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Spinnentiere als Lebensmittel
Der Verzehr von Spinnentieren wird fachsprachlich (in der Biologie, der Anthropologie und Kulturwissenschaft) als Arachnophagie bezeichnet, synchron zum Begriff …
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Begriff und Bedeutung
Bestimmte Spinnentiere werden weltweit als Lebensmittel genutzt. Sie werden entweder vollständig gegessen oder als Zutat in verarbeiteten Produkten verwendet, beispielsweise in Milbenkäse. Zu den Spinnentieren (Arachnida) gehören unter anderem Spinnen, Skorpione und Milben einschließlich der Zecken.
Der Verzehr von Spinnentieren heißt in der Biologie, Anthropologie und Kulturwissenschaft Arachnophagie. Der entsprechende Fachbegriff für den Verzehr von Insekten lautet Entomophagie.
Essbare Spinnen
Rund 15 Spinnenarten sind als essbar beschrieben. Dazu gehören vor allem Seidenspinnen der Gattung Nephila und Vogelspinnen aus der Familie Theraphosidae. Die aufgeführten Arten zählen zur Ordnung der Webspinnen (Araneae); bei vielen wird die ausgewachsene Form, die Adultform, gegessen.
Essbare Seidenspinnen sind unter anderem Nephila inaurata und Nephila madagascariensis aus Madagaskar sowie die Essbare Goldene Seidenspinne Nephila edulis, auch Araneus edulis genannt, aus Neukaledonien und Neuguinea. Als weitere Beispiele werden Nephila antipodiana und Nephila pilipes aus Thailand sowie Nephila clavata aus Indien genannt.
Zu den verzehrten Vogelspinnen gehören Holothele waikoshiemi und die Goliath-Vogelspinne Theraphosa blondi aus Venezuela. In Südostasien werden außerdem die Gestreifte Thai-Vogelspinne Cyriopagopus albostriatus, auch Haplopelma albostriatum genannt, in Kambodscha und die Schwarze Thai-Vogelspinne Cyriopagopus minax in Thailand genutzt. Auch die Warmhaus-Riesenkrabbenspinne Heteropoda venatoria wird in Venezuela als Lebensmittel verwendet. Gebratene Spinnen werden beispielsweise auf einem Markt in Skuon in Kambodscha angeboten.
Skorpione als Nahrung
Gebratene Skorpione werden traditionell in der chinesischen Provinz Shandong verzehrt. Auch in Vietnam und Thailand dienen Skorpione als Lebensmittel. Auf Märkten, beispielsweise in Beijing, werden sie unter anderem frittiert verkauft.
Milben in der Käseherstellung
Milbenkäse ist eine in Deutschland hergestellte Käsespezialität. Bei seiner Produktion werden statt der normalerweise verwendeten Milchsäurebakterien Käsemilben der Art Tyrophagus casei eingesetzt. Ihre Enzyme bewirken die Reifung des Käses; die Milben werden zusammen mit dem Käse gegessen.
Eine ähnliche Tradition besteht in Frankreich beim Hartkäse Mimolette. Für dessen Herstellung werden Mehlmilben der Art Acarus siro verwendet.
Milben können in höherer Konzentration allergische Reaktionen auslösen. Deshalb wird Milbenkäse von Behörden teilweise nicht zugelassen.
Übliche Verarbeitung
Spinnentiere werden für den Verzehr typischerweise erhitzt und entbeint. In bestimmten Fällen werden sie außerdem getrocknet und vermahlen. Dadurch können sie entweder im Ganzen gegessen oder als Bestandteil verarbeiteter Lebensmittel genutzt werden.