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Reform UK
Reform UK ist eine rechtspopulistische Partei im Vereinigten Königreich, die am 20. Januar 2019 unter dem Namen Brexit Party (deutsch Brexit-Partei) von …
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Kernprofil
Reform UK ist eine rechtspopulistische Partei im Vereinigten Königreich. Sie wurde am 20. Januar 2019 in London als Brexit Party gegründet, ursprünglich um an der Europawahl 2019 teilzunehmen, nachdem sich der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs verzögerte. Seit dem 4. Januar 2021 heißt sie Reform UK. Ihr Hauptsitz liegt im Millbank Tower in London.
Die politische Ausrichtung wird im Artikel mit Pro-Brexit, EU-Skepsis und Rechtspopulismus angegeben. Die Partei ist gegen Einwanderung und lehnt Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie und den Klimawandel ab. Außerdem wird erwähnt, dass Parteivertretern teils anti-westliche und prorussische Positionen vorgeworfen werden.
Parteiführer ist Nigel Farage, Parteivorsitzender ist David Bull. Die Partei hatte laut Artikel am 25. November 2025 insgesamt 267.224 Mitglieder. Im House of Commons verfügt sie laut Infobox 2024 über 8 von 650 Sitzen, im House of Lords über 0 von 797 Sitzen, in der London Assembly über 2 von 25 Sitzen, im Schottischen Parlament über 17 von 129 Sitzen und im Walisischen Parlament über 34 von 96 Sitzen.
Entstehung und Struktur
Die Partei entstand im Umfeld eines Rechtsrucks der UK Independence Party. 2018 ernannte der damalige UKIP-Vorsitzende Gerard Batten Tommy Robinson, den Gründer und ehemaligen Leiter der islamfeindlichen English Defence League, zu seinem Berater. Daraufhin verließen frühere führende UKIP-Politiker die Partei.
Catherine Blaiklock gründete im Januar 2019 mit Wissen und Unterstützung von Nigel Farage die Brexit Party. Farage trat kurz darauf bei und erklärte, es gehe darum, dass „das Volk gegen die Politiker“ kämpfen müsse. Mit ihm wechselten sieben weitere Mitglieder des Europäischen Parlaments zur Brexit Party; später folgten unter anderem die früheren UKIP-Vorsitzenden Paul Nuttall und Diane James.
Nachdem islamfeindliche Aussagen Blaiklocks öffentlich geworden waren, trat sie am 20. März 2019 zurück. Danach wurde Nigel Farage Parteiführer. Farage und Richard Tice gründeten die Partei als Kapitalgesellschaft. Statt stimmberechtigten Mitgliedern hatte sie „Unterstützer“, die spenden konnten. Auch nach der Umbenennung in Reform UK blieb dieselbe Unternehmensnummer im Handelsregister von England und Wales bestehen.
Finanzierung
Die Brexit Party beziehungsweise Reform UK finanziert sich durch Spenden und zahlende Unterstützer. Nigel Farage betonte, es gehe vor allem um Kleinspenden. Im Juni 2019 prüfte die Electoral Commission die Nachvollziehbarkeit der Spenden. Nach Angaben des Guardian sollte die Partei über insgesamt GBP 2,5 Mio. ungeklärten Ursprungs Rechenschaft ablegen. Ein Verstoß gegen die Parteispendenregeln, nach denen Spenden über £ 500 nachvollziehbar sein müssen, konnte der Brexit Party nicht nachgewiesen werden.
Der schottische Politiker Alyn Smith musste sich offiziell entschuldigen, nachdem er behauptet hatte, die Brexit Party sei eine Frontpartei für Geldwäsche. Vermutungen, der Geschäftsmann Arron Banks stehe hinter der Partei, wies Farage zurück. Im Juli 2019 leitete das Europäische Parlament wegen des Vorwurfs illegaler Schenkungen von Banks an Farage in Höhe von fast einer halben Million Pfund eine Untersuchung gegen die Partei ein.
Am 11. September 2026 gab der britische Krypto-Milliardär Ben Delo bekannt, 36 Millionen Pfund, entsprechend 42 Millionen Euro, an Reform UK gespendet zu haben. Der Artikel bezeichnet dies als größte jemals verzeichnete Einzelspende an eine politische Partei im Vereinigten Königreich. Delo erklärte, er wolle Chancengleichheit zwischen den Parteien herstellen, und kündigte Monatsraten von einer Million Pfund bis zum spätest möglichen nächsten Wahltermin 2029 an.
Wahlen als Brexit Party
Vor der Europawahl 2019 stieg die Brexit Party in Umfragen schnell auf. Am 10. April 2019 lag sie bei 10 %, Mitte April bei 27 %, und in einer Online-Umfrage vom 8. bis 10. Mai erreichte sie 34 %. Bei der Europawahl am 23. Mai 2019 erhielt sie 30,5 % der Stimmen und wurde stärkste Kraft im Vereinigten Königreich.
Mit insgesamt 29 Abgeordneten war die Brexit Party bis zum 31. Januar 2020 die größte Einzelpartei im Europäischen Parlament. Zu ihren Abgeordneten gehörten unter anderem Nigel Farage, David Bull, Claire Fox, Richard Tice und Ann Widdecombe. Einige gewählte Abgeordnete verließen die Partei später und saßen bis zum 31. Januar 2020 als unabhängige Mitglieder im Europäischen Parlament.
An den Kommunalwahlen in England und Nordirland im Mai 2019 nahm die Brexit Party nicht teil. Bei der Nachwahl im Wahlkreis Peterborough am 6. Juni 2019 verpasste ihr Kandidat den Einzug ins Unterhaus nur knapp. Bei der Unterhauswahl im Dezember 2019 trat die Partei nur in Wahlkreisen an, die 2017 nicht von den Konservativen gewonnen worden waren, um Labour und Liberaldemokraten zu schwächen. Sie erreichte 2,0 % der Stimmen und gewann kein Mandat.
Entwicklung als Reform UK
Die Wahlkommission genehmigte am 4. Januar 2021 die Umbenennung in Reform UK. Im Januar 2021 trat Michelle Ballantyne, ein früheres konservatives Mitglied des schottischen Parlaments, der Partei bei und wurde von Nigel Farage zur Führerin von Reform UK im schottischen Parlament ernannt.
Im März 2024 trat Lee Anderson, ein aus der konservativen Fraktion ausgeschlossener Abgeordneter, Reform UK bei. Dadurch wurde er der erste Vertreter der Partei im britischen Unterhaus. Er ließ wegen seines Parteiwechsels keine Nachwahl durchführen und wurde bei der folgenden Parlamentswahl wiedergewählt.
2025 wechselten mehrere konservative Mandatsträger zu Reform UK, darunter Laura Anne Jones im walisischen Parlament, Graham Simpson im schottischen Parlament, Keith Prince in der London Assembly und Danny Kruger im Unterhaus. Am 26. September 2025 gab Reform UK an, 250.000 Mitglieder zu haben, mehr als doppelt so viele wie die Tories mit 123.000 und 60.000 weniger als die Labour Party. 2026 wechselten auch Robert Jenrick und Suella Braverman zur Partei; im Januar 2026 nominierte Reform UK Laila Cunningham als Kandidatin für die Londoner Bürgermeisterwahl 2028.
Wahlergebnisse und Führung
Bei den schottischen, walisischen und Londoner Wahlen 2021 gewann Reform UK kein Mandat. Bei der Wahl zur London Assembly 2024 erhielt die Partei 145.409 Stimmen, 5,9 %, und 1 von 25 Sitzen. Bei der Unterhauswahl am 4. Juli 2024 erreichte sie 4.114.287 Stimmen, 14,3 %, und 5 von 650 Sitzen. Der Abgeordnete Rupert Lowe wurde am 7. März 2025 wegen Mobbing-Vorwürfen aus der Partei ausgeschlossen. Bei der Nachwahl in Runcorn am 1. Mai 2025 gewann Sarah Pochin mit sechs Stimmen Vorsprung, sodass die Zahl der Reform-UK-Abgeordneten wieder auf fünf stieg. Nach weiteren Übertritten zählte die Fraktion im Unterhaus acht Abgeordnete.
Die Übersicht nennt außerdem für 2026 in Schottland 383.425 Stimmen, 16,6 %, und 17 von 129 Sitzen sowie in Wales 367.985 Stimmen, 29,3 %, und 34 von 96 Sitzen. Für die frühere Brexit Party werden in der Tabelle 2019 bei der Europawahl 5.248.533 Stimmen, 30,52 %, und 29 von 73 Sitzen angegeben.
Die Parteiführung wechselte mehrfach: Catherine Blaiklock war vom 20. Januar 2019 bis 20. März 2019 Parteiführerin, Nigel Farage vom 22. März 2019 bis 6. März 2021, Richard Tice vom 6. März 2021 bis 3. Juni 2024, danach wieder Nigel Farage. Parteivorsitzende waren Richard Tice, danach eine vakante Phase, erneut Richard Tice, Zia Yusuf und seit 10. Juni 2025 David Bull. Als Teilorganisationen nennt der Artikel Reform UK Scotland und Reform UK Wales.