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Regionalökonomie
Die Regionalökonomie (auch Regionalwirtschaft oder Raumwirtschaft) ist eine Spezialdisziplin der Volkswirtschaftslehre und der Regionalwissenschaft.
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Grundidee und Einordnung
Die Regionalökonomie, auch Regionalwirtschaft oder Raumwirtschaft genannt, ist eine Spezialdisziplin der Volkswirtschaftslehre und der Regionalwissenschaft. Sie untersucht wirtschaftliche Zusammenhänge in Regionen. Damit ist sie das volkswirtschaftliche Gegenstück zur Außenwirtschaft, die wirtschaftliche Beziehungen zwischen Staaten oder großen Wirtschaftsräumen betrachtet.
Die nächstkleinere Untersuchungsebene ist die Stadtökonomie. Die Regionalökonomie verbindet makroökonomische und mikroökonomische Fragen. Benachbarte Fachgebiete sind unter anderem Regionalwissenschaft, Wirtschaftsgeographie, Umweltökonomie, Verkehrsökonomie und Raumordnung.
Regionale Makroökonomie
Die regionale Makroökonomie untersucht Stabilität und Wachstum von Regionen. Wichtige Themen sind regionale Konjunkturzyklen, also wirtschaftliche Auf- und Abschwünge in einer Region, regionale Agglomeration, also die räumliche Konzentration von Menschen und Unternehmen, sowie regionale Disparitäten. Regionale Disparitäten bedeuten Unterschiede zwischen Regionen, zum Beispiel die Frage, warum manche Regionen wohlhabender sind als andere.
Für die Regionalpolitik ist besonders wichtig, ob und wie solche Disparitäten verringert oder beseitigt werden können. Typische Instrumente sind Finanzausgleichs-Konzepte, zum Beispiel der deutsche Länderfinanzausgleich. Auch die Europäische Union versucht, vor allem mithilfe der Strukturfonds, regionale Unterschiede in der EU zu verringern.
Regionale Mikroökonomie
Die regionale Mikroökonomie betrachtet wirtschaftliche Entscheidungen und Märkte auf regionaler Ebene. Besonders wichtig sind Standortentscheidungen, also die Entscheidung von Unternehmen oder anderen Akteuren, wo sie sich ansiedeln oder investieren.
Solche Entscheidungen werden vor allem durch regionale Wettbewerbsvorteile beeinflusst. Dazu gehören zum Beispiel Infrastruktur, Steuerrecht oder Bildung. Außerdem untersucht die regionale Mikroökonomie regionale Marktunvollkommenheiten, also Situationen, in denen Märkte in einer Region nicht vollständig oder nicht reibungslos funktionieren.
Politische und wirtschaftliche Bedeutung
In der Öffentlichkeit erhält die Regionalökonomie weniger Aufmerksamkeit als außenwirtschaftliche Themen wie Europäische Integration oder Globalisierung. Trotzdem hat sie politisch und ökonomisch an Bedeutung gewonnen.
Ein Grund dafür ist nach Ansicht verschiedener Ökonomen die Übertragung wirtschaftspolitischer Befugnisse auf supranationale Ebenen, zum Beispiel UNO, WTO oder EU. Dadurch wird eine funktionsfähige regionale Wirtschaftspolitik wichtiger. Ein Beispiel für diese wachsende Bedeutung ist das Schlagwort Cluster. Cluster bezeichnet hier wirtschaftliche Konzentrationen, die über die Förderung von Technologie- und Gründerzentren auch in die Wirtschaftspolitik eingegangen sind. Dieses Vorgehen hat in weiten Bereichen das traditionelle Gießkannenprinzip abgelöst, bei dem Fördermittel eher breit verteilt werden. Die moderne Clustertheorie wurde stark vom US-amerikanischen Ökonomen Michael E. Porter beeinflusst.