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Straße des 17. Juni

Ihr Name erinnert an den Volksaufstand in der DDR im Jahr 1953. B2 · B5 Straße des 17. Juni. Wappen Straße in Berlin. Blick auf die Straße des 17. Juni vom …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Verlauf
  2. 2. Entstehung, Umbau und Namensgebung
  3. 3. Straßenraum und Ausstattung
  4. 4. Nutzung für Ereignisse und Veranstaltungen

Überblick und Verlauf

Die Straße des 17. Juni ist eine 3580 m lange Berliner Hauptstraße und Teil der großen Ost-West-Achse von der Frankfurter Allee zum Theodor-Heuss-Platz. Sie gehört zu den Bundesstraßen B 2 und B 5, liegt in den Ortsteilen Tiergarten und Charlottenburg und erinnert mit ihrem Namen an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953.

Sie beginnt am Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor als Fortsetzung von Unter den Linden. Die Straße führt durch den Großen Tiergarten, wird vom Großen Stern mit der Siegessäule unterbrochen und überquert auf der Charlottenburger Brücke den Landwehrkanal. Im Ortsteil Charlottenburg flankiert das Charlottenburger Tor die Straße als Gegenstück zum Brandenburger Tor. Danach verläuft sie am Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung vorbei, durch den Hauptcampus der Technischen Universität und endet am Ernst-Reuter-Platz.

Entstehung, Umbau und Namensgebung

Der Straßenzug entstand 1697 auf Veranlassung von Kurfürst Friedrich III. als Verbindung zwischen seinem Stadtschloss und dem von ihm errichteten Schloss Lietzenburg. Nach dem Tod Sophie Charlottes von Hannover im Jahr 1705 wurde dieses Schloss in Schloss Charlottenburg umbenannt. Die Straße hieß daraufhin Charlottenburger Chaussee; der übrige Abschnitt trug aus Charlottenburger Sicht den Namen Berliner Straße. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Strecke vom Brandenburger Tor bis zum Schloss Charlottenburg zu einer breiten Allee ausgebaut.

Ab 1820 fuhren hier Simon Kremsers erste Berliner Pferdeomnibusse. Es folgten 1865 die erste Berliner Pferdestraßenbahn und von 1897 bis 1902 elektrische Straßenbahnen mit Akkubetrieb.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Straße für die Planungen zur „Welthauptstadt Germania“ stark umgestaltet. Sie erhielt 1935 den offiziellen Namen Ost-West-Achse und wurde auf bis zu 45 m Breite erweitert, im Bereich des Großen Sterns auf 85 m. Die Straßenbahnstrecke, die seit 1865 durch den Tiergarten nach Charlottenburg geführt hatte, wurde 1934 aufgegeben. Das Charlottenburger Tor wurde 1937/1938 auseinandergerückt; 1938 setzte man die Siegessäule vom damaligen Königsplatz, dem heutigen Platz der Republik, in den Großen Stern um. Sie bildet seitdem das weithin sichtbare Zentrum der Straße.

Im Sommer 1945 errichtete die Rote Armee nahe dem Brandenburger Tor das Sowjetische Ehrenmal. Der Berliner Senat beschloss am 22. Juni 1953 die heutige Benennung zum Gedenken an den Volksaufstand. Das Datum 17. Juni war bis 1990 Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland. Am 3. November 1953 wurde der Name auch auf das Charlottenburger Teilstück vom S-Bahnhof Tiergarten bis zum Ernst-Reuter-Platz ausgedehnt. Ein 1961 errichtetes Mauerdenkmal mit den Inschriften „Den Opfern der roten Diktatur“ und „Eure Freiheit ist unser Auftrag“ wurde 2019 abgetragen. Seit dem 19. Mai 1989 steht nahe dem Brandenburger Tor Gerhard Marcks’ Bronzeskulptur Der Rufer mit dem Spruch „Ich gehe durch die Welt und rufe Friede Friede Friede“ als politisch bezogenes Zeichen für Meinungsfreiheit.

Straßenraum und Ausstattung

Die Straße besitzt in beiden Richtungen jeweils drei Fahrstreifen, teilweise vier. Die beiden Richtungsfahrbahnen trennt ein baulicher Mittelstreifen. Am Großen Stern gibt es bis zu sechs Fahrstreifen und einen breiten Seitenstreifen.

Parkplätze liegen auf Mittelstreifen und am Fahrbahnrand. Sie werden von vielen Tiergartenbesuchern kostenfrei genutzt, anders als Parkmöglichkeiten in innenstädtischen Bereichen mit Parkraumbewirtschaftung. Die heutige, inzwischen denkmalgeschützte Gestaltung mit den typischen Straßenlaternen wurde in wesentlichen Zügen von Albert Speer mitgestaltet. Nach Westen setzt sich der einheitliche Straßenzug als Bismarckstraße bis zum Sophie-Charlotte-Platz und als Kaiserdamm bis zum Theodor-Heuss-Platz fort. Von der außerhalb des Tiergartens vorgesehenen Bebauung wurde nur das heutige Ernst-Reuter-Haus verwirklicht, der Sitz des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung.

Nutzung für Ereignisse und Veranstaltungen

Die Straße war mehrfach Schauplatz besonderer Nutzungen. In den 1920er Jahren erprobte der jugendliche Wernher von Braun dort einen selbstgebauten Raketenwagen. Gegen Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie zeitweise als Flugpiste, weil die Bäume im Tiergarten abgeholzt waren. Der Kontrollpunkt lag auf der Spitze der Siegessäule. Hanna Reitsch nutzte die Allee in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945 als Startbahn, um das von der Roten Armee eingeschlossene Berlin zu verlassen.

Seit der Nachkriegszeit finden häufig Großveranstaltungen statt: bis 1989 Truppenparaden der alliierten Westmächte, 1996 bis 2003 sowie 2006 die Loveparade, im Juli 2005 die Mini-Loveparade und am 2. Juli 2005 das Live-8-Konzert. Seit 2002 wird jährlich die Türkgünü, das türkisch-europäische Kulturfest Berlins, veranstaltet. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war die Straße sechs Wochen für den Autoverkehr gesperrt und als Fanmeile mit Großbildleinwänden eingerichtet. Den Abschluss bildete am 9. Juli 2006 die Feier der deutschen Nationalmannschaft, zu der angeblich rund eine Million Menschen kamen. Fanfeste wurden anschließend bei allen Europa- und Weltmeisterschaften wiederholt.

Am 21. September 2014 gingen für Hamish Fultons „Walking East – Walking West“ zwei Gruppen mit jeweils 400 Personen in langen Reihen aufeinander zu und aneinander vorbei; zwischen den Teilnehmenden lagen jeweils 50 cm Abstand. Nahe dem Brandenburger Tor wurden 2009/2010 feste Anlagen, etwa für Strom, geschaffen, um Freiluftveranstaltungen zu erleichtern. Jedes Wochenende findet zwischen S-Bahnhof Tiergarten und Charlottenburger Tor der Charlottenburger Flohmarkt statt, gegliedert in einen Trödelmarkt östlich und einen Kunsthandwerksmarkt westlich des Tores.

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