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Afroamerikanisches Englisch

Dieser Artikel behandelt afroamerikanisches Englisch als Dialekt der englischen Sprache. Für das Konzept Ebonics als eigenständige Sprache siehe Ebonics. Das …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Verbreitung
  2. 2. Entwicklung und sprachliche Einordnung
  3. 3. Grammatik und Verbalsystem
  4. 4. Aussprache

Begriff und Verbreitung

Afroamerikanisches Englisch heißt auf Englisch African American English (AAE) und wird auch African American Vernacular English (AAVE) genannt. Weniger genaue Bezeichnungen sind Black English, Black Vernacular, Black English Vernacular (BEV), Black Vernacular English (BVE) und umgangssprachlich Ebonics.

Es ist eine Varietät des Englischen, die innerhalb der afroamerikanischen Bevölkerungsgruppe in den Vereinigten Staaten verbreitet ist. Gegenüber der Standardsprache weicht sie besonders in Grammatik und Aussprache ab und wird häufig als Basilekt bezeichnet. Eine eigene bis heute bestehende Form ist Gullah, das nur wenige tausend Muttersprachler hat und auf den Inseln südlich der Chesapeake Bay erhalten ist.

Entwicklung und sprachliche Einordnung

Die Vorfahren der meisten Afroamerikaner waren Afrikaner, die Sklavenhändler auf Plantagen in den Südstaaten der USA brachten. Afroamerikanisches Englisch entwickelte sich deshalb als Kontinuum: Es reicht von eigenen soziolektalen Varianten des Südstaatenenglischen bis zu einer eigenen Sprache mit Wurzeln in einem im 18. Jahrhundert belegten Kreol.

Dieses Kreol beruhte auf Englisch und vor allem Wolof. Für die Anerkennung als eigene Sprache fehlen bisher vor allem politische und gesellschaftliche Faktoren, die es zu einer Ausbausprache machen würden.

Grammatik und Verbalsystem

Im Vergleich zum Standardenglischen werden Verben meist nicht konjugiert. Genauer ist dabei von Nullmorphemen auszugehen: Die zugrunde liegenden grammatischen Kategorien bestehen, werden aber nicht hörbar oder sichtbar durch ein Morphem ausgedrückt.

Die Kopula, also ein verbindendes Verb wie „to be“, kann wegfallen. Ein Beispiel ist „She my sister“. Zugleich besitzt das Verbalsystem ein stark ausdifferenziertes Aspektsystem. Dieses hebt hervor, ob eine Handlung abgeschlossen ist oder andauert.

Aussprache

Die Aussprache unterscheidet sich deutlich vom Englisch der meisten US-Amerikaner europäischer Herkunft. Kennzeichnend sind unter anderem der Wegfall von Plosiven am Silbenende, Nicht-Rhotizität und die Vokalisation eines auslautenden /l/.

Plosive sind Verschlusslaute. Nicht-Rhotizität bedeutet, dass ein /r/ in bestimmten Positionen nicht gesprochen wird. Bei der Vokalisation wird ein auslautendes /l/ vokalisch ausgesprochen.

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