Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Liste der IPA-Zeichen

Alle IPA-Zeichen sind mit einer Beschreibung und Beispielen versehen. Als Beispielsprachen bevorzugt werden neben Deutsch die gängigen modernen Schulsprachen, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Aufbau der Liste
  2. 2. Vokale: Lage, Öffnung und Rundung
  3. 3. Konsonanten: Artikulationsart und Artikulationsort
  4. 4. Besondere Konsonantenverbindungen und weitere Laute
  5. 5. Diakritika und Suprasegmentalia

Zweck und Aufbau der Liste

Die Liste ordnet Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA) danach, wie ähnlich sie Buchstaben des lateinischen Alphabets oder deren Lautwerten sind. IPA-Zeichen dienen dazu, die tatsächliche Aussprache von Wörtern möglichst genau zu notieren, unabhängig von der jeweiligen Rechtschreibung.

Zu jedem Zeichen nennt die Liste die Lautart, eine Umschreibung für Deutschsprachige und Beispiele, vor allem aus Deutsch sowie Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch. Die Beispiele beanspruchen nicht, immer standardsprachlich, überregional oder die einzig mögliche Aussprache zu zeigen. Auch die Übersetzungen geben jeweils nur eine mögliche Bedeutung eines oft mehrdeutigen Wortes an.

Griechische und daraus abgeleitete Zeichen werden bei den ähnlich verwendeten lateinischen Buchstaben eingeordnet. Gedrehte Zeichen erscheinen zusätzlich als Verweis, wenn ihre Lautbedeutung stark vom ungedrehten Zeichen abweicht.

Vokale: Lage, Öffnung und Rundung

Vokale werden unter anderem danach beschrieben, wo die Zunge im Mund liegt: vorn, zentral oder hinten; außerdem nach der Mundöffnung, etwa geschlossen, halbgeschlossen, halboffen oder offen, und danach, ob die Lippen gerundet sind. So ist [i] ein ungerundeter geschlossener Vorderzungenvokal wie in deutsch Miete [ˈmiːtʰə], [u] ein gerundeter geschlossener Hinterzungenvokal wie in Stuhl [ʃtuːl] und [y] ein gerundeter geschlossener Vorderzungenvokal wie in Güte [ˈgyːtʰə].

Wichtige deutsche Vokalwerte sind [e] als geschlossenes e, [ɛ] als offenes e beziehungsweise häufig ä, [ə] als unbetontes e (Schwa), [o] als geschlossenes o, [ɔ] als offenes o, [ø] als geschlossenes ö, [œ] als offenes ö, [ʊ] als kurzes u und [ʏ] als kurzes ü. Das Zeichen [a] bezeichnet einen ungerundeten offenen Vorderzungenvokal, kommt laut Liste jedoch im Deutschen nicht vor; für die deutsche Standardaussprache von a wird es oft vereinfachend für den ungerundeten offenen Zentralvokal verwendet.

Weitere wichtige Unterschiede zeigen etwa [ɑ], ein ungerundetes offenes Hinterzungen-a, [æ], ein fast offenes Vorderzungen-a, [ɐ], einen fast offenen Zentralvokal wie in besser [ˈbɛsɐ], und [ɜ], einen halboffenen Zentralvokal zwischen ä in hätte und ö in möchte. [ɨ] und [ɯ] sind ungerundete geschlossene zentrale beziehungsweise hintere Vokale; [ɤ] ist ein ungerundetes halbgeschlossenes o.

Ein Tildezeichen kennzeichnet nasal gesprochene Vokale, zum Beispiel [ɑ̃] in französisch chant [ʃɑ̃], [ɛ̃] in main [mɛ̃], [ɔ̃] in montagne [mɔ̃ˈtaɲ] und [ũ] in portugiesisch um [ũ].

Konsonanten: Artikulationsart und Artikulationsort

Konsonanten werden durch Artikulationsart und Artikulationsort unterschieden. Plosive entstehen durch einen Verschluss und dessen Öffnung: [p b] sind bilabial (mit beiden Lippen), [t d] alveolar (am Zahndamm), [k ɡ] velar (am Gaumensegel), [c ɟ] palatal und [q ɢ] uvular (am Zäpfchenbereich). Beispiele sind [b] in Ball [bal], [d] in dann [dan], [k] in kalt [kʰalt] und [ɡ] in Gott [ɡɔt(ʰ)].

Frikative sind Reibelaute. Dazu gehören [f] wie deutsch f, [v] wie deutsch w, [s] wie ss oder ß, [z] wie stimmhaftes s, [ʃ] wie sch und [ʒ] wie das j in Jalousie. [ç] ist das ch in ich; [x] und [χ] werden beide als Ach-Laut beschrieben. Der Artikel weist aber ausdrücklich darauf hin, dass hier wichtige Informationen fehlen: Die Behauptung zum stimmlosen velaren Frikativ [x] müsse noch geklärt werden, weil auch [χ], der stimmlose uvulare Frikativ, als deutscher Ach-Laut angegeben wird. Die dentalen Frikative [θ] und [ð] sind die stimmlosen beziehungsweise stimmhaften englischen th-Laute, etwa in theft [θɛft] und there [ðɛə̯].

Nasale leiten Luft durch die Nase: [m], [n], [ŋ] wie in Hang [haŋ], [ɲ] wie in italienisch gnocchi [ˈɲɔkːi] sowie retroflexes [ɳ] und uvulares [ɴ]. Laterale werden an den Zungenseiten gebildet, etwa [l], dunkles [ɫ], stimmloses [ɬ] und palatales [ʎ]. Approximanten entstehen durch Annäherung ohne hörbare Reibung, etwa [j], englisches [w], [ɹ] und [ʋ].

Vibranten und Flaps sind r-Laute: [r] ist ein gerolltes alveolares r mit mehreren Zungenschlägen, [ɾ] ein einzelner Zungenschlag, [ʀ] ein gerolltes Zäpfchen-r und [ʁ] ein geriebenes Zäpfchen-r. [r], [ʀ] und [ʁ] sind im Deutschen freie Allophone, also verschiedene Lautvarianten ohne Bedeutungsunterschied.

Besondere Konsonantenverbindungen und weitere Laute

Affrikaten verbinden einen Verschlusslaut unmittelbar mit einem Reibelaut. Beispiele sind [t͡s] wie deutsch z in Ziel [t͡siːl], [t͡ʃ] wie tsch in Tschüss [t͡ʃʏs], [p͡f] wie pf in Pflicht [p͡flɪçt(ʰ)], [d͡z] und [d͡ʒ] wie dsch in Dschungel [ˈd͡ʒʊŋəl]. Die Ligatur markiert, dass die beiden Teile als Einheit artikuliert werden.

Implosive wie [ɓ], [ɗ], [ɠ], [ʛ] und [ʄ] haben einen nach innen gerichteten Luftstrom. Der nötige Unterdruck entsteht, indem die Artikulation mit geschlossenem Kehlkopf beginnt. Ejektive werden dagegen mit dem Zeichen [ʼ] markiert und nicht pulmonal, sondern durch Kehlkopfbewegung erzeugt.

Retroflexe Laute wie [ʈ], [ɖ], [ʂ], [ʐ], [ɳ], [ɭ] oder [ɽ] werden mit hinter die Alveolen zurückgebogener oder angenäherter Zunge gebildet. Daneben führt die Liste glottale, pharyngale und epiglottale Laute auf: [ʔ] ist der durch Verschluss der Stimmritze erzeugte Knacklaut, im Deutschen etwa vor anlautenden Vokalen; [ʕ] ist ein stimmhafter pharyngaler Frikativ.

Klicklaute gehören ebenfalls zu den sonstigen Zeichen: [ʘ] ist bilabial und ähnelt einem Luftkuss, [ǀ] dental, [ǂ] palatoalveolar, [ǁ] lateral alveolar und [ǃ] postalveolar. Sie werden unter anderem mit Beispielen aus ǃXóõ und IsiXhosa gezeigt.

Diakritika und Suprasegmentalia

Diakritika und Suprasegmentalia sind keine selbstständigen Laute. Sie ergänzen Lautzeichen oder beschreiben Eigenschaften von Lautfolgen; „◌“ steht dabei als Platzhalter für ein Lautzeichen. [ˈ] markiert die folgende Hauptbetonung, [ˌ] die Nebenbetonung. [ː] bedeutet, dass der vorhergehende Laut lang ist, [ˑ] halblang und [◌̆] besonders kurz. Der Punkt [.] zeigt eine Silbengrenze an; | und || kennzeichnen unter- beziehungsweise übergeordnete Intonationsgruppen.

Weitere häufige Zusätze sind [ʰ] für Aspiration, also einen hörbaren Lufthauch, [ʲ] für Palatalisierung und [ʷ] für Labialisierung, also Lippenrundung. [◌̥] macht einen Laut stimmlos, [◌̬] stimmhaft; [◌̃] bedeutet nasal gesprochen. [◌̩] kennzeichnet einen meist konsonantischen Silbenkern, [◌̯] einen meist vokalischen Laut, der nicht Silbenkern ist. [◌˞] steht für rhotische Aussprache, [ˠ] für Velarisierung und [ˤ] für Pharyngalisierung.

Zeichen können auch die genaue Artikulation verändern: [◌̹] und [◌̜] bedeuten stärkere beziehungsweise schwächere Lippenrundung, [◌̟] und [◌̠] eine weiter vorn beziehungsweise hinten liegende Artikulation, [◌̈] Zentralisierung sowie [◌̝] und [◌̞] angehobene beziehungsweise gesenkte Zunge. [◌̚] zeigt an, dass keine hörbare Plosion folgt; [◌ᷠ] und [◌ᷝ] markieren nasale beziehungsweise laterale Plosion.

Tonsprachen und Intonation werden durch Tonzeichen beschrieben: besonders hoch bis besonders niedrig können als Akzente oder als [˥ ˦ ˧ ˨ ˩] erscheinen; [◌̌] steht für steigenden, [◌̂] für fallenden Ton. [ꜜ] ist Downstep, [ꜛ] Upstep; [↗] und [↘] bezeichnen einen globalen Tonanstieg beziehungsweise Tonabfall. Der Liaisonbogen [◌‿◌] zeigt einen fließenden Übergang zwischen Wörtern, etwa französisch mon amie /mɔ̃n‿ami / [mɔ̃naˈmi].

Lernvideos zu Liste der IPA-Zeichen

Weiterlesen

Lautschrift Eine Lautschrift (auch phonetische Schrift) ist ein Schriftsystem mit dem Zweck, die Aussprache von Lauten oder Lautketten wiederzugeben – möglichst exakt … Deutsche Sprache Die heutige deutsche Standardsprache entwickelte sich überwiegend aus den hochdeutschen Dialekten und fungiert als überregionale Dachsprache für sowohl hoch- … Englische Sprache Die englische Sprache (Eigenbezeichnung: [ˈɪŋɡlɪʃ]) ist eine ursprünglich in England beheimatete germanische Sprache, die zum westgermanischen Zweig gehört. Französische Sprache Vokale · ​/⁠ɑ⁠/​: pâte – / pɑt/ – Teig · ​/⁠ɔ⁠/​: sort – / sɔʁ/ – Schicksal · ​/⁠o⁠/​: sot – / so/ – dumm · ​/⁠u⁠/​: sous – / su/ – unter. Homonym Ein Homonym (griechisch „gleichnamig“) ist ein Ausdruck aus einer Gruppe von Ausdrücken, die äußerlich gleich sind, aber für verschiedene Begriffe stehen. Konsonant Die Konsonanten des Deutschen gliedern sich in die Gruppe der Obstruenten (Plosive, Frikative, Affrikaten) und die Gruppe der Sonoranten (Liquide/Laterale, … Vokal „Vokale“ im genauen Sinne des Wortes sind vokalische Laute, also Phone: Einheiten der gesprochenen Sprache. Buchstaben der geschriebenen Sprache wie A, E, I, O, … Portugiesische Sprache Die portugiesische Sprache (portugiesisch a língua portuguesa) ist eine Sprache aus dem romanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie und bildet mit … Niederländische Sprache im Niederländischen die Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Silben, wobei die langen Vokale in offenen Silben einfach, in geschlossenen Silben … Britisches Englisch Britisches Englisch (British English; kurz BE oder BrE) ist die Bezeichnung für die Varietät der englischen Sprache, wie sie auf den britischen Inseln … Ungarische Sprache Die ungarische Sprache (Eigenbezeichnung magyar nyelv) gehört zum ugrischen Zweig der finno-ugrischen Sprachen innerhalb der uralischen Sprachfamilie. Schweizerdeutsch Der Sprachgebrauch in der Schweiz unterscheidet zwischen Dialekt und Standardsprache. Während die Dialekte ein Kontinuum bilden, gibt es kein Kontinuum …