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Steppenwolf (Band)
Steppenwolf war eine US-amerikanisch-kanadische Hard-Rock-Band der späten 1960er und frühen 1970er Jahre. Ihre erfolgreichsten Lieder waren Born to Be Wild, …
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Überblick und Bedeutung
Steppenwolf war eine US-amerikanisch-kanadische Rockband, deren Musik dem Rock, Psychedelic Rock und Hard Rock zugeordnet wird. Besonders erfolgreich war sie in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren. Ihre bekanntesten Lieder sind Born to Be Wild, Magic Carpet Ride und The Pusher. Born to Be Wild wurde durch den Film Easy Rider weltweit bekannt und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Titel der Band.
Die ursprüngliche Besetzung bestand aus Sänger, Rhythmusgitarrist und Mundharmonikaspieler John Kay, Leadgitarrist Michael Monarch, Bassist Rushton Moreve, Keyboarder Goldy McJohn und Schlagzeuger Jerry Edmonton. Andere Quellen nennen jedoch Nick St. Nicholas anstelle von Moreve als Gründungsmitglied. Die Band war von 1968 bis 1972 und erneut von 1974 bis 1976 aktiv. Seit 1980 tritt John Kay mit wechselnden Musikern unter dem Namen John Kay and Steppenwolf auf.
Entstehung und weltweiter Durchbruch
Frontmann John Kay wurde als Joachim Fritz Krauledat am 12. April 1944 in Tilsit in Ostpreußen geboren. Nach der Flucht mit seiner Mutter nach Hannover wanderte die Familie 1958 nach Kanada aus. Die Fluchterfahrung verarbeitete Kay später im Lied Renegade auf dem Album Steppenwolf Seven.
Kays erste Band The Sparrow war eine experimentelle Folk-Gruppe, die zunächst in Toronto und später in San Francisco spielte, aber wenig Erfolg hatte. Kay stellte daraufhin mit Jerry Edmonton, Goldy McJohn, Michael Monarch und Rushton Moreve eine neue Gruppe zusammen. Der Name Steppenwolf bezog sich auf den gleichnamigen Roman von Hermann Hesse. Das Debütalbum Steppenwolf wurde 1968 innerhalb von nur vier Tagen aufgenommen.
Den entscheidenden Durchbruch brachte Born to Be Wild. Das Stück war von Dennis Edmonton, dem Bruder des Schlagzeugers, unter dem Künstlernamen Mars Bonfire geschrieben worden und erreichte Platz 2 der Billboard Hot 100. Im Roadmovie Easy Rider von 1969 begleitet es die Titelsequenz mit Motorrädern auf der Colorado-Brücke und der Route 66. Dadurch wurde Steppenwolf weltweit bekannt. Im selben Film ist auch The Pusher zu hören. Das ursprünglich von Hoyt Axton stammende Lied richtet sich gegen profitorientierten Drogenhandel, verteidigt aber das individuelle Recht auf Drogenkonsum.
John Kay prägte bei Auftritten das Bild eines grimmigen Rockers und Außenseiters in schwarzem Leder und dunkler Sonnenbrille. Die Brille trug er allerdings wegen einer angeborenen Achromatopsie, einer vollständigen Farbenblindheit. Seine Sehstärke wird mit 21 % angegeben; er gilt rechtlich als blind und darf keinen Führerschein erwerben.
Erfolge, Trennungen und Neuanfang
Neben Born to Be Wild gelangen Steppenwolf weitere große Erfolge: Magic Carpet Ride erreichte Platz 3 in den USA, Rock Me Platz 10, Hey Lawdy Mama Platz 35 und Monster Platz 39. Monster kritisierte die Vereinigten Staaten während der Präsidentschaft Richard Nixons.
Nach turbulenten Jahren und zahlreichen Umbesetzungen trennte sich die Band 1972. John Kay begann eine Solokarriere und veröffentlichte Forgotten Songs And Unsung Heroes (1972) sowie My Sportin' Life (1973). 1974 kamen die Gründungsmitglieder Kay, Jerry Edmonton und Goldy McJohn mit Bassist George Biondo und Leadgitarrist Bobby Cochran erneut zusammen. In Kays Privatstudio Sound Factory nahmen sie das Album Slow Flux auf. Dessen erfolgreichste Single Straight Shootin’ Woman erreichte Platz 29 in den USA und Platz 5 in Kanada.
Zwischen 1974 und 1976 entstanden drei weitere Studioalben, danach löste sich die Band erneut auf. Nachdem verschiedene ehemalige Mitglieder den Namen Steppenwolf für eigene Projekte verwendet hatten, sicherte sich John Kay die Namensrechte. Seitdem tritt die Gruppe als John Kay and Steppenwolf auf. Die Anhängerschaft nennt sich Wolf Pack, also „Wolfsrudel“. Im Jahr 2002 lud Hermann Hesses Geburtsstadt Calw John Kay zum Internationalen Hermann-Hesse-Festival ein.
Alben und Singles
Das Debütalbum Steppenwolf erschien am 29. Januar 1968 und erreichte Platz 6 in den USA sowie Platz 1 in Kanada. Noch erfolgreicher in den US-Charts war The Second aus demselben Jahr mit Platz 3. Es folgten At Your Birthday Party (1969, US-Platz 7), Monster (1969, US-Platz 17), Steppenwolf 7 (1970, US-Platz 19) und For Ladies Only (1971, US-Platz 54). Aus der zweiten Bandphase stammen Slow Flux (1974), Hour of the Wolf (1975) und Skullduggery (1976). Unter dem Namen John Kay & Steppenwolf erschienen später Wolf Tracks (1982), Paradox (1984), Rock & Roll Rebels (1987), Rise & Shine (1990) und Feed The Fire (1996).
Zu den Livealben zählen Early Steppenwolf von 1969, das noch 1967 als The Sparrow aufgenommen worden war, sowie Steppenwolf Live von 1970. Steppenwolf Live erreichte Platz 7 in den USA, Platz 6 in Kanada und Platz 15 im Vereinigten Königreich. Spätere Liveveröffentlichungen waren Live In London (1981), Live At 25 (1995) und Live In Louisville (2004). Bedeutende Kompilationen sind Gold: Their Great Hits (1971), Rest In Peace (1972), 16 Greatest Hits (1973) und 20th Century Masters – The Best of Steppenwolf (1999).
Born to Be Wild erschien im Mai 1968 und erreichte Platz 2 in den USA, Platz 1 in Kanada, Platz 20 in Deutschland und Österreich sowie Platz 30 im Vereinigten Königreich. Magic Carpet Ride folgte am 30. August 1968 und kam auf Platz 3 in den USA, Platz 1 in Kanada, Platz 11 in Deutschland und Platz 12 in Österreich. Weitere erfolgreiche Singles waren Rock Me, Move Over, Monster, Hey Lawdy Mama und Straight Shootin’ Woman. Eine Wiederveröffentlichung von Born to Be Wild erreichte 1999 Platz 18 im Vereinigten Königreich.
Verkaufs-Auszeichnungen und Dokumentarfilm
Die aufgeführten Auszeichnungen ergeben insgesamt eine Silberne Schallplatte, zwölf Goldene Schallplatten und sechs Platin-Schallplatten. In den Vereinigten Staaten erhielt die Band neun Gold- und eine Platinauszeichnung; die damit angegebenen Verkäufe betragen 5.500.000. Für Deutschland sind 300.000 Verkäufe, für das Vereinigte Königreich 600.000, für Neuseeland 90.000, für Spanien 60.000, für Dänemark 45.000 und für Italien 25.000 verzeichnet.
Born to Be Wild erhielt 2022 in Dänemark und bereits 2018 in Italien Gold. In Spanien wurde die Single 2024 mit Platin ausgezeichnet, in Neuseeland 2025 mit Doppelplatin. Magic Carpet Ride erhielt 2024 in Neuseeland Platin.
Die Lieder Born to Be Wild, The Pusher und Magic Carpet Ride wurden in zahlreichen Film-Soundtracks verwendet. 2024 erschien außerdem der 97-minütige deutsch-kanadische Dokumentarfilm Born to Be Wild – Eine Band namens Steppenwolf. Regie und Drehbuch stammen von Oliver Schwehm.