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Th-Laut
Mit th-Laut (englisch tee-aitch [tiː eɪtʃ]) werden umgangssprachlich die dentalen Frikative, d. h. an den Zähnen gebildeten Reibelaute, der englischen …
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Definition und Bedeutung
Mit „th-Laut“ bezeichnet man umgangssprachlich die dentalen Frikative der englischen Sprache. „Dental“ bedeutet: an den Zähnen gebildet. „Frikativ“ bedeutet: Reibelaut, also ein Laut, bei dem die Luft durch eine enge Stelle strömt und ein Reibegeräusch entsteht.
Der Name „th-Laut“ kommt daher, dass diese Laute im modernen Englisch meist mit dem Digraphen ⟨th⟩ geschrieben werden. Ein Digraph ist eine Verbindung aus zwei Buchstaben für einen Laut. Im Altenglischen wurde heutiges ⟨th⟩ durch eigene Buchstaben geschrieben: austauschbar Þ/þ oder Ð/ð.
Zwei Varianten
Es gibt zwei Arten von th-Lauten:
- Der stimmhafte th-Laut ist der stimmhafte dentale Frikativ [ð]. „Stimmhaft“ bedeutet, dass die Stimmbänder mitschwingen. Beispiele sind englisch „the“, „that“, „clothing“ und „father“.
- Der stimmlose th-Laut ist der stimmlose dentale Frikativ [θ]. „Stimmlos“ bedeutet, dass die Stimmbänder nicht mitschwingen. Beispiele sind englisch „thanks“, „both“, „myths“, „thought“ und „thread“.
In manchen Wörtern hängt die Aussprache vom Dialekt ab. Das englische Wort with kann zum Beispiel sowohl /wɪð/ als auch /wɪθ/ ausgesprochen werden.
Aussprache in Dialekten
In verschiedenen englischen Dialekten wird ⟨th⟩ anders ausgesprochen als im Standard mit [ð] oder [θ]. Im Londoner Cockney, im Estuary English, in Dialekten im nördlichsten Teil Neuseelands (Northland) und bei manchen Sprechern von afroamerikanischem Englisch kann eine Verschiebung zu labiodentalen Frikativen /f/ und /v/ auftreten. „Labiodental“ bedeutet: mit Unterlippe und oberen Zähnen gebildet. Beispiele sind bovver statt bother und nuffin’ statt nothing.
In anderen Dialekten wird der th-Laut durch alveolare Plosive /d/ und /t/ ersetzt. „Alveolar“ bedeutet: am Zahndamm gebildet; „Plosiv“ bedeutet: Verschlusslaut. Das ist charakteristisch für afroamerikanisches Englisch, die englischen Dialekte der Karibik und Westafrikas, etwa Nigeria und Liberia, sowie Philadelphia.
Viele Sprecher des New Yorker und Bostoner Dialekts, des irischen Englisch und des indischen Englisch verwenden für ⟨th⟩ dentale Plosive /d̪/ und /t̪/.
Für Deutschsprachige und andere Sprachen
Im Deutschen gibt es keine Entsprechung zu den englischen th-Lauten. Deshalb fällt deutschen Muttersprachlern oft sowohl die korrekte Aussprache als auch die Unterscheidung zwischen stimmhafter Variante [ð] und stimmloser Variante [θ] schwer.
Deutsche Sprecher ersetzen die Laute häufig durch Laute, die dem deutschen ⟨s⟩ ähneln: stimmlos /s/ oder stimmhaft /z/. Für Englischsprecher gilt dies als eines der auffälligsten und am häufigsten imitierten Merkmale eines deutschen Akzents.
Unter den lebenden germanischen Sprachen haben Englisch und Isländisch die Laute /ð/ und /θ/ bewahrt. Außerdem kommen /ð/ und /θ/ in weiteren Sprachen vor; zu den in Europa bekannteren zählen Neugriechisch, Albanisch, Spanisch und Arabisch.