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Polyglotte Personen
... Mehrsprachige, siehe Mehrsprachigkeit). Im engereren Sinne ist ein Polyglott eine für das Beherrschen von vielen Fremdsprachen bekannte Person. Es ist weder …
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Begriff und Abgrenzung
Als polyglott (mehrsprachig oder vielsprachig) bezeichnet man im weiteren Sinn eine Person, die mehrere Sprachen spricht; dafür werden auch die Bezeichnungen Multilinguale und Mehrsprachige verwendet.
Im engeren Sinn meint der Begriff eine Person, die dafür bekannt ist, viele Fremdsprachen zu beherrschen. Dafür gibt es jedoch keine feste Grenze: Weder ist festgelegt, wie viele Sprachen nötig sind, noch wie gut sie gesprochen werden müssen. Auch der Unterschied zwischen aktiver Beherrschung, also selbst sprechen oder schreiben zu können, und passiver Beherrschung, also vor allem verstehen oder lesen zu können, ist nicht objektiv bestimmt.
Als typische polyglotte Person gilt jemand, der das Lernen vieler Fremdsprachen als Hobby betreibt oder dem das Erlernen fremder Sprachen besonders leichtfällt. Die im Artikel genannten Angaben zu Sprachzahlen sind daher unterschiedlich zu verstehen: Sie können sich auf fließendes Sprechen, Schreiben, Lesen, Verstehen, Grundkenntnisse oder Dialekte beziehen.
Bekannte polyglotte Personen
Der Artikel versammelt Personen aus vielen Zeiten und Berufen, etwa Sprachwissenschaftler, Übersetzer, Diplomaten, Schriftsteller, Geistliche, Politiker, Forschende und Künstler. Die Liste ist alphabetisch in die Bereiche A–F, G–K, L–R, S–T und U–Z gegliedert. Häufig werden neben dem Beruf die Zahl der Sprachen oder einzelne von ihnen genannt.
Als besonders bekannte Beispiele nennt der Artikel Sir John Bowring (1792–1872), einen englischen politischen Ökonomen, Reisenden und Schriftsteller. Nach eigenen Angaben konnte er über 200 Sprachen und sprach über 100 davon. Emil Krebs (1867–1930), ein deutscher Diplomat und Sinologe, beherrschte 68 Sprachen in Wort und Schrift; als Abiturient sprach er bereits zwölf Sprachen. Giuseppe Mezzofanti (1774–1849), ein italienischer Kardinal, verließ Italien nicht, soll aber 38 Sprachen beherrscht und 50 Dialekte aus verschiedenen Sprachen gekannt haben. In der alphabetischen Liste wird abweichend angegeben, er habe 57 Sprachen verstanden. Die unterschiedlichen Angaben verdeutlichen die unscharfe Abgrenzung des Begriffs.
Zu den lebenden Beispielen gehört Ioannis Ikonomou, Übersetzer beziehungsweise Dolmetscher bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Einleitend heißt es, er spreche über 30 Sprachen; in der Liste stehen 32 Sprachen sowie einige alte Sprachen und Dialekte, die er nur passiv oder unvollkommen beherrsche. Sabira Ståhlberg wird als mehrsprachige Wissenschaftlerin, Übersetzerin, Schriftstellerin und polyglotte Autorin genannt.
Weitere im Artikel genannte hohe Zahlen reichen beispielsweise von 80 Sprachen bei Hans Conon von der Gabelentz über 65 bei Uku Masing und 52 bei Muhamed Mešić, von denen 28 fließend seien, bis zu Angaben wie 40 Sprachen bei Georges Dumézil oder William James Sidis. Andere Personen werden mit deutlich geringeren, aber dennoch mehreren Sprachen aufgeführt, etwa Audrey Hepburn mit sechs und Fausto Veranzio mit sieben fließend beherrschten Sprachen. Damit zeigt die Zusammenstellung vor allem die große Spannweite dessen, was in der Darstellung als polyglott gilt.