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Order of the British Empire

Der Orden ist in eine militärische und eine zivile Abteilung mit jeweils fünf Rängen unterteilt. Die Anzahl der Mitglieder ist zahlenmäßig nicht begrenzt. Der …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entstehung
  3. 3. Ränge und Abteilungen
  4. 4. Insignien
  5. 5. Verleihung und Titelregeln
  6. 6. Organisation und Kapelle

Überblick und Bedeutung

The Most Excellent Order of the British Empire, kurz Order of the British Empire, ist ein britischer Ritterorden. Er wurde am 4. Juni 1917 von König Georg V. gestiftet. Mit der Aufnahme in den Orden werden Verdienste in Kunst und Wissenschaft, in gemeinnützigen Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen sowie im öffentlichen Dienst gewürdigt.

Der Orden ist in eine militärische und eine zivile Abteilung gegliedert und hat jeweils fünf Ränge. Die Zahl der Mitglieder ist nicht begrenzt. Er gilt als der jüngste und mitgliederstärkste britische Ritterorden und hat außerdem die meisten ausländischen Mitglieder. Für Schülerinnen und Schüler ist wichtig: Der Orden ist ein staatlich-königliches Ehrensystem des Vereinigten Königreichs, das besondere Leistungen auszeichnet und je nach Rang auch mit Titeln wie Sir oder Dame verbunden sein kann.

Entstehung

König Georg V. gründete den Order of the British Empire am 4. Juni 1917 zugleich mit dem Order of the Companions of Honour. Ziel war es, Lücken im damaligen System der britischen Orden und Ehrenzeichen zu schließen. Vorher war der Order of the Bath vor allem für hohe Offiziere und Zivilbeamte vorgesehen. Der Order of St. Michael and St. George zeichnete fast ausschließlich Diplomaten für Verdienste im Ausland aus. Der Royal Victorian Order war für Personen bestimmt, die im persönlichen Umfeld der königlichen Familie gedient hatten, meist Mitglieder des Hofstaates.

Der neue Orden sollte auch andere Formen hervorragender Leistungen erfassen. Außerdem wollte Georg V. viele Menschen ehren, die sich im Ersten Weltkrieg verdient gemacht hatten. In der Folge wurde der Order of the British Empire zum britischen Verdienstorden mit den meisten Neuaufnahmen.

Die Ränge Member (MBE) und Officer (OBE) werden meist für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen. In Praxis und Häufigkeit wird dies im Artikel in gewisser Weise mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz verglichen. Da nicht nur britische Staatsbürger und Bürger des Commonwealth ausgezeichnet werden, gehören heute zahlreiche Personen aus fast allen Staaten der Welt zum Orden.

Ränge und Abteilungen

Der Orden hat fünf Stufen. Von der höchsten zur niedrigsten sind dies: Knight Grand Cross oder Dame Grand Cross (GBE), Knight Commander (KBE) oder Dame Commander (DBE), Commander (CBE), Officer (OBE) und Member (MBE).

Mit den beiden höchsten Stufen ist für Untertanen der britischen Krone eine Nobilitierung verbunden. Nobilitierung bedeutet hier die Erhebung in den persönlichen, nicht erblichen Adelsstand. Wer noch nicht adelig ist, darf danach das Prädikat Sir oder Dame vor dem vollständigen Namen tragen. Alle Ordensmitglieder dürfen optional hinter dem vollständigen Namen das passende Kürzel führen, also MBE, OBE, CBE, KBE, DBE oder GBE. Solche Namenszusätze heißen post-nominal, weil sie nach dem Namen stehen.

Die Mitglieder gehören entweder zur Civil Division, also zur zivilen Abteilung, oder zur Military Division, der militärischen Abteilung. Das Ordensband der Military Division hat bei allen Stufen einen grauen Mittelstreifen; bei der Civil Division fehlt dieser Streifen. Souverän des Ordens ist der jeweilige britische Monarch, gegenwärtig König Charles III. Das zweithöchste Amt ist der Grand Master, der vom Souverän ernannt wird. Frühere Großmeister waren Edward, Prince of Wales (1917–1936), Königin Mary (1936–1953) und Prinz Philip, Duke of Edinburgh (1953–2021). Seit 2024 ist Königin Camilla Großmeisterin.

Bis 1993 gehörte zum Orden die British Empire Medal (BEM). Im Oktober 2011 kündigte Premierminister David Cameron an, diese Medaille wieder einzuführen, um herausragende Leistungen im kommunalen Bereich anzuerkennen. Die ersten von rund 300 Verleihungen erfolgten 2012 im Zusammenhang mit dem diamantenen Regierungsjubiläum von Königin Elisabeth II. Anders als die Insignien des Ordens, die üblicherweise vom Monarchen selbst überreicht werden, wird die British Empire Medal von den Lord Lieutenants einzelner Grafschaften ausgehändigt.

Insignien

Insignien sind die sichtbaren Zeichen eines Ordens, etwa Kreuze, Sterne, Bänder oder Schärpen. Beim Order of the British Empire unterscheiden sie sich nach Rang.

Die beiden unteren Stufen, Member und Officer, tragen ihr Ordenszeichen am Band. Das Ordenszeichen eines Member ist silberfarben, das eines Officer goldfarben. Das Kreuz eines Commander ist blau emailliert und wird als Halsorden getragen. Frauen tragen diese drei Stufen stets an der Damenschleife.

Für Knights Commander und Dames Commander gilt beim Kreuz dasselbe wie für Commander; zusätzlich gehört ein vierzackiger Bruststern dazu. Knights Grand Cross und Dames Grand Cross tragen ihre Insignien als Hüftdekoration an einer Schärpe, also einem Schulterband. Dazu gehört ein achtzackiger Bruststern.

Verleihung und Titelregeln

Die Aufnahme in den Order of the British Empire erfolgt, wie bei den meisten britischen Orden und Ehrenzeichen, aufgrund einer Nominierung durch den Premierminister. Heute kann jede Person der Regierung Vorschläge machen, wer aufgenommen werden soll. In Rathäusern und Gemeindeämtern gibt es Informationsbroschüren und Formulare; dort wird auch über die Bedingungen von Vorschlägen beraten.

Für ausländische Personen, einschließlich ausländischer Diplomaten, sind das britische Außenministerium oder die diplomatischen Vertretungen des Vereinigten Königreichs zuständig. Sie leiten die Empfehlung an das Büro des Premierministers weiter.

Bürger des Vereinigten Königreiches und Bürger jener Commonwealth-Staaten, die den britischen Monarchen als Staatsoberhaupt anerkennen, können durch Aufnahme in eine der beiden höchsten Stufen in den Ritterstand erhoben werden. Knights Grand Cross und Knights Commander werden bei der Ordensverleihung, der investiture, vom Monarchen zum Knight geschlagen und führen danach Sir vor dem Vornamen. Dames Grand Cross und Dames Commander erhalten keinen Ritterschlag, werden aber ebenfalls Mitglieder des Ritterstandes und führen Dame.

Die Ehefrauen von Knights Grand Cross und Knights Commander dürfen wie die Ehefrauen aller britischen Knights das Höflichkeitsprädikat Lady vor ihrem Familiennamen führen. Ein entsprechendes Privileg für die Ehemänner von Dames Grand Cross und Dames Commander gibt es nicht. Königliche Prinzen und Peers führen Sir oder Dame in der Regel nicht, weil ihre höherrangigen Titel Vorrang haben.

Anglikanische Geistliche erhalten die Ritterwürde im Regelfall nicht. Ausländische Mitglieder des Ordens erhalten sie ebenfalls nicht. Wer nicht Bürger eines Commonwealth Realm ist, gehört dem Orden ehrenhalber an; umgangssprachlich wird dies oft honorary knighthood genannt. Ein Beispiel im Artikel ist Bill Gates: Wird ein Ausländer in eine der beiden höchsten Stufen aufgenommen, darf er sich nicht Sir nennen. Korrekt ist etwa William Gates III, KBE, nicht Sir William Gates III.

Organisation und Kapelle

Innerhalb des Ordens gibt es sechs Verwaltungsämter: Prälat, Dekan, Sekretär, Registrar, King of Arms und Ordensdiener, auf Englisch Gentleman Usher. Der jeweilige Bischof von London ist Prälat. Der Dekan der St Paul’s Cathedral ist kraft seines Amtes Dekan des Ordens. Der King of Arms dieses Ordens muss nicht zwingend Mitglied des College of Arms sein. Der Ordensdiener trägt den Titel Gentleman Usher of the Purple Rod, hat aber im Unterschied zum Gentleman Usher of the Black Rod des Hosenbandordens keine besondere Rolle im Staatsleben. Am 23. Juli 2013 übernahm Dame Amelia Chilcott Fawcett dieses Amt als erste Frau; sie trägt entsprechend die Bezeichnung Lady Usher of the Purple Rod.

Seit 1960 besitzt der Order of the British Empire eine eigene Ordenskapelle am östlichen Ende der Krypta der St Paul’s Cathedral in London. Auch der Order of St. Michael and St. George hat seine Ordenskapelle in dieser Kathedrale. Wegen der hohen Mitgliederzahl beider Orden finden Ordensfeiern heute nicht mehr in den Ordenskapellen statt, sondern im Hauptschiff der Kathedrale.

Gottesdienste für die Mitglieder des Order of the British Empire finden alle vier Jahre statt, zuletzt im Jahr 2024. In der Kapelle des Order of the British Empire hängen kaum Wappen, Banner und andere Abzeichen einzelner Ordensmitglieder. Zu sehen sind nur die Banner der beiden ranghöchsten Ordensmitglieder: des Souveräns und des Großmeisters.

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