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Quartier des Halles
↑ Man spricht bei Les Halles keine Liaison, sondern respektiert das h aspiré, indem man den Namen wie [le al] spricht. ↑ Décret du 3 novembre 1859 ( …
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Gegenstand und Lage
Das Quartier des Halles, deutsch „Markthallenviertel“, ist das 2. der 80 Stadtviertel von Paris. Es liegt im 1. Arrondissement der Region Île-de-France in Frankreich. Seine Koordinaten sind 48° 52′ N, 2° 21′ O (48.8625405, 2.3447444). Das Viertel ist nach dem ehemaligen Pariser Großmarkt, den Halles Centrales beziehungsweise Halles de Paris, und seinen Markthallen benannt. Bekannt wurden diese unter anderem durch Émile Zolas Roman „Der Bauch von Paris“.
Die Grenzen des Viertels wurden 1859 bei der Neugliederung von Paris festgelegt. Im Süden bildet die Rue de Rivoli die Grenze, im Westen die Rue de Marengo und die Rue Croix-des-Petits-Champs, im Norden die Rue Étienne-Marcel und im Osten der Boulevard de Sébastopol. Angrenzende Quartiers sind Vivienne, le Mail, Bonne-Nouvelle, Sainte-Avoye, Palais-Royal, Saint-Germain-l’Auxerrois und Saint-Merri.
Von der Sumpflandschaft zum Marktzentrum
Die Gegend war ursprünglich eine Morastlandschaft. Durch sie führte die Straße zwischen Paris und Saint-Denis. In merowingischer Zeit entstand an dieser Straße ein Friedhof, der später Cimetière des Innocents genannt wurde. Um 1130 erhob Ludwig VI. die Friedhofskapelle zur Kirche.
1135 verlegte Ludwig VI. den zentralen Marktplatz vom Place de Grève, dem heutigen Place de l’Hôtel-de-Ville, in die damalige Ortschaft Les Champeaux, auch Petits Champs genannt. Das Gebiet lag außerhalb der Stadtmauern und war zu dieser Zeit ein Sumpfgebiet.
1183 erwarb Philipp II. das gesamte Gelände. Dies geschah durch die Enteignung der dort lebenden Juden, die nach ihrer Vertreibung im Jahr 1182 einen großen Teil ihres Besitzes an den König verloren hatten. Bereits damals war Les Champeaux ein großer Markt. Verkauft wurden Lebensmittel, Textilien, Schuhe und Kurzwaren. Die Händler boten ihre Waren zunächst in Unterständen an, die in der Nähe der Häuser der Hersteller lagen. Nach und nach kamen weitere Händler hinzu.
Wegen des Wachstums ließ Philipp II. die ersten Hallen errichten, insbesondere für Weber und Tuchhändler. Ab dem 16. Jahrhundert wurden eine Neuorganisation des Marktes und breitere Wege erwogen. Es entstanden Häuser mit Säulenhallen im Erdgeschoss oder mit überdachten Galerien. Diese wurden Piliers des Halles, also „Pfeiler der Hallen“, genannt.
Neuordnung im 18., 19. und 20. Jahrhundert
Der nahe gelegene Cimetière des Innocents war 1780 geschlossen worden. 1789 wurde er zum Blumen-, Obst- und Gemüsemarkt Marché des innocents ausgebaut. Während der Französischen Revolution und des Ersten Kaiserreichs veränderte sich das Stadtbild stark. Paris hatte mit Sicherheits- und Hygieneproblemen zu kämpfen, weshalb die Versorgung der Hauptstadt neu geregelt werden sollte.
Napoleon I. organisierte die überdachten Märkte neu und ließ Vorschriften für die Schlachtung von Tieren ausarbeiten. Er plante eine zentrale Markthalle zwischen dem Marché des innocents und der Getreide-Markthalle. Wegen zunehmender Hygiene- und Verkehrsprobleme setzte der Präfekt Rambuteau 1842 die Commission des Halles ein. Sie sollte prüfen, ob die Hallen am bisherigen Standort bleiben oder verlegt werden sollten.
Den Architektenwettbewerb von 1848 gewann Victor Baltard. Sein Entwurf sah zwölf Pavillons aus Glas und Metall am bisherigen Standort vor. Der erste Pavillon war zunächst aus Stein gebaut worden. Napoleon III. missbilligte ihn jedoch nach einer Reise nach London, auf der er den aus vorgefertigten Eisenteilen und Glassegmenten errichteten Crystal Palace gesehen hatte. Der Steinpavillon wurde deshalb abgerissen und neu gebaut. Zehn Pavillons entstanden zwischen 1852 und 1870, die beiden letzten wurden 1936 fertiggestellt.
Im Rahmen der Baupläne Georges-Eugène Haussmanns wurde unter der Aufsicht von Eugénie de Montijo die Rue des Halles angelegt. Ihr Bau wurde am 21. Juni 1854 beschlossen und 1870 abgeschlossen. Sie führte als repräsentative Zufahrt vom Place du Châtelet zum neuen Markt und verband ihn mit der Ost-West-Achse Rue de Rivoli sowie der Nord-Süd-Achse Boulevard de Sébastopol.
1959 wurde beschlossen, den Markt nach Rungis im Pariser Umland und in den Stadtteil La Villette zu verlagern. 1963 schlug der Pariser Präfekt eine Erneuerung des rechten Seine-Ufers zwischen der Seine und dem Gare de l’Est vor. Dieses Projekt wurde nicht angenommen. Stattdessen gründete der Pariser Gemeinderat ein Planungsbüro für die Markthallen und die angrenzenden Bereiche. Frühere Entwürfe wurden abgelehnt; die zu renovierende Fläche wurde von 32 auf 15 Hektar verkleinert, während der übrige Teil saniert werden sollte. Auch eine unterirdische Anlage wurde erwogen.
1969 wurde der Markt endgültig verlegt. In den Pavillons fanden daraufhin kulturelle Protestaktionen statt. 1971 riss man die ersten sechs Pavillons ab, um einen RER-Bahnhof und das Forum des Halles zu bauen.
Les Halles heute
Les Halles gelten heute als das „Herz“ von Paris. An die Stelle des früheren Großmarkts ist eine unterirdische Stadt auf mehreren Ebenen getreten. Nach und nach verschwanden die ehemaligen Lebensmittelgroßhandelsgeschäfte; ihre Räume wurden zu modernen Boutiquen.
Das Forum des Halles liegt zwischen der Rue Rambuteau, der Rue Lescot und der Rue Pierre-Lescot. Es ist das größte Einkaufs- und Freizeitzentrum dieser Art in Paris und wird jährlich von über 41 Millionen, meist jungen, Kunden besucht. Es umfasst mehr als 160 Einzelhandelsgeschäfte, darunter einen der wichtigsten und größten Buchläden der Stadt. Geschäfte und Restaurants verteilen sich auf drei Etagen um einen 13 m tiefen Krater. Dieser reicht bis in das dritte Untergeschoss und ermöglicht dort noch Tageslicht.
Im westlichen Teil befinden sich 26 Kinosäle mit großer Filmauswahl und eine Schwimmhalle. Auch sie wird durch die oberirdischen Gärten mit Tageslicht versorgt. Die Schwimmhalle ist das größte Bad von Paris; ihre Bahn ist 50 m lang und der Sprungturm 15 m hoch.
Die 2011 begonnene Renovierung betrifft die gesamte Anlage unter dem Blumengarten. Die Kosten werden mit 800.000.000 Euro angegeben. Vorgesehen sind unter anderem die Entfernung von Asbest und Bleistaub aus dem ehemaligen Forum des Halles, die Neugestaltung der öffentlichen Räume an der Oberfläche, der neue Nelson-Mandela-Garten, die Neuordnung der unterirdischen Straßen und die Umgestaltung des Bahnhofs Châtelet – Les Halles samt Forum und Zugängen. Die Porte Lescot und die Porte Rambuteau werden dabei zerstört. Außerdem entsteht das Gebäude Canopée des Halles, das über dem bestehenden Einkaufszentrum ein Musikkonservatorium und ein Kulturzentrum aufnehmen soll.
Der Bahnhof Châtelet – Les Halles ist ein zentraler RER-Umsteigebahnhof und wird außerdem von einem Großteil der Métrolinien bedient. Mit 800.000 Pendlern täglich gilt er als meistgenutzter Nahverkehrsknotenpunkt Europas. Neben den Rolltreppen zum Einkaufszentrum gibt es an der Porte Lescot Expressrolltreppen, die direkt in den Bereich unterhalb des Forums führen. Der Umsteigebereich zwischen Métro und RER liegt in 17,5 m beziehungsweise 24,5 m Tiefe.
Sehenswürdigkeiten und Bevölkerungsentwicklung
Mittelpunkt des Viertels ist das Forum des Halles. Daneben prägen Geschäfte und Wohnhäuser in den Gassen das Quartier. Zu den genannten Sehenswürdigkeiten gehören:
- die Église Saint-Eustache
- die Fontaine des Innocents
- die Bourse de commerce
Die Bevölkerungszahl nahm langfristig stark ab. 1860 lebten 41.341 Menschen im Viertel. 1954 waren es 20.298 Einwohner bei einer Bevölkerungsdichte von 49.267 Einwohnern je km². Danach sank die Einwohnerzahl weiter: 19.385 im Jahr 1962, 17.685 im Jahr 1968, 11.230 im Jahr 1975 und 9.668 im Jahr 1982. 1990 stieg sie leicht auf 10.110 Einwohner, was einer Veränderung von 4,6 % gegenüber der vorherigen Erhebung entsprach. 1999 wurden 8.984 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 21.806 Einwohnern je km² festgestellt; gegenüber der vorherigen Erhebung bedeutete dies eine Veränderung von −11,1 %.