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Big Tech
Die fünf größten IT-Unternehmen nach Marktkapitalisierung sind Alphabet (vor allem Google), Amazon, Apple, Meta (Facebook, Instagram, Whatsapp) und Microsoft ( …
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Begriff, Bedeutung und zentrale Unternehmen
Big Tech bezeichnet die größten IT-Unternehmen der Welt, auch Internet-, Tech-Giganten oder -Riesen genannt. Sie sind bedeutsam, weil ein großer Teil der täglichen Internetnutzung über ihre Geräte, Betriebssysteme, Programme, Onlinedienste und häufig auch ihre Server läuft. Sie betreiben damit wesentliche Teile der digitalen Infrastruktur des Internets beziehungsweise des World Wide Webs.
Als Big Five gelten Alphabet (vor allem Google), Amazon, Apple, Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp) und Microsoft (vor allem Windows). Alle fünf stammen aus den USA. Zusammen mit Nvidia und Saudi Aramco gehörten sie gemessen an der Marktkapitalisierung zu den sieben größten Unternehmen der Welt. Rechnet man zu den Big Five Nvidia und Tesla hinzu, beträgt der Börsenwert rund 18 Billionen Euro; dies entspricht ungefähr dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt aller EU-Staaten zusammen. Als „M7“ oder „Magnificent Seven“ werden die Big Five plus Nvidia und Elon Musks Unternehmen bezeichnet; im Herbst 2025 wird ihr Börsenwert ebenfalls mit rund 18 Billionen Euro angegeben.
Große Hardware- und Halbleiterunternehmen wie Nvidia, TSMC, Broadcom, Samsung und Oracle werden nur teilweise zu Big Tech gezählt. Sie haben digitale Infrastruktur aufgebaut oder beliefern sie. Seit Ende der 2010er Jahre wachsen auch chinesische Unternehmen stark; ihre Marktkapitalisierung erreicht zwar nicht die der Big Five, ihre Onlinedienste haben aber ähnliche Nutzerzahlen.
Big Tech steht im Zusammenhang mit digitaler Revolution, Informationszeitalter, New Economy, Digital Economy, Big Data, Data Science, Data Mining, digitaler Transformation, Internetökonomie und Informationswirtschaft. Die Unternehmen sind seit den 2000er Jahren besonders bei Kommunikationsmitteln, sozialen Medien und Cloud Computing prägend und gelten dort als innovationsstark. Als bekannte, nichtkommerziell ausgerichtete Alternativen werden Linux und Open Source genannt.
Abkürzungen und unterschiedliche Einordnungen
Für die Big Five sind die Abkürzungen GAFAM sowie nach der Umbenennung von Facebook in Meta GAMAM oder GAMMA gebräuchlich: Google, Apple, Meta, Microsoft und Amazon. GAFA bezeichnet dagegen die Big Four ohne Microsoft. Im Börsenkontext steht FAANG für eine Zusammenstellung, in der Microsoft durch Netflix ersetzt wird.
Die Bundesbank verstand 2019 unter Big Tech große Plattformunternehmen mit eigenen „Ökosystemen“. Neben den damaligen Big Four zählte sie deshalb Alibaba und Tencent dazu. Nach dem Artikel gehören wegen des starken Wachstums von Microsoft Teams und Microsoft 365 seit Beginn der 2020er Jahre auch Microsoft sowie die TikTok-Konzernmutter ByteDance eindeutig zu dieser Einordnung.
In Deutschland gilt seit Januar 2021 § 19a GWB aus der 10. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen, dem GWB-Digitalisierungsgesetz. Er betrifft Digitalunternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb in Deutschland. Das Bundeskartellamt trifft diese Feststellung jeweils zunächst für fünf Jahre. Ende September 2024 bestand sie für Microsoft sowie bereits für Alphabet, Amazon, Apple und Meta.
Die EU definiert seit dem Inkrafttreten des Digital Services Act (DSA) 2022 „Very large online platforms“ (VLOPs): Onlinedienste mit durchschnittlich mehr als 45 Millionen monatlichen Nutzern in der EU. Für sie gelten strengere Regeln, etwa zu Risiken für Demokratie und Gesundheit. Im April 2023 wurden 19 Dienste öffentlich eingestuft, davon zehn im Besitz der Big Five. Bis August 2024 waren es 25 Dienste, nachdem Pornoseiten beziehungsweise -plattformen, Shein und Temu ergänzt worden waren. Ende August 2026 wurde ChatGPT erstmals als „sehr große Suchmaschine“ eingestuft; Reddit und Roblox wurden gleichzeitig als „sehr große Onlineplattformen“ eingestuft.
Eine Messung der digitalen Mediennutzung über alle Endgeräte in Deutschland schrieb Alphabet, Meta, Amazon und Apple zusammen 46,1 % des gesamten Internet-Traffics zu. Der Gini-Koeffizient der Traffic-Ungleichverteilung lag bei 0,988; 1,0 bedeutet maximale Ungleichheit, bei der ein Anbieter die gesamte Nachfrage bündelt.
Kritik an Macht, Daten und Wettbewerb
Kritisiert werden vor allem die Konzentration wirtschaftlicher, technischer und gesellschaftlicher Macht sowie die Möglichkeit, Milliarden Menschen zu überwachen oder durch die gezielte Anzeige und Nicht-Anzeige von Inhalten zu beeinflussen. Dies wird bei allen großen Plattformen als problematisch angesehen, besonders bei chinesischen Plattformen, die der Macht einer diktatorischen Regierung unterliegen.
Nach der kritischen Darstellung handeln die Unternehmen überwiegend profitorientiert und nutzen Überwachungskapitalismus sowie Plattformkapitalismus. Damit sind Geschäftsmodelle gemeint, die Daten und Plattformmacht zur Gewinnerzielung und zum Machterhalt einsetzen. Genannt werden Datensammlungen innerhalb von Diensten, etwa Inhalte von Textnachrichten und Scrollverhalten, auf anderen Webseiten durch Nutzerverfolgung wie Fingerprinting sowie über Hardware, beispielsweise das Abhören über Mikrofone. Algorithmen können auf Grundlage solcher Daten Inhalte individuell auswählen, etwa für den Feed in sozialen Netzwerken.
Als Ursachen der oligopolistischen Marktbeherrschung – der Dominanz weniger Unternehmen – nennt der Artikel Netzwerkeffekte sowie Vorsprünge beim Sammeln und Verarbeiten von Daten. Finanzielle Stärke ermögliche außerdem mehr Rechenkraft für künstliche Intelligenz und besseres Training von Algorithmen. Big Tech habe zudem in Forschung und Entwicklung künstlicher Intelligenz gegenüber Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eine Vormachtstellung erreicht; dies könne Sicherheit und Technikfolgenabschätzung beeinträchtigen.
Michael Ignatieff sieht die Macht neuer Technologie-Barone als Gefahr für die Demokratie und fordert lebendigen, uneingeschränkten und fortschrittlichen Wettbewerb. Martin Andree bewertet die Dominanz von GAFAM in westlichen Industrienationen als Gefahr für Wirtschaft und Demokratie. Er beschreibt besonders Probleme für journalistische und redaktionelle Anbieter sowie für demokratierelevante Bereiche wie Suchmaschinen, Social Media und kostenlose Video-on-Demand-Angebote. Sein Maßnahmenkatalog umfasst 15 Vorschläge zur Öffnung digitaler Märkte, darunter Outlinks und offene Standards.
Als Beispiel für Marktmacht und Lock-in-Effekte nennt der Artikel die Übernahme von VMware durch Broadcom für fast 70 Milliarden US-Dollar am 22. November 2023. Anschließende starke Preiserhöhungen bei wichtigen VMware-Produkten hätten trotz Kundenprotesten und einzelner Wechsel zu Alternativen Umsatz und Gewinn erhöht. Ulrich Kelber erklärte im Sommer 2024, einige große Unternehmen handelten aus seiner Sicht weiterhin nicht rechtskonform. Er betonte Zweckbindung und Datenminimierung als Datenschutzgrundsätze, die für eine freiheitliche Gesellschaft sowie zur Verringerung von Fake News und radikalen Inhalten wichtig seien.
Gesetze und Regulierung
Regierungen versuchen, die Marktmacht von Big-Tech-Unternehmen und Risiken ihrer Dienste zu begrenzen. Als Gründe nennt der Artikel sicherheitliche, wirtschaftliche, politische und soziale Gefahren der Datenverarbeitung sowie von Überwachung und Manipulation. Dies gilt besonders für ausländische Angebote aus Ländern mit diktatorischen Regierungen.
In der Europäischen Union existiert neben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zum Schutz personenbezogener Daten seit 2022 der Digital Services Act (DSA) und der Digital Markets Act (DMA). Im Zusammenhang mit diesen Regeln finden seit Jahren große Rechtsprozesse statt.
Die Frage, wie stark die EU Big Tech regulieren soll, war auch Thema der Münchner Sicherheitskonferenz 2025. Dort wurde die Ansicht als gefährlich bezeichnet, jede Begrenzung der Macht von US-Tech-Konzernen verschaffe China automatisch einen Vorteil im Wettbewerb um Technologieführerschaft. Nach dem Artikel war das Thema einer Digitalsteuer für Big Tech wegen der Rahmenbedingungen 2025, insbesondere der Zollpolitik, zunächst zugunsten der Unternehmen zurückgestellt. Auch 2026 führten rechtliche Aktionen der EU zu direkten Reaktionen der America-First-Regierung Trump II.
Maßnahmen, Open Source und Alternativen
Organisationen wie die Free Software Foundation Europe (FSFE, gegründet 2001) setzen sich für Kontrolle der Nutzer über Software ein. In vielen Ländern gibt es Projekte und Programme, die als Antwort auf die Dienste großer Internetunternehmen mehr digitale oder Technologiesouveränität für nicht-US-amerikanische Regionen und Wirtschaftsräume wie Europa schaffen sollen. Zu länger bestehenden Initiativen für datenschutzfreundlichere und interoperable Software – also Software, die mit anderen Systemen zusammenarbeiten kann – zählen Open Source Initiative, Free Software Foundation, Linux, Wikipedia und OpenStreetMap.
Nichtkommerzielle oder Open-Source-Alternativen für soziale Netzwerke sind das Fediverse mit Mastodon. Bei Messengern und Online-Kommunikation nennt der Artikel Signal sowie das Matrix-Kommunikationsprotokoll, das etwa mit Element als Bundeswehr-Messenger genutzt wird. Der seit 2025 in Arbeit befindliche TI-Messenger (TIM) soll interoperables Instant Messaging im Gesundheitswesen ermöglichen. Als E-Mail-Angebote werden unter anderem Lavabit, De-Mail, Hushmail, Posteo und Proton Mail aufgeführt.
Als alternative Suchmaschinen gegenüber Google und Microsoft Bing nennt der Artikel Brave Search, DuckDuckGo, Qwant, Swisscows und MetaGer. Bei Bürosoftware werden OpenOffice und LibreOffice als Alternativen zu Word oder Excel genannt; Microsoft Outlook dominiere jedoch weiterhin die Firmenlandschaft.
Für die deutsche öffentliche Verwaltung fördert das im Dezember 2022 gegründete ZenDiS unter anderem openDesk. Ab Ende 2024 soll dies Verwaltungen eine freiere Wahl zwischen IT-Lösungen, IT-Komponenten und IT-Anbietern ermöglichen; künftig soll openDesk über STACKIT gehostet werden. Als verwandtes Leuchtturmprojekt der Digitalstrategie Deutschlands wird GovStack genannt.