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Oman
Religion ; Islam. Nach einer Schätzung von 2017 sind 85,9 % der Bewohner Omans Muslime, 6,5 % ; Christen, 5,5 % ; Hindus und 0,8 % ; Buddhisten. Unter den …
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Staat, Lage und Naturraum
Oman, amtlich Sultanat Oman, ist ein Staat in Vorderasien im Südosten der Arabischen Halbinsel. Hauptstadt ist Maskat, Amtssprache Arabisch und Währung der Rial Omani (OMR). Das 309.500 km² große Land ist etwas kleiner als Deutschland und hatte 2025 schätzungsweise 5,49 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt 18 Einwohner je km². Oman ist eine absolute Monarchie; Sultan Haitham ibn Tariq ist zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef. Staatsreligion ist der Islam.
Oman grenzt an die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und den Jemen. Seine Küsten liegen am Arabischen Meer, am Golf von Oman und auf einem kurzen Abschnitt am Persischen Golf. Zum Staatsgebiet gehören die Halbinsel Rus al-Dschibal am Kap Musandam, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten umschlossene Exklave Madha, die Kuria-Muria-Inseln und die Insel Masira. Die Grenzen im Landesinneren sind nicht überall exakt festgelegt.
Der Naturraum wird von Küstenebenen, Gebirgen und Wüsten bestimmt. Al-Batina ist eine 250 km lange, fruchtbare und bewässerte Küstenebene zwischen Maskat und Suhar. Das parallel zur Küste verlaufende Hadschar-Gebirge ist etwa 600 km lang; im Dschabal Schams erreicht Oman mit 3018 m seine größte Höhe. Wadis sind schluchtartige Täler, die nur zeitweise Wasser führen. Der größte Teil des Landes besteht aus der Inneren Wüste Dschiddat al-Harasis. Im Südwesten reicht Oman bis an die Rub al-Chali, während sich in Dhofar die Karaberge entlang der Küste erheben.
Das Klima ist überwiegend sehr heiß und trocken. Maskat erreicht im Januar durchschnittlich 22 °C und im Juni etwa 34,5 °C. An der Küste herrscht hohe Luftfeuchtigkeit; bei Sommerhitze sind Spitzenwerte nahe 47 °C möglich. Der Jahresniederschlag liegt dort bei ungefähr 100 mm, im Omangebirge bei etwa 500 mm. Regen fällt häufig wolkenbruchartig und kann Überschwemmungen verursachen. Im Wüsteninneren erreichen sommerliche Spitzenwerte bis zu 52 °C. Das Hochgebirge besitzt kühlere Winter mit Frost und gelegentlichem Schnee.
Eine Besonderheit ist Dhofar: Von etwa Mitte Juni bis September bringt der Monsun Charif Sprühregen, Nebel und eine Abkühlung auf ungefähr 25 °C. Die sonst trockene Landschaft wird dadurch grün. In Oman wachsen unter anderem Akazien, Dattelpalmen und Weihrauchbäume. Zu den gefährdeten Tieren gehören der Persische Leopard und der Arabische Tahr. Die Arabische Oryx wurde in den 1980er Jahren wieder angesiedelt; ihr Schutzgebiet verlor 2007 den UNESCO-Welterbestatus, nachdem es für die Erdölförderung um 90 % verkleinert worden war. Bei Ras al-Dschinz kommen jährlich bis zu 100.000 Meeresschildkröten zur Eiablage an Land.
Bevölkerung, Religion und Bildung
Die Bevölkerung konzentriert sich auf die nördlichen Küstengebiete und die Umgebung von Salala im Süden; weite Landesteile sind nahezu unbewohnt. 2023 lebten 88 % der Einwohner in Städten. Laut Zensus hatte Oman 2020 4,48 Millionen Einwohner. Über 30 % der Omaner waren jünger als 15 Jahre. Die statistische Geburtenzahl lag 2020 bei 2,7 Kindern je Frau, die Lebenserwartung bei 77,1 Jahren.
Das starke Bevölkerungswachstum hängt besonders mit der Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte zusammen. 2020 waren etwa 46 % der Bevölkerung beziehungsweise rund 2,3 Millionen Menschen Migranten, darunter ungefähr 1,3 Millionen Inder. Etwa 5 % der Bevölkerung lebten noch als Nomaden.
Neben Arabisch werden Balutschi, Persisch, Urdu, weitere indische Sprachen, ein Swahili-Dialekt sowie im Süden und Westen neusüdarabische Sprachen gesprochen. Englisch dient als Handelssprache.
Nach einer Schätzung von 2017 waren 85,9 % der Bewohner Muslime, 6,5 % Christen, 5,5 % Hindus und 0,8 % Buddhisten. Unter den omanischen Staatsbürgern waren 95 % Muslime: jeweils 45 % Ibaditen und Sunniten sowie 5 % Schiiten. Ibaditen bilden eine eigenständige islamische Glaubensrichtung, die die Geschichte Omans stark geprägt hat.
Die Alphabetisierungsrate betrug 2020 bei Männern 97 % und bei Frauen 92,7 %. Es gibt keine allgemeine Schulpflicht, doch mehr als 90 % der Kinder werden eingeschult; der Schulbesuch ist kostenlos. Die 1986 in Maskat gegründete Sultan-Qabus-Universität ist die einzige staatliche Universität. Hinzu kommen vier private Universitäten sowie staatliche und private Colleges. Oman verfügt außerdem über Alters- und Invaliditätsrenten sowie Unterstützungen für Witwen und Waisen. 2021 entsprachen die Gesundheitsausgaben 4,4 % des Bruttoinlandsprodukts; 2022 starben 10,5 von 1000 Kindern vor dem fünften Lebensjahr.
Historische Entwicklung
Das Gebiet Omans war bereits in der Steinzeit besiedelt und den Sumerern um 3000 v. Chr. als Magan bekannt. Nach der Übernahme des Islams um 630 gehörte es zunächst zum Kalifat der Umayyaden und Abbasiden. Um 700 verbreitete sich besonders im Landesinneren der Ibadismus; im 9. Jahrhundert entstand dort ein unabhängiges Imamat. Die Hafenstadt Suhar wurde zu einem bedeutenden Handelszentrum mit Verbindungen bis China und Ostafrika.
Ab etwa 1500 kontrollierten die Portugiesen Hormus. Unter der Yaruba-Dynastie wurde Oman seit 1624 vereinigt; nach der Vertreibung der Portugiesen Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte es sich zu einer Seemacht im Indischen Ozean. Um 1730 eroberte Saif ibn Sultan II. Sansibar und Teile der ostafrikanischen Küste. Diese Gebiete wurden durch arabische Plantagenbesitzer und Sklavenhändler geprägt. Um 1750 entstand die bis heute herrschende Said-Dynastie. Said ibn Sultan erklärte Sansibar 1840 zu seiner Residenz. Auch Gwadar im heutigen Pakistan gehörte von 1783 bis 1958 zu Oman.
Großbritannien gewann seit einem Vertrag von 1798 zunehmenden Einfluss. Nach dem Verlust Sansibars 1856, dem Rückgang des Sklavenhandels und der Konkurrenz europäischer Dampfschiffe begann ein wirtschaftlicher Niedergang. Oman blieb formal unabhängig, geriet aber Ende des 19. Jahrhunderts faktisch in britische Abhängigkeit.
Das 1913 im Landesinneren ausgerufene Ibaditen-Imamat wurde 1955 von Truppen des Sultans besetzt. Sultan Said ibn Taimur hielt das Land von 1932 bis 1970 weitgehend isoliert: Sklaverei und hohe Binnenzölle blieben bestehen, das Schulwesen war auf Koranschulen beschränkt. 1970 setzte Qabus ibn Said seinen Vater ab. Er schaffte die Sklaverei sowie Reisebeschränkungen ab und finanzierte mit Erdöleinnahmen den Ausbau des Landes. Der seit 1965 geführte Aufstand sozialistischer Rebellen in Dhofar endete 1976.
Während des Arabischen Frühlings kam es 2011 zu Protesten und teilweise gewalttätigen Zusammenstößen. Gefordert wurde mehr politische Beteiligung, nicht der Sturz des Herrschaftssystems. Sultan Qabus regierte bis zu seinem Tod 2020; Nachfolger wurde sein Cousin Haitham ibn Tariq. Seit Mitte der 2010er Jahre vermittelt Oman unter anderem zwischen den USA und Iran sowie im Krieg im Jemen und wird deshalb als „Schweiz der arabischen Welt“ bezeichnet.
Herrschaft, Außenpolitik und Rechte
Nach dem Grundgesetz von 1996 ist Oman eine absolute Monarchie. Der Sultan vereinigt die Ämter des Staatsoberhaupts und des Regierungschefs und erlässt Gesetze durch Dekrete. Die von ihm ernannten Minister besitzen nur beratende und administrative Aufgaben; politische Parteien sind verboten. Oman ist in acht Gouvernements gegliedert, die wiederum aus Distrikten bestehen.
Der Nationale Konsultativrat hat zwei Kammern, aber nur beratende Funktion. Die 41 Mitglieder der Staatsversammlung werden vom Sultan ernannt. Für die Beratende Versammlung wählen Omaner ab 21 Jahren Kandidaten; aus 164 Gewählten ernennt der Sultan 82 Mitglieder. Er kann eine Wahl auch für ungültig erklären. Frauen hatten seit 1994 ein eingeschränktes Wahlrecht. Die Verfassung von 1996 verankerte gleiche Rechte, und 2003 wurde das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene eingeführt. Bei der Wahl im Oktober 2003 zogen zwei Frauen ins Parlament ein.
Politische Indizes bewerten Oman als autoritären und unfreien Staat. Der Demokratieindex 2024 betrug 3,05 von 10, Freedom in the World 2024 erreichte 24 von 100 Punkten. Die Pressefreiheit wurde 2026 mit 43,7 von 100 Punkten und Rang 127 von 180 als schwierig eingestuft. Genannt werden die Inhaftierung friedlicher Oppositioneller, Einschränkungen der Meinungs- und Religionsfreiheit, Haft ohne Anklage oder Gerichtsverfahren und die Todesstrafe. Gewerkschaften sind seit 2006 erlaubt, doch der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht für Arbeitsmigranten. Das Rechtssystem verbindet britisches Common Law mit der Scharia; Homosexualität ist illegal und kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden.
Oman verfolgt außenpolitisch Neutralität und eine Vermittlerrolle. 1971 trat es den Vereinten Nationen und der Arabischen Liga bei; seit 1982 gehört es dem Golf-Kooperationsrat an. 2023 nahm es diplomatische Beziehungen zum Vatikan auf. Die Streitkräfte mit etwa 43.000 Angehörigen bestehen aus Armee, Luftwaffe und Marine; eine Wehrpflicht gibt es nicht. Oberbefehlshaber ist der Sultan.
Wirtschaft und Arbeit
Seit Beginn der Erdölförderung Ende der 1960er Jahre wandelte sich Oman von einer Agrarwirtschaft zu einer exportorientierten Erdölwirtschaft. Ein Bericht der Vereinten Nationen bezeichnete Oman 2013 als das Land, das seine soziale und wirtschaftliche Lage in den vorausgegangenen 40 Jahren am stärksten verbessert hatte. Das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2024 bei 41.335 US-Dollar. Für 2024 wurden ein kaufkraftbereinigtes Gesamt-BIP von 220,4 Milliarden US-Dollar, 1,7 % reales Wachstum, 0,6 % Inflation und eine Staatsverschuldung von 36 % des BIP angegeben.
Erdöl ist der wichtigste Rohstoff; bedeutende Felder liegen im Landesinneren. Im Februar 2016 förderte Oman rund eine Million Barrel Erdöl und Gaskondensate pro Tag. Erdgas spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Daneben werden Kupfer und Chromit abgebaut. Staatlich aufgebaut wurden unter anderem eine Raffinerie, eine Gasverflüssigungsanlage und ein Kupferschmelzwerk. Ein Staatsfonds, seit 2020 als Oman Investment Authority organisiert, soll das Staatsvermögen breiter anlegen und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen vermindern.
Seit 1967 exportiert Oman Erdöl, seit 1978 auch Erdgas. Beide machten 2004 zusammen 81 % der Exporte aus. Weitere Ausfuhrgüter sind Fisch, Metalle und Textilien; eingeführt werden besonders Maschinen, Fahrzeuge, Industriegüter und Lebensmittel. Seit Beginn der Ölexporte ist die Handelsbilanz positiv.
„Omanisierung“ bezeichnet die Ersetzung ausländischer Arbeitskräfte durch omanische Staatsbürger. Seit 1988 gelten Beschäftigungsquoten: im Staatsdienst mindestens 72 %, bei Transport, Lagerung und Telekommunikation 60 %, im Finanz- und Immobilienbereich 45 %, in der Industrie 35 %, im Hotel- und Gaststättengewerbe 30 %, im Handel 20 % und bei freiberuflichen Tätigkeiten 15 %. 2008 waren etwa 85,2 % der Beschäftigten im Staatsdienst Omaner; in der Privatwirtschaft lag ihr Anteil bei 18,5 %. Gering qualifizierte Stellen blieben häufig mit Gastarbeitern besetzt.
Nur etwa 5 % der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Angebaut werden unter anderem Datteln, Zitronen, Bananen, Tomaten, Weizen und Kaffee. Die Batina-Ebene ist das wichtigste Agrargebiet. Fischerei und Viehzucht ergänzen die Landwirtschaft. Der Tourismus wird staatlich gefördert; das Großprojekt „Al Madina A’Zarqa“ scheiterte jedoch trotz späterer Wiederaufnahme an fehlenden Investitionen.
Verkehr, Versorgung und Kultur
Oman verfügt über etwa 60.000 km Straßen, darunter rund 2000 km Autobahnen. Fast alle Orte sind auf asphaltierten Straßen erreichbar. Viele Menschen benutzen private Autos; Überlandbusse verlieren dadurch an Bedeutung. Für 2013 wurden jährlich ungefähr 8000 Verkehrsunfälle mit rund 1000 Todesopfern genannt.
Ein reguläres Eisenbahnnetz existiert nicht. Ein 2014 geplantes, 2135 km langes Netz wurde 2016 wegen niedriger Staatseinnahmen auf Eis gelegt. 2022 vereinbarten Etihad Rail und Oman Rail jedoch den Bau einer 303 km langen Verbindung zwischen dem Hafen Suhar und Al-Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Öl und Gas werden über ungefähr 7000 km Pipelines transportiert. Wichtige Häfen sind Mina al-Fahal, Mina Sultan Qaboos und Raysut.
Oman besitzt vier internationale Flughäfen: Maskat, Salala, Suhar und Duqm. Hinzu kommt der Regionalflughafen Chasab. Oman Air ist die staatliche Fluggesellschaft; SalamAir wurde 2016 als Billigfluggesellschaft gegründet. 2020 nutzten 95 % der Bevölkerung das Internet. Der Elektrifizierungsgrad lag 2019 bei 99 %, in Städten bei 100 % und auf dem Land bei 92 %.
Nationalfeiertag ist seit 2025 der 20. November, der an die Machtübernahme der Bū-Saʿīd-Dynastie 1744 erinnert. In Maskat befindet sich das Royal Opera House Muscat. Cricket gehört besonders wegen der Einwanderung aus Südasien zu den beliebtesten Sportarten. Die Nationalmannschaft qualifizierte sich für die T20 World Cups 2016, 2021, 2024 und 2026. Oman war 2021 gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten Gastgeber des T20 World Cup.