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Südpazifik
Die Grenzziehung im Süden zum Südpolarmeer wird geografisch weitgehend übereinstimmend ab dem 50. Breitengrad gewählt, meteorologisch-nautisch südlich …
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Begriff und räumliche Einordnung
Der Südpazifik, auch Südsee genannt, bezeichnet die südwestliche Inselwelt des Pazifischen Ozeans südlich des Äquators. Seine Grenzen sind geografisch nicht eindeutig abgrenzbar und nicht offiziell festgelegt. Die Bezeichnungen Südpazifik, Ozeanien, Austronesien und das in Deutschland oft synonym verwendete Wort Südsee überschneiden sich deshalb, meinen aber nicht immer genau dasselbe.
Zum Südpazifik zählt jedenfalls Polynesien, jedoch ohne die weit nördlich des Äquators gelegenen Hawaii-Inseln. Meist werden auch Melanesien und zumindest die südlichen Teile Mikronesiens einbezogen. Häufig gehören Neuseeland sowie die weit im Osten gelegenen Pitcairn-, Oster- und Juan-Fernández-Inseln dazu. Seltener wird auch die gesamte Westküste Südamerikas gerechnet. Australien und Neuguinea gehören dagegen nicht zum Südpazifik.
Die Bezeichnung Südsee ist enger gefasst: Sie dient eher als Sammelbezeichnung für die kleinen Inselstaaten und -territorien der Region. Diese arbeiten politisch, kulturell und wirtschaftlich vielfach zusammen, auch weil sie klein sind. Beispiele dafür sind die University of the South Pacific (USP), die South Pacific Applied Geoscience Commission (SOPAC) und die South Pacific Tourism Organisation (SPTO).
Meeresräume, Größe und meteorologische Gliederung
Je nach Thema werden einige angrenzende Meeresgebiete unterschiedlich zugeordnet. Dazu zählen die Salomonensee sowie das Meer zwischen Australien und Neuguinea: Korallenmeer, Golf von Papua, Arafurasee und Golf von Carpentaria. Auch die Zugehörigkeit der Tasmansee zwischen Australien und Neuseeland schwankt.
Die südliche Grenze zum Südpolarmeer wird geografisch meist ab dem 50. Breitengrad gezogen. Meteorologisch und nautisch liegt sie südlich der antarktischen Konvergenz, also einer Zone, in der Wassermassen unterschiedlicher Eigenschaften aufeinandertreffen. In der Tiefe wird der Südpazifische Rücken als Grenze genannt. Die Internationale Hydrografische Organisation (IHO) legte im Jahr 2000 den 60. Breitengrad offiziell als Nordgrenze des Südlichen Ozeans fest.
Die Inseln der Region liegen zu beiden Seiten der Datumsgrenze und sind über viele Millionen Quadratkilometer Meeresfläche verstreut. Ihre gesamte Landfläche ist dagegen verschwindend gering. Die Einwohnerzahl aller Staaten und Territorien ohne Neuseeland erreicht kaum eine Million.
In der Meteorologie wird der Südpazifik in Südwestpazifik und Südostpazifik gegliedert. Der Südwestpazifik liegt südlich des Äquators zwischen Neuseeland und dem 120. Längengrad. Er umfasst die gesamte Inselwelt der Südsee und das weiter südlich gelegene Südpazifische Becken. Der Südostpazifik reicht von dort bis zur Küste Südamerikas. Er besteht fast nur aus insellosen Gebieten und umfasst die untermeerische Schwelle Galapagosinseln–Südwestpazifisches Plateau, auch Ostpazifische Schwelle genannt, sowie das Peru-Chile-Becken.
Europäische Vorstellungen und Entdeckungsreisen
Bis ins 18. Jahrhundert nahmen europäische Gelehrte an, dass auf der Südhalbkugel ein geheimnisvoller Kontinent namens Terra Australis liege. Dieser vermutete Südkontinent wurde unter anderem im Südpazifik gesucht.
Vor allem die Seereisen von James Cook zeigten, dass ein solcher Kontinent nicht existiert. Ausgenommen waren das weiter südlich gelegene Antarktika und das weiter westlich gelegene Australien. Auch danach vermutete man im Südpazifik noch Phantominseln und Untiefen. Bei einem Teil von ihnen ist die Frage ihrer Existenz bis heute nicht abschließend geklärt.
Koralle als Klimaarchiv
Eine Koralle kann als Klimaarchiv untersucht werden, weil sie Informationen über frühere Umweltbedingungen bewahrt. Eine 2024 analysierte Koralle zeigte, dass die Meeresoberflächentemperatur am Fidschi-Archipel derzeit so hoch ist wie zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen 653 Jahren.