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Südhalbkugel
Die Südhalbkugel oder Südhemisphäre ist die südlich des Äquators gelegene Hälfte der Erde und so das Gegenstück zur Nordhalbkugel. Sie wird auch südliche …
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Definition und geografische Kennzeichen
Die Südhalbkugel, auch Südhemisphäre, ist die südlich des Äquators gelegene Hälfte der Erde und das Gegenstück zur Nordhalbkugel. Geografische Breiten auf dieser Halbkugel werden mit dem Buchstaben S oder einem negativen Vorzeichen gekennzeichnet.
Ihre Oberfläche besteht zu etwa 19 % aus Land und zu etwa 81 % aus Wasser. Damit besitzt sie wesentlich mehr Wasser- als Landfläche und auch eine größere Wasserfläche als die Nordhalbkugel, allerdings weniger als die sogenannte Wasserhemisphäre.
Zu ihren wichtigsten Landmassen gehören die Antarktika und Australien, der kleinste Kontinent der Erde. Hinzu kommen der Großteil Südamerikas, ein kleinerer Teil Afrikas und der größte Teil des Malaiischen Archipels. Die beherrschenden Meeresgebiete sind der Südliche Ozean, jeweils rund die Hälfte des Pazifischen und Atlantischen Ozeans sowie der Großteil des Indischen Ozeans.
Wetter und Südpolargebiet
Die Corioliskraft beeinflusst die Bewegungsrichtung großräumiger Luftströmungen. Nach dem barischen Windgesetz drehen sich Tiefdruckgebiete und damit beispielsweise auch Hurrikane auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn.
Im Zentrum des Südpolargebiets befindet sich der geografische Südpol. Er ist der südliche Schnittpunkt der Erdachse mit der Erdoberfläche. Der südliche Magnetpol, an dem sich das Erdmagnetfeld orientiert, liegt zurzeit knapp außerhalb des südlichen Polarkreises im Meer. Das Polarlicht der Südhalbkugel heißt Aurora australis.
Bevölkerung, Sprachen und Ballungsräume
Auf der Südhalbkugel leben derzeit etwa 10 % der Weltbevölkerung. Die am häufigsten gesprochene Sprache ist Portugiesisch, gefolgt von Spanisch und Javanesisch.
Die bevölkerungsreichsten Länder der Südhalbkugel sind Indonesien und Brasilien. In Indonesien liegen vor allem die Insel Java – mit Abstand die bevölkerungsreichste Insel der Südhalbkugel – und der südliche Teil Sumatras auf dieser Erdhalbkugel. Auf Indonesien und Brasilien folgen Tansania, Südafrika, Kenia, Argentinien, Angola und Peru.
Die größten Metropolregionen der Südhalbkugel sind nach dem Stand von 2025:
• Jakarta: 36,9 Millionen Einwohner • São Paulo: 21,7 Millionen • Buenos Aires: 15,9 Millionen • Johannesburg–Pretoria: 15,0 Millionen • Kinshasa–Brazzaville: 13,0 Millionen • Rio de Janeiro: 12,5 Millionen • Luanda: 11,9 Millionen • Lima: 10,9 Millionen
Jahreszeiten und Sonnenlauf
Die Jahreszeiten sind auf der Südhalbkugel gegenüber der Nordhalbkugel um ein halbes Jahr verschoben: Herrscht im Süden Winter, ist im Norden Sommer. Die vier astronomischen Jahreszeiten beginnen und enden an Äquinoktien, den Tagundnachtgleichen, und Solstitien, den Sonnenwenden. Diese vom Umlauf der Erde um die Sonne bestimmten Zeitpunkte gelten auf der gesamten Erde gleichzeitig. Passiert die Erde den Frühlingspunkt, beginnt daher auf der Nordhalbkugel der Frühling und zur selben Zeit auf der Südhalbkugel der Herbst.
Am Äquator und in den angrenzenden Tropen zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis kann die Sonne im Verlauf eines Jahres ihren höchsten Stand im Zenit erreichen, also senkrecht über einem Standort stehen. In den höheren Breiten der gemäßigten und polaren Gebiete geschieht dies nie. Jenseits der Wendekreise steht die Mittagssonne auf der Nordhalbkugel im Süden, auf der Südhalbkugel dagegen im Norden.
Durch die Erdrotation geht die Sonne überall auf der Erde im Osten auf und im Westen unter. Entsprechendes gilt für Aufgang und Untergang des Mondes sowie für seine Kulmination, also seinen höchsten Stand am Himmel.
Mond und südlicher Sternhimmel
Die Lichtgestalt und die jeweilige Phase des Mondes sind auf beiden Erdhalbkugeln grundsätzlich gleich. Auf den Horizont bezogen erscheint die Gestalt jedoch umgekehrt: Der Vollmond sieht gleich aus, aber die Figuren der zunehmenden und abnehmenden Mondsichel wirken auf der Südhalbkugel gegenüber dem Anblick auf der Nordhalbkugel spiegelverkehrt.
Durch die Projektion des Erdäquators auf die gedachte Himmelskugel entsteht der Himmelsäquator. Er trennt den Südlichen vom Nördlichen Sternhimmel. Die Erdachse bildet zugleich die Achse, um die sich der Sternenhimmel scheinbar dreht. Sie durchstößt die Himmelskugel im Norden gegenwärtig nahe dem Polarstern und im Süden im Sternbild Oktant. Zur Orientierung am südlichen Himmel dient traditionell das Kreuz des Südens.