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Straße von Hormus
Sie ist der weltweit wichtigste Engpass für die Erdöl- und Flüssigerdgas-Exporte. Rund ein Fünftel der weltweiten Erdöl- und Flüssigerdgas-Transporte passieren …
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Lage und globale Bedeutung
Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran im Norden und der zu Oman gehörenden Halbinsel Musandam im Süden. Sie verbindet den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman im Osten; dieser ist Teil des Arabischen Meeres und damit des Indischen Ozeans. Die Meerenge trennt zugleich die Arabische Halbinsel vom übrigen Asien. Wichtige Küstenorte sind Bandar Abbas in Iran und al-Chasab in Oman. Zu den Inseln gehören Qeschm, Larak und Hormus.
Zwischen den gegenüberliegenden Festlandsküsten ist die Straße an ihrer schmalsten Stelle 55 Kilometer beziehungsweise 30 Seemeilen breit. Zwischen der iranischen Insel Larak und Great Quoin beziehungsweise Salāma in Oman beträgt der geringste Abstand nur etwa 38 Kilometer oder 20 Seemeilen. Bandar Abbas ist der größte iranische Hafen und einer der Hauptstützpunkte der iranischen Marine.
Die Straße von Hormus ist der weltweit wichtigste Engpass für die Ausfuhr von Erdöl und Flüssigerdgas. Durch sie führt der gesamte Schiffsverkehr zu und von den Ölhäfen Kuwaits, Katars, Bahrains, des Irak, der Vereinigten Arabischen Emirate und Irans sowie der größte Teil des saudi-arabischen Verkehrs. Eine Sperrung kann deshalb große Teile der Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten unterbrechen, starke Ölpreisschwankungen auslösen und die Weltwirtschaft beeinträchtigen.
Energie- und Schiffsverkehr
Täglich passieren Tanker mit etwa 20 Millionen Barrel Erdöl die Meerenge. Das entspricht ungefähr 2,72 Millionen Tonnen und im Jahr 2024 rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs. Mehr als vier Fünftel dieser Menge gehen gewöhnlich an asiatische Abnehmer, besonders nach China, Indien und Japan. Zusätzlich wurden im Durchschnitt täglich 20 Prozent des weltweit verbrauchten Flüssigerdgases sowie ein Drittel des in Europa verwendeten Flugzeugtreibstoffs durch die Straße transportiert.
Für die internationale Schifffahrt bestehen zwei „virtuelle Fahrspuren“: eine für den einlaufenden und eine für den auslaufenden Verkehr. Jede ist 3 Kilometer breit und 35 Kilometer lang. Zusammen bilden sie ein Verkehrstrennungsgebiet, das die entgegengesetzten Verkehrsströme voneinander trennt.
Historische Entwicklung und Konflikte
Seit der Antike ist die Straße von Hormus eine wichtige Schifffahrts- und Handelsroute. Bis zum 16. Jahrhundert war sie der bedeutendste Wasserweg auf dem Handelsweg von Europa nach Indien. Anfang des 15. Jahrhunderts erreichte auch die Schatzflotte des chinesischen Admirals Zheng He die Straße und die westlich davon gelegenen Gebiete. Nachdem Vasco da Gama 1497/98 das Kap der Guten Hoffnung umsegelt und Indien erreicht hatte, wurde diese Route bis zur Eröffnung des Sueskanals 1861 zum üblichen Seeweg zwischen Europa und Indien.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts unterhielt Großbritannien enge Beziehungen zu den Scheichtümern der Golfküste, besonders zum Sultan von Oman, der den für die britischen Handelswege nach Indien wichtigen Zugang zur Meerenge kontrollierte. Nach der Verstaatlichung des iranischen Ölgeschäfts durch Ministerpräsident Mohammad Mossadegh im Jahr 1951 blockierte Großbritannien zwischen 1951 und 1953 die Durchfahrt iranischen Öls. Nach Mossadeghs Sturz 1953 wurde die Verstaatlichung rückgängig gemacht.
Seit 1971 streiten Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate um Abu Musa und die Tunb-Inseln, die für die Kontrolle der Meerenge strategisch wichtig sind. Am 3. Juli 1988 schoss das US-Kriegsschiff Vincennes versehentlich den Iran-Air-Flug 655 ab; alle 290 Menschen an Bord starben. Wegen des Konflikts um das iranische Atomprogramm wurden weitere Sperrungen befürchtet: Anfang 2007 positionierten die USA Flugzeugträger und Minenräum-Begleiter in der Nähe. Ende Dezember 2011 drohte Irans Erster Vizepräsident Mohammad Reza Rahimi im Fall eines Ölembargos mit einer Sperrung.
Blockade im Jahr 2026
Nach Darstellung des Artikels begannen US-amerikanische und israelische Streitkräfte am 28. Februar 2026 den Irankrieg 2026. Noch am selben Tag empfingen Schiffe Funkmeldungen der iranischen Revolutionsgarden, die eine Sperrung der Straße ankündigten. Iran erklärte die Schließung am 2. März offiziell. Zwei Tage später passierten statt zuvor durchschnittlich 138 Schiffen täglich nur noch zwei die Meerenge. Am 5. März wurden sieben Schiffe mit eingeschaltetem Automatischen Identifikationssystem (AIS) erfasst, darunter drei Tanker. Durchgelassen worden sein sollen iranische Schattenflottentanker sowie Schiffe chinesischer Reeder oder Auftraggeber.
Nach einer Woche sollen sich auf beiden Seiten fast 1000 Schiffe gestaut haben. Die Frachtraten der wenigen Reeder, die eine Durchfahrt wagten, stiegen gegenüber der Vorkriegszeit auf das Vierfache oder mehr. US-Präsident Donald Trump empfahl am 11. März dennoch die Durchfahrt. Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die Lage am folgenden Tag als nicht besorgniserregend, während Generalstabschef Dan Caine von einer „taktisch komplexen Umgebung“ sprach und militärische Voraussetzungen für umfangreiche Geleite der US Navy nannte.
Am 8. April vereinbarten die USA und Iran eine zweiwöchige Waffenruhe. Iran öffnete die Straße unter Auflagen und verlangte von Tankern eine Gebühr von einem US-Dollar je Barrel Öl, zahlbar in Bitcoin, um das durch Sanktionen blockierte SWIFT-System zu umgehen. Am 5. Mai wurde der Frachter San Antonio der französischen Reederei CMA CGM angegriffen und beschädigt; Besatzungsmitglieder seien verletzt und evakuiert worden. Der Artikel weist ausdrücklich darauf hin, dass dieser Abschnitt den Zustand nach dem 6. Mai 2026 nicht vollständig wiedergibt.
Ausweichrouten und Dammprojekt
Als Alternative zum Transport durch die Meerenge baute Saudi-Arabien nach dem Iran-Irak-Krieg die doppelsträngige Ost-West-Pipeline. Sie führt über 1200 Kilometer von den Ölfeldern am Persischen Golf zum Hafen Yanbu am Roten Meer. Ihre Kapazität stieg von ursprünglich 5 Millionen auf 7 Millionen Barrel täglich im Jahr 2026. Yanbu konnte zu Beginn des Krieges gegen Iran jedoch nur 3 Millionen Barrel pro Tag verladen; bis Ende März 2026 stieg die Kapazität auf rund 4,67 Millionen Barrel.
Die Habshan–Fujairah-Ölpipeline der Vereinigten Arabischen Emirate führt von Abu Dhabi nach Fudschaira und umgeht ebenfalls die Straße von Hormus. Ihre Kapazität wird mit 1,5 Millionen, nach neueren Angaben mit 1,8 Millionen Barrel täglich angegeben. Eine weitere Leitung nach Fudschaira mit 1,5 Millionen Barrel Tageskapazität befand sich im Frühjahr 2026 im Bau und soll 2027 in Betrieb gehen. Insgesamt können diese Pipelines nur einen Teil der normalerweise per Schiff transportierten Mengen übernehmen.
2014 wurde außerdem ein gemeinsamer Plan Irans und Omans bekannt, die Meerenge durch Dämme und eine Brücke mit einer Straßenverbindung zwischen Iran und Musandam zu versehen. Das Vorhaben ist umstritten: Es könnte die internationale Schifffahrt und besonders den Tankerverkehr beeinträchtigen. Zudem ist Musandam eine omanische Exklave, sodass der Straßenverkehr zum übrigen Oman durch die Vereinigten Arabischen Emirate führen müsste. Befürchtet werden auch ökologische Schäden durch veränderte Meeresströmungen. Der Stand der Planungen war Mitte 2021 unklar.
Rechtslage und US-Ankündigungen
Abu Musa und die Tunb-Inseln werden sowohl von Iran als auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht, sind aber von Iran besetzt. Schiffe müssen bei der Passage iranische und omanische Hoheitsgewässer durchfahren. Nach dem UN-Seerechtsübereinkommen hätten alle Schiffe ein Recht auf friedliche Durchfahrt. Iran hat dieses Übereinkommen unterzeichnet, aber nicht ratifiziert; auch die USA sind ihm nicht beigetreten. Iran erklärte, die weitergehenden Rechte des Abkommens im Fall eines eigenen Beitritts nur Schiffen aus Vertragsstaaten gewähren zu wollen.
Iran und die USA unterzeichneten außerdem die älteren Genfer Seerechtskonventionen, doch nur die USA ratifizierten sie. Auch diese Konventionen sehen eine friedliche Durchfahrt vor. U-Boote dürfen die Meerenge nur aufgetaucht und unter sichtbarer Flagge passieren. Iran beansprucht entgegen beiden Regelwerken ein Recht, die Durchfahrt von Kriegsschiffen zu genehmigen. Die USA lassen ihre Kriegsschiffe weiterhin ohne Anmeldung passieren und berufen sich auf das Völkergewohnheitsrecht.
Donald Trump kündigte am 14. August 2026 an, die Straße von Hormus nach dem Ende des Krieges gegen Iran zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären zu wollen, erläuterte aber nicht, wie dies umgesetzt werden sollte. Am 3. September 2026 behauptete er erneut, die Meerenge stehe unter US-Kontrolle, und schlug auf Truth Social die Bezeichnung „TRUMP STRAIT“ vor. Der Artikel beschreibt damit politische Ankündigungen des US-Präsidenten, nicht eine rechtlich vollzogene Annexion oder Umbenennung.