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Rat für Nachhaltige Entwicklung
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) berät die deutsche Bundesregierung in Fragen der Nachhaltigkeit und soll mit Beiträgen und Projekten die deutsche …
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Auftrag und Bedeutung
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) berät die deutsche Bundesregierung in Fragen der Nachhaltigkeit. Er soll die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie mit Beiträgen und Projekten fortentwickeln und bei ihrer Umsetzung helfen. Außerdem stärkt er in der Bevölkerung und bei den an deutscher Nachhaltigkeitspolitik Beteiligten die Vorstellung von nachhaltiger Entwicklung und die öffentliche Debatte darüber.
Der RNE besteht laut Artikel aus 15 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Umweltschutz, Landwirtschaft, Sozialpolitik, Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit sowie aus Vertretern von Gewerkschaften und Kirchen. Die Mitglieder werden vom Bundeskanzler oder von der Bundeskanzlerin für drei Jahre ernannt. Der Rat arbeitet unabhängig und legt für jede Mandatsperiode selbst ein Arbeitsprogramm fest. Seine Geschäftsstelle befindet sich in Berlin bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
Entstehung und Entwicklung
Ein wichtiger Ausgangspunkt war die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992. Dort beschlossen 178 Staaten die Agenda 21, ein Aktionsprogramm für nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert. Als Reaktion auf nationaler Ebene gründete die Bundesregierung den RNE.
Die ersten Mitglieder wurden im Februar 2001 berufen. Am 4. April 2001 setzte Bundeskanzler Gerhard Schröder den Rat in Berlin offiziell ein. Ziel war es, die Bundesregierung bei ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu beraten; diese veröffentlichte die Bundesregierung ein Jahr später. Eine Auftaktveranstaltung fand am 28. September 2001 statt. Seitdem werden regelmäßig Jahreskonferenzen veranstaltet. An der Veranstaltung nahmen 2002 rund 600 Personen teil; später stieg die Zahl auf mehr als das Doppelte.
Arbeitsweise und zentrale Aufgaben
Der RNE entwickelt Beiträge zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, richtet Empfehlungen an die Bundesregierung und benennt konkrete Handlungsfelder und Projekte. Er veröffentlicht Stellungnahmen zu aktuellen Themen, gibt wissenschaftliche Studien in Auftrag und versucht, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.
Zu seinen wichtigsten Instrumenten gehören:
- der politische Dialog, zum Beispiel Empfehlungen für den Chef des Bundeskanzleramtes,
- die politische Öffentlichkeit, insbesondere die Jahreskonferenz als politischer Nachhaltigkeitsgipfel,
- Publikationen wie Stellungnahmen, Studien, Empfehlungen, Pressemitteilungen und ein monatlicher Newsletter.
Zu den genannten Beiträgen gehören die Studien „Nachhaltig aus der Krise. Analyse möglicher Beiträge einer ökologischen Finanzreform“ sowie „Empfehlung Konsum und Nachhaltigkeit. Wie Nachhaltigkeit in der Konsumgesellschaft käuflich und (er)lebbar wird“.
2009 organisierte der Rat eine kritische Analyse der deutschen Nachhaltigkeitspolitik durch ein internationales Peer-Review. Ein Peer-Review ist in diesem Zusammenhang eine internationale Begutachtung. Daraus entstand das Gutachten „Sustainability - Made in Germany. We know you can do it“. Anfang 2013 begann ein neues Peer-Review-Verfahren zur Nachhaltigkeitsstrategie.
Der RNE diskutierte außerdem den Deutschen Nachhaltigkeitskodex öffentlich und testete ihn gemeinsam mit Unternehmen und Vertretern des Kapitalmarktes in einer Praxisphase. Dieser Transparenzstandard beschreibt in 20 Kriterien die Kernanforderungen nachhaltigen Wirtschaftens und macht sie mithilfe ausgewählter quantifizierter Indikatoren vergleichbar. Zu den politischen Empfehlungen des Rates gehören mehr Verbindlichkeit bei der Energieeffizienz, eine Stabilisierung der Finanzmärkte, eine an Nachhaltigkeit orientierte Agrarwende, eine Kreislaufwirtschaft für strategische Rohstoffe sowie eine Stellungnahme zur Flächeninanspruchnahme.
Im März 2011 erprobte der Rat mit „Dialoge_Zukunft_Vision2050“ ein neues Format für den gesellschaftlichen Dialog über langfristige Politik. Seit 2010 begleitet er außerdem den Dialog „Nachhaltige Stadt“. Daran beteiligen sich über 20 Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister deutscher Städte. Sie tauschen Erfahrungen aus und wollen nachhaltige Stadtentwicklung auch auf Bundesebene als politisches Anliegen stärken.
Öffentliche Programme und ausgezeichnete Projekte
Der RNE nutzt auch öffentlichkeitswirksame Projekte, um nachhaltige Entwicklung verständlich und praktisch sichtbar zu machen. Zu den im Artikel genannten Vorhaben gehören:
- Der „Nachhaltige Warenkorb“ besteht seit 2003 als Broschüre und Online-Angebot.
- Seit 2008 unterstützt der RNE den Deutschen Nachhaltigkeitspreis als Partner.
- Seit 2011 ruft er jedes Jahr im September zu den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit auf.
- Seit 2016 gibt es die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN). Sie sind regional organisierte Informations- und Aktionsplattformen für nachhaltige Entwicklung.
- Der Fonds Nachhaltigkeitskultur förderte von 2017 bis 2021 Projekte gemeinnütziger Akteure.
- Seit 2021 gibt es das Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit, eine Initiative von Bund und Ländern, die vom RNE koordiniert wird.
Das Qualitätslabel „Werkstatt N“ zeichnete seit 2010 jährlich rund 100 besonders engagierte und nachhaltige Projekte aus. Seit 2017 werden diese als „Projekt Nachhaltigkeit“ gewürdigt. Die ausgezeichneten Projekte dürfen das Label ein Jahr lang tragen und werden zusätzlich auf einer Website vorgestellt. Seit 2018 wird der Wettbewerb von den vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategie in Kooperation mit dem RNE verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Initiativen des Wandels in Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kommunen.
Die Tabelle des Artikels nennt als Beispiele unter anderem „Mundraub“, eine Datenbank mit Obstfeldern, die abgeerntet werden können, die „Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit“ mit videobasierten Lehrveranstaltungen für Studierende sowie „BücherBoxx“, bei der ausrangierte Telefonzellen zu Straßenbibliotheken umgebaut werden. Weitere Beispiele sind „Interkulturelle Gärten“, die soziale Kontakte zwischen Flüchtlingen, Migranten und Einheimischen fördern sollen, „Spree2011“ zur Verbesserung der Wasserqualität der Spree und „Restlos glücklich“, ein Non-Profit-Restaurant, das überwiegend nicht mehr verkäufliche gespendete Lebensmittel verwendet.
Der Rat vergibt außerdem den Titel „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit“ und veranstaltet wissenschaftliche Carl-von-Carlowitz-Vorlesungen. Im Februar 2013 organisierte er die Jugendkonferenz „Contemporary Carlowitz“. 50 Jugendliche und junge Erwachsene mit unterschiedlichen Biografien und Interessen erarbeiteten dort während einer dreitägigen Zusammenkunft ein Impulspapier mit Forderungen an die Bundesregierung.
Mitglieder und Organisation
Die Mitglieder werden jeweils für drei Jahre berufen und kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Als Vorsitzender wird Gerald H. Haug genannt, der seit 2026 Mitglied ist. Stellvertretender Vorsitzender ist Reiner Hoffmann, ehemaliger DGB-Vorsitzender und seit 2023 Mitglied. Die weiteren genannten Mitglieder vertreten unter anderem Wissenschaft, Wirtschaft, Klimaschutzökonomie, Umweltschutz, Landwirtschaft, Kommunen, Banken und Entwicklungszusammenarbeit. Zu ihnen zählen beispielsweise Stefan Bayer, Bettina Bernadotte, Carolin Boßmeyer, Fatma Deniz, Tanja Gönner, Thomas Kufen, Mark G. Lawrence, Katrin Leonhardt, Kai Niebert, Hubertus Paetow, Myriam Rapior, Werner Schnappauf und Achim Steiner.
Der Artikel nennt 15 Mitglieder, führt Gerald H. Haug in der aktuellen Aufzählung jedoch zweimal mit unterschiedlichen Beschreibungen auf. Dadurch erscheinen dort 16 Listeneinträge. Diese Abweichung wird im Artikel nicht erklärt.
Die Liste der ehemaligen Mitglieder umfasst Personen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Umweltverbänden, Landwirtschaft, Kirchen, Gewerkschaften und Kommunen. Genannt werden unter anderem frühere Ratsvorsitzende wie Volker Hauff und Hans-Peter Repnik sowie Klaus Töpfer als früherer stellvertretender Vorsitzender. Die Mitgliedschaftszeiträume reichen von der Gründung im April 2001 bis zu späteren Mandaten, die im Artikel für 2025 enden.
Zusätzlich kooptierte der Rat einzelne Sachverständige. Genannt werden Gerhard de Haan, Harald Welzer, Jochen Zeitz, Dominik Naab, Gesche Joost und Andreas Marcus Rickert. Die genannten Kooptierungen reichen je nach Person von 2014 oder 2015 bis Juni 2019. Die Sachverständigen ergänzten den Rat durch Fachwissen etwa aus Bildungsforschung, Transformationsdesign, Nachhaltigkeitsmanagement, Designforschung und sozialer Analyse.
Die Geschäftsstelle unterstützt den Rat inhaltlich und organisatorisch. Der Generalsekretär hält direkten Kontakt zur Bundesregierung, besonders zum Staatssekretärausschuss für Nachhaltige Entwicklung, zu Ministerien und Behörden, zum Parlament sowie zu Wirtschaft, Wissenschaft und gesellschaftlichen Gruppen.