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Ordnung (Biologie)
Die Ordnung (lateinisch ordo) ist eine Rangstufe der biologischen Systematik. Sie dient zur Einteilung und Benennung der Lebewesen (Taxonomie).
Inhalt5 Abschnitte
Grundbegriff und Stellung
Die Ordnung ist eine Rangstufe der biologischen Systematik, also der Einteilung und Benennung von Lebewesen in der Taxonomie. Sie steht bei den Hauptstufen zwischen Klasse und Familie. Direkt oberhalb kann eine Überordnung (superordo) stehen, direkt unterhalb eine Unterordnung (subordo) oder Teilordnung (infraordo).
Die genaue Verwendung und Benennung von Ordnungen hängt vom jeweiligen Regelwerk ab, zum Beispiel in Botanik, Mykologie, Zoologie oder Virologie.
Pflanzen und Algen
In der Botanik werden wissenschaftliche Namen von Ordnungen von der Gattung der Typusart abgeleitet. Sie enden auf -ales, zum Beispiel Asterales, abgeleitet von Aster. Diese Endung wurde 1833 von John Lindley eingeführt und 1862 durch George Bentham und William Jackson Hooker etabliert.
Bei Carl von Linné und Antoine-Laurent de Jussieu bezeichnete die Ordnung noch eine Rangstufe oberhalb der Gattung und entsprach eher der heutigen Familie. Nachdem sich die Familie als Rangstufe eingebürgert hatte, wurde die Ordnung als nächsthöhere Rangstufe übernommen.
Frühere alternative Rangstufenbezeichnungen wie nixus, cohors, alliance oder der von Adolf Engler eingeführte Begriff „Reihe“ wurden später zugunsten der Ordnung aufgegeben. Taxa, die mit solchen Begriffen beschrieben wurden, gelten aber als gültige Ordnungen.
Pilze
In der Mykologie, also der Taxonomie der Pilze, wird für Ordnungen wie in der Botanik die Endung -ales verwendet. Ein festes besonderes Kriterium dafür, wann eine Gruppe den Rang einer Ordnung erhält, ist nicht definiert.
Pilzordnungen werden meist anhand grundlegender gemeinsamer morphologischer Merkmale abgegrenzt. Morphologische Merkmale sind erkennbare Merkmale des Körperbaus oder der Gestalt. In jüngerer Zeit ist die Abgrenzung über gemeinsame genetische Marker wichtig geworden; diese Methode gehört zur Phylogenomik, also zur Untersuchung evolutionärer Verwandtschaft mithilfe vieler genetischer Daten.
Fossile Formen spielen bei Pilzen im Gegensatz zu Pflanzen oder Tieren keine bedeutende Rolle. Genetisch abgrenzbare Kladen, also Abstammungsgruppen, sollten statistisch ausreichend abgesichert sein, damit die Namensverwendung stabil bleibt. Ordnungen sollten außerdem evolutionär alte Linien mit hoher Divergenzzeit sein, bestimmt nach der Methode der molekularen Uhr. Dann können auch monotypische Ordnungen gerechtfertigt sein, also Ordnungen, die nur eine einzige Familie enthalten. Bei Pilzen ist die Ordnung oft die wichtigste Darstellungsebene.
Tiere
In der Zoologie gelten die Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur (ICZN). Die Ordnung steht auch hier zwischen Klasse und Familie.
Höhere Taxa von der Unterordnung aufwärts werden durch diese Konvention nicht abgedeckt. Direkt über der Familie kann außerdem die Überfamilie stehen, lateinisch superfamilia.
Viren
In der Virologie gelten die Regeln des International Code of Virus Classification and Nomenclature. Der Artikelabschnitt ist mit Stand April 2020 als überarbeitungsbedürftig markiert.
Nach dem dort genannten Stand ist von den genannten Unterteilungen nur die Unterordnung zulässig. Die Namensendungen lauten -virales für Ordnungen und -virineae für Unterordnungen.