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Republik Südvietnam
Republik Südvietnam ; Errichtung, 8. Juni 1969 (provisorische Regierung) 30. April 1975 (Herrschaft über ganz Südvietnam) ; Vorgängergebilde · Republik Vietnam.
Inhalt4 Abschnitte
Überblick und staatliche Einordnung
Die Republik Südvietnam (vietnamesisch: Cộng Hòa Miền Nam Việt Nam) war ein Regime im Süden Vietnams. Ihre provisorische Regierung bestand seit dem 8. Juni 1969; nach der endgültigen militärischen Niederlage der mit den USA alliierten Armee der Republik Vietnam am 28. April 1975 übernahm sie die Herrschaft über ganz Südvietnam. Als organisatorischer Vorläufer gilt die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams (NLF). Die Übergangsregierung war teilweise international anerkannt und unter anderem an den Pariser Friedensgesprächen beteiligt.
Die Republik hatte Saigon als Hauptstadt, Vietnamesisch als Amtssprache und die Staats- und Regierungsform einer Republik. Ihr Staatsoberhaupt war Präsident Huỳnh Tấn Phát, Regierungschef Premierminister Nguyễn Hữu Thọ. Angegeben werden eine Fläche von 173.809 km², 19.370.000 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 111 Einwohnern pro km². Währung war der Đồng; die Zeitzone war UTC+7. Als Nationalhymne wird „Giải phóng miền Nam“ genannt.
Bildung und politische Zielsetzung
Die Provisorische Revolutionäre Regierung der Republik Südvietnam (PRG; vietnamesisch: Chính Phủ Cách Mạng Lâm Thời Cộng Hòa Miền Nam Việt Nam) wurde am 8. Juni 1969 als Gegenregierung zur Nguyễn-Văn-Thiệu-Regierung der Republik Vietnam gebildet. An ihrer Bildung waren die National Liberation Front (NLF), die Allianz der nationalen, demokratischen und Friedenstruppen sowie die People’s Revolutionary Party beteiligt. Deshalb verband die PRG nationalistische, antiimperialistische und kommunistische politische Ansichten, einschließlich der Positionen der Vietnam Arbeiterpartei.
Die Bildung der PRG folgte den militärischen und politischen Ergebnissen der Tet-Offensive von 1968 und den anschließenden Offensiven im Süden, bei denen die NLF schwere militärische Verluste erlitt. Die PRG sollte als politische Kraft den internationalen Einfluss zurückdrängen, die öffentliche Meinung für nationale Unabhängigkeit gewinnen und Widerstand gegen die USA und die Republik Vietnam organisieren.
Ihr erklärtes Ziel war eine formale staatliche Struktur der NLF und die Stärkung ihrer Forderung, die „südlichen Menschen“ zu vertreten. Zugleich wurde eine Verhandlungslösung für den Krieg und die Wiedervereinigung angestrebt. Die Gründung fiel in die erste Phase der von US-Präsident Richard Nixon und seinem National Security Advisor Henry Kissinger eingeleiteten Vietnamisation-Politik.
Entwicklung bis zur Vereinigung
In den Jahren 1969–1970 betrieben die meisten Ministerien der PRG ihre Arbeit in der Nähe der Grenze zu Kambodscha. Diese Gebiete wurden im April 1970 durch die Invasion Kambodschas von ARVN- und US-Streitkräften betroffen. Die zentralen Stellen der PRG arbeiteten dadurch faktisch wie eine Regierung im Exil. Diplomatische Beziehungen bestanden zu mehreren blockfreien Staaten, beispielsweise Algerien, sowie zur Sowjetunion und zur Volksrepublik China.
Nach fünfjährigen Verhandlungen wurde am 27. Januar 1973 das Abkommen über die Beendigung des Krieges und die Wiederherstellung des Friedens in Vietnam, kurz Vertrag von Paris, geschlossen. Es sah den allmählichen Abzug aller US-Truppen vor.
Nach der Kapitulation Saigons am 30. April 1975 übernahm die PRG die Macht im Süden und teilte das Gebiet in 40 Verwaltungsregionen ein. Bis Anfang 1976 erkannten 98 Staaten die PRG diplomatisch an. Ihr Antrag auf Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen scheiterte am Veto der Vereinigten Staaten. Am 24. Juni 1976 trat in Hanoi die erste gesamtvietnamesische Nationalversammlung zusammen. Die politische Wiedervereinigung wurde am 2. Juli 1976 mit der Vereinigung der Republik Südvietnam und der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam) zur Sozialistischen Republik Vietnam förmlich vollzogen. Die Republik Südvietnam bestand nach der Machtübernahme im Süden 15 Monate unangefochten.
Regierung und Amtsträger
Die Regierung trug offiziell die Bezeichnung „Provisorische Revolutionäre Regierung der Republik Südvietnam“ und wurde häufig als PRG oder deutsch PRRSV abgekürzt. Präsident war Huỳnh Tấn Phát vom 8. Juni 1969 bis zum 2. Juli 1976; Nguyễn Hữu Thọ war im selben Zeitraum Premierminister. Als stellvertretende Vorsitzende werden Phung Van Cung, Nguyen Van Kiet und Nguyen doa genannt. Phung Van Cung war zugleich Innenminister, Nguyen Van Kiet Minister für Bildung und Jugend.
Weitere in der Regierung aufgeführte Personen waren Tram Nam Trung als Verteidigungsminister, Binh Nguyen Thi als Ministerin für auswärtige Angelegenheiten, Truong Nhu Tang als Justizminister, Cao Van Bon als Minister für Wirtschaft und Finanzen, Luu Huu Phuoc als Minister für Information und Kultur sowie Duong Quynh Hoa als Ministerin für Gesundheit, Soziales und Behinderte Soldaten. Für die stellvertretenden Vorsitzenden und die meisten Minister ist als Ende der Amtszeit „?“ angegeben.