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Preisdruck

Um Preisdruck (oder Preisrückgang, Preisverfall) handelt es sich in den Wirtschaftswissenschaften, wenn der Marktpreis tendenziell sinkt, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundmechanismus
  2. 2. Ursachen und Marktrollen
  3. 3. Preisdruck in Landwirtschaft und Wettbewerb
  4. 4. Preisuntergrenzen und Folgen für Unternehmen
  5. 5. Abgrenzung zur Deflation

Begriff und Grundmechanismus

Preisdruck, auch Preisrückgang oder Preisverfall genannt, bezeichnet in den Wirtschaftswissenschaften das tendenzielle Sinken eines Marktpreises. Ursachen sind vor allem ein Angebotsüberhang oder eine hohe Wettbewerbsintensität.

Ein Angebotsüberhang liegt vor, wenn das Güterangebot größer ist als die Güternachfrage. Das vorhandene Ungleichgewicht übt Druck auf den Preis aus. Der Preis sinkt dadurch auf einen niedrigeren Gleichgewichtspreis. Preisdruck ist somit ein Indiz dafür, dass das Marktgleichgewicht durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage nicht funktioniert.

Auch eine Nachfragelücke kann Preisdruck verursachen. Sie entsteht, wenn die Nachfrage zurückgeht, das Güterangebot kurzfristig aber nicht entsprechend gesenkt werden kann.

Ursachen und Marktrollen

Preisdruck kann grundsätzlich auf zwei unterschiedliche Ursachen zurückgehen:

  • Bei einem Angebotsüberhang ist das Angebot größer als die Nachfrage. Das Ungleichgewicht führt zu einer Preissenkung.

  • Bei hoher Wettbewerbsintensität kann ein Preisführer den Preis senken. Die Konkurrenten müssen sich diesem Preis anpassen, damit sie keine Marktanteile verlieren.

Bei einem Angebotsüberhang oder einer Nachfragelücke ist die Verhandlungsmacht der Nachfrager besonders groß. Es entsteht ein Käufermarkt, der mit Preisdruck verbunden ist. Bei der Preisführerschaft eines Wettbewerbers reagieren die übrigen Anbieter als Preisanpasser. Sie übernehmen also den vom Preisführer gesetzten Preis, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Preisdruck in Landwirtschaft und Wettbewerb

Besonders gefährdet sind Wirtschaftszweige, in denen Unternehmer das Güterangebot kurzfristig nicht steuern können. In der Landwirtschaft wird das Angebot an Agrarprodukten insbesondere durch Witterungseinflüsse bestimmt. Bei günstiger Witterung können die Ernten besonders reichlich ausfallen. Bleibt die Güternachfrage gleich, sinken dadurch die Agrarpreise.

Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln ist weitgehend preisunelastisch. Preiselastizität beschreibt, wie stark sich die Nachfrage bei einer Preisänderung verändert. Weil die Nachfrage nach Nahrungsmitteln auf Preisänderungen nur begrenzt reagiert, nimmt der Preisdruck bei positiven Fortschrittsraten zu; die Agrarpreise sinken. Sollen die Faktoreinkommen in der Landwirtschaft genauso stark steigen wie in anderen Wirtschaftszweigen, müssen der Faktoreinsatz auf dem Agrarmarkt verringert und Überkapazitäten abgebaut werden.

Bei Produkten und Dienstleistungen mit einem reifen Produktlebenszyklus nimmt die Wettbewerbsintensität besonders zu. Dadurch können sich oligopolistische oder polypolistische Wettbewerbsstrukturen entwickeln. In einem Oligopol stehen wenigen Anbietern viele Nachfrager gegenüber; in einem Polypol gibt es viele Anbieter und viele Nachfrager. Der Preisdruck wird in solchen Strukturen spürbarer.

Das Nash-Gleichgewicht liefert die formale Erklärung für den durch Wettbewerb ausgelösten Preisdruck in Oligopolen. Befindet sich unter den Anbietern ein Preisführer mit günstiger Kostenstruktur, kann dieser Preissenkungen vornehmen. Die Folge kann ein Preiskampf bis zum Niveau der Herstellungskosten sein. Dieser Fall wird als Bertrand-Wettbewerb bezeichnet. Ein Preiskrieg entsteht, wenn keiner der Wettbewerber ein Grenzanbieter ist. Er ist eine Form des Verdrängungswettbewerbs mit dem Ziel, Konkurrenten aus dem Markt zu verdrängen. Dadurch kommt es zu einer Marktbereinigung.

Preisuntergrenzen und Folgen für Unternehmen

Geraten Produkte oder Dienstleistungen unter Preisdruck, ist die Kenntnis der Preisuntergrenze für die Preispolitik entscheidend. Die Preisuntergrenze bezeichnet den niedrigsten Preis, zu dem ein Angebot wirtschaftlich aufrechterhalten werden kann.

Kurzfristig kann ein Unternehmen auf die Deckung der Fixkosten verzichten. Die kurzfristige Preisuntergrenze berücksichtigt daher, dass zumindest die kurzfristig anfallenden Kosten gedeckt werden. Langfristig muss dagegen die Deckung der Gesamtkosten angestrebt werden; hierfür gilt die langfristige Preisuntergrenze.

Unterschreiten die Preise diese Preisuntergrenzen, sollte auf das betroffene Güterangebot verzichtet werden. Das ist nur bei Mehrproduktunternehmen möglich, also Unternehmen, die mehrere Güter oder Dienstleistungen anbieten. Das Güterangebot, das unter Preisdruck gerät, verringert ceteris paribus, also bei ansonsten gleichen Bedingungen, die Gewinne der betroffenen Unternehmen.

Abgrenzung zur Deflation

Preisdruck betrifft im Regelfall bestimmte Güter oder Dienstleistungen. Gerät dagegen das gesamte Preisniveau einer Volkswirtschaft unter Druck, spricht man von Deflation.

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