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Klang
Mit Klang (von mittelhochdeutsch klanc) werden bestimmte durch elastische Körper erzeugte Schallereignisse bezeichnet. Insbesondere die physikalische …
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Grundbegriff und unterschiedliche Bedeutungen
Mit „Klang“ werden bestimmte Schallereignisse bezeichnet, die durch elastische Körper erzeugt werden. Wichtig ist, dass Akustik und Musik den Begriff unterschiedlich verwenden. In der physikalischen Akustik meint Klang einen regelmäßigen, periodischen Schallverlauf, der aus mehreren Frequenzen bestehen kann. In der Musik entspricht das ungefähr dem, was musikalisch oft als Ton wahrgenommen wird. In der Musiktheorie bezeichnet „Klang“ dagegen meist das gleichzeitige Auftreten mehrerer Töne.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „Klang“ außerdem für die besondere Charakteristik eines Schallereignisses verwendet, etwa beim „Klang einer Stimme“. Damit nähert sich der Begriff den Vorstellungen von Klangfarbe oder Klangcharakteristik an.
Klang in der Akustik
In der physikalischen Akustik kann jedes akustische Signal dadurch beschrieben werden, dass man zu jedem Zeitpunkt t die momentane Auslenkung y(t) als Funktion angibt. Ein Ton im engeren akustischen Sinn ist ein Sinuston, also eine reine Sinusschwingung. Seine Schwingungsfunktion lautet:
y(t)=y₀ · sin(2πf · t)
Dabei ist y₀ die Amplitude, also der Maximalwert der Auslenkung, und f die Frequenz der Schwingung. Statt der Auslenkung kann man auch Schalldruck oder Schallschnelle betrachten; die Amplitude ist dann jeweils der Maximalwert dieser Größe.
In der Technischen Akustik wird ein Klang als periodischer Schalldruckverlauf mit der Periodendauer T bezeichnet. Seine einzelnen Frequenzen, die Harmonischen, stehen in einem ganzzahligen Verhältnis zur Grundfrequenz f(1). Es gilt:
T = 1/f(1)
Die Phasenlage der einzelnen Töne zueinander ist dabei beliebig. Mit „Ton“ ist in diesem Zusammenhang die akustische Repräsentation einer reinen Sinusschwingung gemeint. Solche Sinustöne gelten in der akustischen Analyse als Grundbestandteile jedes Schallereignisses.
Grundfrequenz, Harmonische und Wahrnehmung
Ein physikalischer Klang entsteht nur dann, wenn die Frequenzen seiner Teiltöne in einem ganzzahligen Verhältnis zueinander stehen, also harmonisch zueinander sind. Ist das nicht der Fall, spricht die Physik von einem Tongemisch. Bei Musikinstrumenten setzen sich Schwingungen nach einem vereinfachten Modell meist zum größten Teil aus harmonischen Frequenzen zusammen.
Der tiefste Ton eines solchen Schallereignisses heißt Grundfrequenz. Sie legt die Abstände der einzelnen Teiltöne fest. Die Teiltöne werden Harmonische genannt. Die Teiltonreihe entspricht bei Blasinstrumenten, abgesehen von instrumenttypischen Merkmalen, der Naturtonreihe.
In der menschlichen Wahrnehmung erscheint ein solcher Klang als einheitliches Schallereignis. Er hat eine bestimmte Tonhöhe, die durch den Grundton oder den Residualton bestimmt wird, und eine bestimmte Klangfarbe. Die Klangfarbe hängt unter anderem vom Verhältnis der Teiltonamplituden zueinander ab. Deshalb werden physikalische Klänge im musikalischen Zusammenhang meist als Töne bezeichnet.
Klang in der Musiktheorie
In der Musiktheorie, besonders in der Harmonielehre, bedeutet „Klang“ das gleichzeitige Auftreten mehrerer Töne. Der Begriff erscheint zum Beispiel in Wörtern wie Dreiklang, Vierklang oder Gegenklang. Damit werden Akkorde oder Akkordfunktionen klassifiziert.
Außerdem wird „Klang“ in Begriffen wie Einklang, Zweiklang, Mehrklang oder Klangfläche verwendet. Diese bezeichnen Zusammenklänge von Tönen, die in der Musiktheorie zur genaueren Unterscheidung nicht immer als Akkord bezeichnet werden. Die Musikwissenschaft untersucht auch Klangstile, zum Beispiel den Wiener Klangstil.
In der Klangkomposition und Klangkunst ist der Begriff weiter gefasst: Er kann auch Tongemische und Geräusche einschließen. Die kulturwissenschaftliche Klangforschung der Sound Studies betrachtet Klang zusätzlich in seiner historischen und kulturellen Prägung sowie in Verbindung mit Praktiken und Technologien.
Gegenüberstellung der Begriffe
Der Artikel stellt den unterschiedlichen Sprachgebrauch in Akustik, elektronischer Musik, traditioneller Musik und elektroakustischer Musik gegenüber. Was in der Akustik als Sinuston, Ton, reiner Ton oder einfacher Ton bezeichnet wird, ist in der traditionellen Musik nur als Teilton bekannt.
Ein Klang, einfacher Klang oder harmonischer Klang der Akustik entspricht in der traditionellen Musik dem Ton. Ein Tongemisch ist in der traditionellen Musik vor allem als unharmonischer „Klang“ von Stäben, Platten oder Glocken bekannt. Zusammenklang, Mehrfachklang oder Klanggemisch entsprechen musikalisch Begriffen wie Klang, Akkord oder Cluster.
Auch bei Geräuschen unterscheiden sich die Begriffe: Farbiges Rauschen entspricht in der traditionellen Musik dem Geräusch, weißes Rauschen dem Lärm.
Klangcharakteristik und Sound
Untersuchungen zeigen, dass Klänge komplexer sind, als lange angenommen wurde. Eine weiter gefasste musikalische Auffassung berücksichtigt auch unharmonische Schallanteile, die beim Musizieren entstehen, etwa Geräusche von Luftwirbeln beim Anblasen einer Flöte. Der Klang hängt außerdem vom Instrument, vom Musiker und von der Raumakustik ab. Diese Faktoren werden einzeln oder zusammen im allgemeinen Sprachgebrauch unter „Klang“ zusammengefasst.
Diese Verwendung ist nicht auf Musik beschränkt. Im industriellen Bereich befassen sich Akustikdesigner mit dem Klang von Konsumgütern wie Autotüren oder Staubsaugern. Im Marketing wird unter „Audio Branding“ der sogenannte Markenklang betrachtet. Sound Studies untersuchen Klänge aus kultureller, historischer und ethnologischer Perspektive, zum Beispiel Veränderungen im Klang einer Stadt.
Der englische Begriff „Sound“ darf nicht mit dem physikalischen Begriff Klang gleichgesetzt werden. Sound entsteht nicht allein durch musikalische Parameter wie Rhythmik, Harmonik oder Melodik. Auch individuelle Intonation, Timing, Phrasierung, Stimmen- und Instrumentenklang, Abmischung, Instrumentenfabrikat, Gitarrensaite, Mikrofone, Verstärker, Instrumentation, Spieltechnik und Spielweise beeinflussen ihn. Beispiele für benannte Sounds sind Phil Spectors Wall of Sound, der Nashville Sound, der Motown Sound und der Philadelphia Sound.
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