Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Tonsymbol
Ein Tonsymbol dient der Bezeichnung und Benennung einer Tonhöhe in der Musik. Während die Physik Tonhöhen als Frequenzen in der Einheit Hertz beschreibt, …
Inhalt6 Abschnitte
Grundidee
Ein Tonsymbol dient in der Musik dazu, eine Tonhöhe zu bezeichnen und zu benennen. Anders als die Physik, die Tonhöhen als Frequenzen in Hertz beschreibt, arbeitet die Musik mit Buchstaben, Silben, Sonderzeichen und grafischen Symbolen. Damit wird nicht jede mögliche Frequenz benannt, sondern eine bestimmte Auswahl von Tonhöhen innerhalb des Frequenzspektrums.
Der Artikel weist selbst darauf hin, dass er überarbeitungsbedürftig ist und manche Begriffe nicht klar voneinander trennt. Für das Grundverständnis wichtig ist: Tonsymbole sind Zeichen oder Namen, mit denen musikalische Töne eindeutig oder zumindest innerhalb eines musikalischen Systems benannt werden.
Tonbuchstaben im Deutschen
In vielen westlichen oder westlich beeinflussten Musikkulturen werden die ersten sieben Buchstaben des lateinischen Alphabets zur Benennung der sieben Stammtöne verwendet: A, B, C, D, E, F, G. Diese Stammtöne gehören zur diatonisch strukturierten Heptatonik, also zu einem Tonsystem mit sieben Tonstufen pro Oktave. Dabei sind die Buchstabenpaare B/C und E/F als Halbtonschritte angelegt.
Im Deutschen gilt dieses System mit einer wichtigen Besonderheit: Statt der internationalen Folge A B C D E F G ist im deutschsprachigen Raum die Folge A H C D E F G üblich. Die Halbtonschritte liegen dabei zwischen H/C und E/F.
B und H
Im deutschen Sprachraum hat sich seit dem 15. Jahrhundert eine besondere Unterscheidung zwischen B und H etabliert. Sie geht auf eine schon spätestens seit dem 11. Jahrhundert übliche Aufspaltung des Tons B in eine höhere und eine tiefere Intonationsvariante zurück.
Der Stammton, der einen Ganzton über A liegt, erhielt im Deutschen das Tonsymbol H. Der Buchstabe B bezeichnet seitdem nur noch den Ton, der einen Halbton über A liegt. Dieses B wird als Tiefalteration des H verstanden. Dadurch entsteht die deutschsprachige Tonsymbolfolge A H C D E F G.
Alterationen und Schreibweise
Alterationen sind Veränderungen der Stammtöne nach oben oder unten. In der Notenschrift werden sie durch Versetzungszeichen dargestellt. In der deutschen Tonbenennung werden dafür Silben angehängt: „-is“ bezeichnet eine Hochalteration, „-es“ eine Tiefalteration. Diese Silben stammen aus dem römischen Kurzschriftsystem der tironischen Noten.
Eine Ausnahme betrifft das H: Die Tiefalteration von h heißt nicht „hes“, sondern „b“. Das doppelt tiefalterierte h heißt jedoch „heses“, nicht „bes“.
Bei der Groß- oder Kleinschreibung deutscher Tonbezeichnungen gibt es keine einheitliche Praxis. Der Duden und andere Wörterbücher lassen beide Schreibweisen zu. Sprachlich handelt es sich um Substantive, etwa „das Fis“, was für Großschreibung spricht. In der deutschsprachigen Fachliteratur kommt aber sehr häufig Kleinschreibung vor.
Oktavräume und Notenschrift
Eine Tonbezeichnung allein, zum Beispiel c, gibt noch keine absolute Tonhöhe an. Dafür muss auch bekannt sein, in welchem Oktavraum der Ton liegt und welche Stimmung verwendet wird. Ein Oktavraum ist ein Bereich von Tönen, der sich über eine Oktave erstreckt.
Zur eindeutigen Benennung erhält jeder Oktavraum eine eigene Bezeichnung. In der modernen Einteilung gilt die Tonkategorie C als Anfangston jeder Oktave. Tiefe Oktaven werden mit Großbuchstaben bezeichnet, höhere mit Kleinbuchstaben. Für jede höhere oder tiefere Oktave kommt zusätzlich ein Strich hinzu. Statt Strichen können auch Zahlen verwendet werden, zum Beispiel c′ = c¹. In tiefen Oktaven können Buchstaben auch verdoppelt werden, etwa ‚C = C₁ = CC.
In der gesprochenen Form wird die Oktavbezeichnung vor den Tonnamen gesetzt, zum Beispiel „großes d“ für D oder „eingestrichenes g“ für g′. Die Notenschrift ist eine grafische Form, mit der Tonhöhen, Tondauern und weitere musikalische Parameter symbolisch dargestellt werden.
Motive aus Tonbuchstaben
Deutschsprachige Tonbezeichnungen ermöglichen es, Wörter, Namen und Abkürzungen als musikalische Motive zu bilden. Ein musikalisches Motiv ist eine kurze, wiedererkennbare Tonfolge. Das bekannteste Beispiel ist B-A-C-H. Johann Sebastian Bach verwendete dieses Motiv selbst mehrfach; viele spätere Komponisten vertonten es als Hommage an ihn.
Weitere Beispiele aus dem Artikel sind A-B-E-G-G für Meta Abegg in Robert Schumanns Abegg-Variationen op. 1, A-B-H-F für Alban Berg und Hanna Fuchs-Robettin in Bergs Lyrischer Suite, D-Es-C-H für Dmitri Schostakowitsch sowie F-A-E für „frei, aber einsam“ bei Johannes Brahms. Auch Namen wie John Cage können als Tonfolge erscheinen, etwa C-A-G-E.
Der Artikel nennt außerdem ein erweitertes Verfahren: Maurice Ravel und Maurice Duruflé schrieben Werke, in denen auch dem 8. bis 26. Buchstaben des lateinischen Alphabets Töne zugeordnet werden, nach dem Schema I=A, J=B und so weiter. So ergibt der Name „Alain“ das Motiv A-D-A-A-F.