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Schengen
Auf 200 Quadratmetern erfährt der Besucher alles Wissenswerte über die Geschichte und Bedeutung des Schengener Abkommens. Historische Fotos, Film- und …
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Überblick und Lage
Schengen ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Remich. Sie ist vor allem als Namensgeberin der Schengener Abkommen international bekannt. Am 1. Januar 2025 hatte die Gemeinde 5215 Einwohner. Ihre Fläche beträgt 10,6 km², die Bevölkerungsdichte 490,6 Einwohner je km².
Die Gemeinde liegt im Südosten Luxemburgs an der Mosel und unmittelbar am Dreiländereck von Luxemburg, Deutschland und Frankreich. Dieses Dreiländereck bildet keinen einzelnen Punkt, weil die Mosel zwischen Deutschland und Luxemburg ein gemeinsam verwaltetes Kondominium ist. Auf der anderen Moselseite liegt die deutsche Gemeinde Perl, südlich davon die französische Gemeinde Apach. Schengen und Perl sind durch die alte Moselbrücke verbunden. Nördlich davon verbindet das Viadukt von Schengen als Autobahnbrücke Luxemburg und Deutschland.
Zur Gemeinde gehören Bech-Kleinmacher, Bürmeringen, Elvingen, Emeringen, Remerschen, Schengen, Schwebsingen, Wellenstein und Wintringen. Das Rathaus befindet sich in Remerschen. Die Ortschaft Schengen selbst ist ein kleines Winzerdorf an der Mosel.
Die frühere Gemeinde Remerschen bestand zunächst aus Remerschen, Schengen und Wintringen. Am 3. September 2006 wurde sie wegen der internationalen Bekanntheit des dort 1985 unterzeichneten Abkommens in Schengen umbenannt.
Politik und kommunale Zusammenarbeit
Bürgermeister ist Michel Gloden von der Bürgerliste Aer Ekipp (AE). Die Gemeinde wird von Aer Ekipp regiert, die im Gemeinderat über die absolute Mehrheit verfügt.
Bei der Kommunalwahl im Juni 2023 wechselte Schengen erstmals von der Majorzwahl zur Proporzwahl. Grund war, dass die Gemeinde die Schwelle von 3000 Einwohnern überschritten hatte. Beide angetretenen Bürgerlisten zogen in den Gemeinderat ein: Aer Ekipp erhielt 66,61 % der Stimmen und 7 der insgesamt 11 Sitze; Besser Zesummen (BZ) erreichte 33,39 % und 4 Sitze.
Schengen ist Mitglied der Kommunalverbände Am Haff, SESE, SIAER, SICEC, SIGI, SIGRE und SYVICOL. Partnergemeinde ist Ischgl in Österreich.
Bedeutung für das Schengener Abkommen
Schengen wurde zum Sinnbild für einen europäischen Raum ohne Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen. Am 14. Juni 1985 unterzeichneten fünf EU-Mitgliedstaaten auf dem bei Schengen ankernden Fahrgastschiff MS Princesse Marie-Astrid das Schengener Übereinkommen. Es sah den Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen sowie die Einführung des freien Personen- und Warenverkehrs vor.
Das Schengener Abkommen und weitere Vereinbarungen zu seiner Durchführung bilden den sogenannten Schengen-Besitzstand. Das Abkommen trat am 26. März 1995 in Kraft. Es gilt – ebenso wie die Einführung der gemeinsamen Währung Euro am 1. Januar 1999 – als Meilenstein des europäischen Einigungsprozesses.
Am Moselufer erinnern ein Europadenkmal und das Europäische Museum an die Unterzeichnung. Vor dem Europäischen Informationszentrum Centre Européen wurde am 8. Februar 2010 außerdem ein Stück der Berliner Mauer aufgestellt. Das Europäische Museum wurde am 13. Juni 2010 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Abkommens eröffnet. Auf 200 Quadratmetern vermittelt es mit historischen Fotos, Film- und Tonaufnahmen sowie Aussagen damals Beteiligter die Geschichte und Bedeutung des Abkommens. Auch das unterzeichnete Übereinkommen von 1985 wird gezeigt.
Ein Kernstück des Museums ist eine interaktive Kartenanimation. Sie veranschaulicht, wie sich seit 1815 die Grenzen und die damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse in Europa verändert haben. Zudem informiert sie über die Grenzgeschichte der Schengen-Staaten und weiterer EU-Staaten, die dem Schengen-Raum noch nicht beigetreten sind. Dadurch wird auch der Unterschied zwischen der Europäischen Union und dem Schengen-Raum erklärt.
Sehenswürdigkeiten und Weinbau
Zu den Wahrzeichen des Ortes gehören die Erlöserkirche und das Schloss Schengen. Das Schloss geht auf eine Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert zurück. Sein rekonstruierter Barockgarten gehört zum Ensemble der „Gärten ohne Grenzen“.
Das Schloss diente zuletzt als Ferien- und Kinderheim der klösterlichen Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth. Die Kongregation verpachtete es; anschließend wurde es zu einem Hotel umgebaut. Dieses eröffnete im Frühjahr 2010 und schloss im Sommer 2014 wieder. Im Jahr 2016 wurde das Schloss an das Unternehmen Regus verkauft. Das nach einem früheren Besitzer benannte Kochhaus entstand 1779.
Von Schengen aus verläuft die „Luxemburgische Weinstraße“ entlang der Mosel nach Nordosten bis zur Mündung der Sauer bei Wasserbillig. Das gegenüberliegende deutsche Weinanbaugebiet heißt „Südliche Weinmosel“ und gehört zur Weinbauregion Mosel-Saar-Ruwer.
Nach dem Urteil von Historikern zeigt ein von Goethe angefertigtes Aquarell einen in Sierck aufgestellten Freiheitsbaum vor dem Hintergrund des Schengener Strombergs.