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Quint-Oktav-Klang
Mit einem Quint-Oktav-Klang (auch terzloser Akkord oder instrumentenbezogen auch Quint-Oktav-Griff genannt) wird ein Akkord bezeichnet, der – im Gegensatz …
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Aufbau und Wirkung
Ein Quint-Oktav-Klang, auch terzloser Akkord oder Quint-Oktav-Griff, ist ein Akkord aus Grundton, Quinte und einer Oktave als Außenintervall. Anders als ein gewöhnlicher Dur- oder Moll-Akkord enthält er keine Terz.
Die Terz entscheidet normalerweise darüber, ob ein Akkord Dur oder Moll ist. Weil sie fehlt, kann dem Quint-Oktav-Klang kein Tongeschlecht zugeordnet werden. Er wirkt daher oft „neutral“ oder „leer“, während Dur- und Moll-Akkorde häufig als „fröhlich“ beziehungsweise „traurig“ beschrieben werden.
Bedeutung in der Musikgeschichte
Im Mittelalter, etwa im Quintorganum, und in der Renaissance waren Quint-Oktav-Klänge sehr verbreitet. Prime, Oktave, Quinte und Quarte galten als besonders reine und konsonante, also wohlklingende, Intervalle.
Außerdem sind Prime, Oktave, Quinte und Quarte – die Umkehrung der Quinte zur Außenoktave – die ersten vier Intervalle der Obertonreihe. Der Zahl vier kam damals wegen der Zahlensymbolik besondere Bedeutung zu. Beispiele bieten Orgelwerke von Adam Ileborgh in einer Tabulatur von 1448 sowie die Linzer Orgeltabulatur aus den Jahren 1611–1613.
Verwendung heute
Nach einer längeren Zeit mit kaum auffälliger Verwendung wurden leere Quint-Oktav-Klänge ab der Spätromantik wieder als Stilmittel eingesetzt, zum Beispiel in Kompositionen von Franz Liszt und Anton Bruckner. Auch Film-, Pop- und Rockmusik verwendet sie häufig.
Auf der Gitarre heißt ein Quint-Oktav-Klang Powerchord. Ein Powerchord kann grundsätzlich auch nur aus einer Quinte bestehen; ein oktaviert gedoppelter Grundton oder eine zusätzliche Oktave ist eine kräftigere Variante. Bei Handpans/Hang und verwandten Instrumenten ist jede Tonfläche als Quint-Oktav-Klang gestimmt.