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Relative Häufigkeit

Sie wird berechnet, indem die absolute Häufigkeit eines Merkmals in einer zugrundeliegenden Menge durch die Anzahl der Objekte in dieser Menge geteilt wird. Die …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Berechnung
  2. 2. Vergleiche mit Anteilen
  3. 3. Eigenschaften und Rechenregeln
  4. 4. Zusammenhang mit Wahrscheinlichkeit

Bedeutung und Berechnung

Die relative Häufigkeit ist ein Maß der deskriptiven Statistik. Sie beschreibt den Anteil der Elemente einer Menge, bei denen eine bestimmte Merkmalsausprägung oder ein Ereignis A vorkommt. Damit lassen sich Häufigkeiten auch dann sinnvoll vergleichen, wenn Mengen oder Stichproben unterschiedlich groß sind.

Hat eine Grundgesamtheit oder Stichprobe n Elemente und tritt A darin Hₙ(A)-mal auf, so gilt:

hₙ(A) = Hₙ(A) / n

Hₙ(A) heißt absolute Häufigkeit. Die relative Häufigkeit hₙ(A) ist eine Bruchzahl zwischen 0 und 1; zur Umrechnung in Prozent wird sie mit 100 % multipliziert.

Vergleiche mit Anteilen

In Klasse A sind 24 Schüler, darunter 12 Mädchen; in Klasse B sind es 18 Schüler, darunter 9 Mädchen. Absolut gibt es in Klasse A mehr Mädchen. Relativ ist der Anteil jedoch gleich: 12/24 = 0,5 und 9/18 = 0,5. Beide Klassen bestehen also zu 50 % aus Mädchen.

Bei einer Wahlumfrage geben in Bayern 120 von 600 Befragten an, Partei A zu wählen, in Berlin 100 von 200. Die absoluten Zahlen sind wegen der verschieden großen Befragungen nicht direkt vergleichbar. Die relativen Häufigkeiten betragen dagegen 120/600 = 0,2 in Bayern und 100/200 = 0,5 in Berlin. Partei A ist in diesem Beispiel in Berlin wesentlich beliebter.

Eigenschaften und Rechenregeln

Relative Häufigkeiten liegen immer zwischen 0 und 1 und erlauben deshalb den Vergleich von Häufigkeitsverteilungen unabhängig von der Größe der Grundgesamtheit oder dem Stichprobenumfang. In der Inferenzstatistik und Stochastik dient die relative Häufigkeit als Maximum-Likelihood-Schätzer für den Parameter Erfolgswahrscheinlichkeit einer Binomialverteilung.

Wichtige Regeln sind:

  • 0 ≤ hₙ(A) ≤ 1.
  • hₙ(Ω) = 1 für das sichere Ereignis Ω.
  • hₙ(A ∪ B) = hₙ(A) + hₙ(B) − hₙ(A ∩ B).
  • hₙ(Ā) = 1 − hₙ(A) für das komplementäre Ereignis, also für das Nicht-Eintreten von A.

Zusammenhang mit Wahrscheinlichkeit

Nach dem frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff ist die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses seine relative Häufigkeit bei einer großen Zahl gleicher, wiederholter und voneinander unabhängiger Zufallsexperimente. Diese „Limes-Definition“ geht auf Richard von Mises zurück. Das Experiment muss beliebig oft wiederholbar sein.

Beim 100-maligen Würfeln kann die 3 beispielsweise 15-mal auftreten, also mit relativer Häufigkeit 15 %. Bei 10.000 Würfen stabilisieren sich die relativen Häufigkeiten bei einem fairen Würfel in der Nähe der Wahrscheinlichkeiten; für die 3 etwa bei 16,7 %.

Die axiomatische Wahrscheinlichkeitsdefinition benötigt relative Häufigkeiten nicht als Grundlage. Dennoch besteht durch die Gesetze der großen Zahlen ein enger Zusammenhang: Bei immer wiederholten Zufallsexperimenten nähert sich die relative Häufigkeit eines Ergebnisses in der Regel dessen Wahrscheinlichkeit an. Diese Konvergenzsätze können aus Kolmogorovs axiomatischer Wahrscheinlichkeitsdefinition bewiesen werden.

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