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Rube-Goldberg-Maschine
Eine Rube-Goldberg-Maschine ist eine Nonsens-Maschine, die eine bestimmte Aufgabe absichtlich in zahlreichen unnötigen und komplizierten Einzelschritten …
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Begriff und Zweck
Eine Rube-Goldberg-Maschine ist eine Nonsens-Maschine: Sie erledigt eine bestimmte Aufgabe absichtlich durch zahlreiche unnötige und komplizierte Einzelschritte. Praktischen Nutzen hat diese Umständlichkeit nicht; sie soll beim Beobachten Vergnügen bereiten. Rube-Goldberg-Maschinen gehören daher zu den physikalischen Spielzeugen.
Herkunft des Namens
Der Ausdruck geht auf den US-amerikanischen Cartoonisten Reuben „Rube“ L. Goldberg zurück. Er zeichnete Comics über Professor Lucifer Gorgonzola Butts, der unnötig komplizierte Maschinen konstruierte. Die Bezeichnung „Rube-Goldberg-Maschine“ ist erstmals 1931 schriftlich belegt.
Abgrenzung und verwandte Bezeichnungen
Anders als reine „Unsinns-Maschinen“ oder kinetische Kunst, etwa die Weltmaschine von Franz Gsellmann oder Maschinen von Jean Tinguely, erledigt eine Rube-Goldberg-Maschine konsequent eine konkrete Aufgabe – wenn auch äußerst umständlich. Ähnlich sind die Entwürfe des Briten Heath Robinson.
Im Deutschen heißen solche Geräte auch Was-passiert-dann-Maschinen oder Kettenreaktionsmaschinen. Vergleichbare Namen sind Heath Robinson Contraption im Vereinigten Königreich, mit Ursprung 1912, usine à gaz in Frankreich, Storm P Maskiner in Dänemark, Inventos del TBO in Spanien, Zihni Sinir Proceleri in der Türkei sowie „pythagoräische Geräte“ oder „Pythagoras-Schalter“ in Japan. „Usine à gaz“ kann auch ein komplexes Programm oder eine verwirrende Rechtslage bezeichnen.
Beispiele in Kunst und Medien
Das Prinzip wurde unter anderem in der Sesamstraße für Kinder vorgeführt und findet sich bei Chindōgu, hypothetisch nützlichen, aber unbrauchbaren Vehikeln der japanischen Kunst. In den Kinderbüchern von Paul Maar baut das Sams eine komplizierte „Knackwurstbringanlage“, damit Herr Taschenbier nicht aufstehen muss.
Bekannte Umsetzungen sind der Film Der Lauf der Dinge von Peter Fischli und David Weiss aus dem Jahr 1987, die Anfangssequenz von Zurück in die Zukunft (1985) mit einer Maschine zum Öffnen von Hundefutterdosen sowie der TV-Spot Cog für den Honda Accord, fertiggestellt 2003. Dessen etwa zweiminütige Folge sich aktivierender Autoteile wurde authentisch gedreht und besteht aus zwei Schnitten. Das Musikvideo This Too Shall Pass von OK Go wurde 2010 als monumentale Rube-Goldberg-Maschine inszeniert.
Auch Computerspiele griffen das Thema auf, besonders The Incredible Machine (Sierra, 1993) und Crazy Machines (FAKT/Pepper Games, 2004).