 18,2 °C und einer mittleren Tageshöchsttemperatur von 21,6 °C. Im Januar liegen diese Werte bei 2,7 °C beziehungsweise 4,5 °C.

Gegenüber 1961–1990 sind Sommer und Winter wärmer geworden: Die mittlere Tageshöchsttemperatur im August stieg von etwa 20,1 °C auf etwa 21,6 °C, im Januar von etwa 3,0 °C auf 4,5 °C. In den letzten 100 Jahren stieg der Meeresspiegel in Cuxhaven um etwa 20 cm. Bis 2100 werden weitere 0,6 bis 1,1 m erwartet. Dies erhöht besonders bei Sturmfluten das Hochwasserrisiko, die Küstenerosion und die Belastung der Schutzanlagen.

Die Deiche sind je nach Abschnitt typischerweise etwa 5,90 bis 8 m über NHN hoch. In der Wolskermarsch soll der Deich auf bis zu etwa 8,78 m angehoben werden. Bis 2100 sind Deichhöhen von etwa 8,7 bis 9 m über NHN vorgesehen; darin ist ein „Klimazuschlag“ von etwa 1 m für Meeresspiegelanstieg und Extremwetter enthalten.

Die Wattflächen gehören zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer und zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, die UNESCO-Weltnaturerbe sind. Die Duhner Heide ist eine seltene küstengebundene Krähenbeer-Heide. Der Wernerwald bei Sahlenburg ist neben einem Wald bei Sankt Peter-Ording das einzige Waldgebiet Deutschlands, das direkt an der Nordseeküste liegt. Umweltprobleme sind Meeresmüll, vor allem Einwegplastik, sowie der Rückgang der Fischbestände: Seit 2010 sank der Gesamtbestand aller Fischarten in der Elbmündung laut einer Studie um über 91 Prozent. Genannt werden Elbvertiefung, Abwässer und die Nutzung von Wasser zur Kühlung von Kraftwerken.

Entstehung und Entwicklung

Der Landstrich weist eine lange Besiedlungsgeschichte auf; dazu gehören Urnenfunde und ein auf 4000 v. Chr. datiertes Großsteingrab. Die heutige Stadt ist jedoch vergleichsweise jung. 1394 gaben die Herren Lappe das Schloss Ritzebüttel an Hamburg ab. Ritzebüttel war danach über Jahrhunderte ein hamburgischer Stützpunkt gegen Piraterie und ein Schutzhafen.

Am 4. Dezember 1872 wurden der Flecken Ritzebüttel und die Hafensiedlung Cuxhaven zur hamburgischen Landgemeinde Cuxhaven vereinigt. Nach der Eingemeindung Döses 1905 erreichte der Ort 10.000 Einwohner. Am 15. März 1907 erhielt Cuxhaven die Stadtrechte. Die Fischerei gewann an Bedeutung: 1907 entstand der Seefischmarkt, und 1908 wurde der Fischereihafen gegründet. Ab 1889 war eine Anlage der Hamburg-Amerika-Linie wichtig; 1891 begann auf der Augusta Victoria die erste Kreuzfahrt der Welt.

Bis 1937 gehörten Cuxhaven und das Amt Ritzebüttel zu Hamburg. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz ging Cuxhaven 1937 an die preußische Provinz Hannover über. Hamburg behielt zunächst Hafenrechte; Amerikahafen und Steubenhöft waren bis 1. Januar 1993 hamburgisches Eigentum. Der Cuxhaven-Vertrag vom 3. Oktober 1961 regelte unter anderem, dass Neuwerk und Scharhörn am 1. Oktober 1969 wieder an Hamburg gingen; Niedersachsen erhielt kleinere Flächen zur Erweiterung des Fischereihafens. 2005 wurde die Containersperrklausel aufgehoben und damit eine unbeschränkte Hafenentwicklung ermöglicht.

Durch Eingemeindungen entstand die heutige Ausdehnung von rund 162 km². 1935 kamen unter anderem Groden, Westerwisch, Süderwisch, Stickenbüttel, Duhnen und Neuwerk mit Scharhörn hinzu; 1970 bis 1972 folgten weitere Orte, darunter Sahlenburg, Berensch-Arensch, Altenbruch, Altenwalde und Lüdingworth. Bis 1977 war Cuxhaven kreisfrei, heute ist es Sitz der Kreisverwaltung. Die Einwohnerzahl stieg von 4.905 im Jahr 1890 auf 60.353 im Jahr 1975 und lag 2020 bei 48.326.

Politik, Stadtbild und Freizeit

Der Rat der Stadt hat 40 Mitglieder und wird jeweils für fünf Jahre gewählt. Die laufende Amtszeit dauert vom 1. November 2021 bis 31. Oktober 2026. Zusätzlich ist der Oberbürgermeister stimmberechtigt. Seit dem 1. November 2019 ist Uwe Santjer (SPD) hauptamtlicher Oberbürgermeister; bei der Wahl am 26. Mai 2019 erhielt er im ersten Wahlgang 51 Prozent.

Die Sitzverteilung seit 2021 lautet: SPD 14, CDU 11, Grüne 5, Die Cuxhavener 4, FDP 2, AfD 2, Linke 1 und Die Demokraten 1. Das Wappen zeigt die schwarze Kugelbake, deren Fuß von blauem Wasser umspült wird, in einem goldenen Schild mit dreizinniger Mauerkrone. Die Stadtflagge ist weiß-rot längsgestreift und trägt in der Mitte das Wappen.

Zu den wichtigen Bauwerken gehören die Kugelbake, die Alte Liebe, Schloss Ritzebüttel, der Wasserturm von 1897 und der Windsemaphor. Dieser zeigt ausfahrenden Schiffen die Windrichtung und Windstärke auf Borkum und Helgoland an. Bedeutende Kirchen sind die St.-Nicolai-Kirche in Altenbruch aus dem 13. Jahrhundert, die St.-Jacobi-Kirche in Lüdingworth von vor 1200 und die St.-Petri-Kirche in der Kernstadt.

Kulturelle Einrichtungen sind unter anderem das Museum Windstärke 10 – Wrack- und Fischereimuseum, das Stadtmuseum, das Joachim-Ringelnatz-Museum, das Deutsche U-Boot-Museum in Altenbruch und das Stadttheater. Das Museum Windstärke 10 behandelt auf etwa 4.000 m² die Gefahren der Seefahrt, Hochseefischerei, Fischverarbeitung, Seerettung und Wrackfunde. Regelmäßige Veranstaltungen umfassen Deichbrand, den Sparkassen City Marathon, Beach-Events und das Duhner Wattrennen. Dieses Pferderennen auf dem Watt findet seit über 100 Jahren im Sommer bei Niedrigwasser statt und zieht 15.000 bis 30.000 Zuschauer an.

Wirtschaft, Hafen, Verkehr und Bildung

Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Tourismus, Kurwesen, Fischwirtschaft, Hafenlogistik und Offshore-Windenergie. Das Seebad wurde 1816 gegründet; seit 1964 ist Cuxhaven staatlich anerkanntes Seeheilbad und Zentrum der Ferienregion Cuxland. Mit jährlich über drei Millionen Übernachtungen gehört es zu den führenden Kurorten Deutschlands. Die touristischen Bereiche liegen vor allem in Döse, Duhnen und Sahlenburg; der Strandbereich ist dort kurtaxpflichtig.

Der Fischereihafen zählt zu den bedeutenden deutschen Fischereistandorten. Trotz des Rückgangs der Fischerei gibt es 35 Fischverarbeitungsbetriebe mit etwa 1.000 Beschäftigten. Neben Krabbenkuttern fahren von Cuxhaven aus Trawler der Deutschen Fischfang-Union und hochseetaugliche Kutter. Typische regionale Lebensmittel sind Nordseekrabben sowie frisch oder geräuchert angebotene Nordseefische wie Makrele, Kabeljau, Schellfisch, Wittling, Seelachs, Scholle, Seeteufel und Zungen.

Der 1997 eröffnete Tiefwasserhafen Cuxport ist zentral für die wirtschaftliche Entwicklung. Seine Hauptgeschäfte sind RoRo-Verkehre, Neufahrzeuglagerung und -verschiffung, Containerumschlag sowie der Umschlag und die Lagerung von Teilen für Offshore-Windparks. 2021 wurden im Seeverkehr gut 2,448 Millionen Tonnen Güter und 295.644 Kraftfahrzeuge umgeschlagen. Cuxhaven ist außerdem Offshore-Basishafen; Siemens Gamesa errichtete 2017 ein Werk für Offshore-Turbinen bis 8 MW. Seit 2024 arbeitet ein Biomassekraftwerk mit 17 MW, das Holz verbrennt und durch Kraft-Wärme-Kopplung Abwärme in das Fernwärmenetz einspeist.

Die Autobahn 27 verbindet Cuxhaven über Bremerhaven und Bremen mit der A 7; die Bundesstraße 73 führt Richtung Hamburg über Stade. Der Bahnhof ist Endpunkt der Niederelbebahn aus Hamburg-Harburg. Der Regionalexpress 5 fährt stündlich bis Hamburg Hauptbahnhof. Die RB 33 nach Bremerhaven fährt ebenfalls stündlich und setzt Wasserstoffzüge des Typs Coradia iLint ein. Buslinien der KVG Stade erschließen Stadt und Region. Ganzjährig fährt die Reederei Cassen Eils von Cuxhaven nach Helgoland.

Zur Infrastruktur zählen unter anderem Krankenhaus, Amtsgericht, Stadtbibliothek, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt sowie das Maritime Sicherheitszentrum. Das Bildungsangebot reicht von Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen über zwei Gymnasien und berufsbildende Schulen bis zur Volkshochschule und Staatlichen Seefahrtschule Cuxhaven.

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