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Jean-François Champollion
Im Alter von 13 Jahren begann Champollion mehrere orientalische Sprachen zu lernen, mit 17 Jahren hielt er einen Vortrag über mögliche Korrelationen zwischen …
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Bedeutung für die Ägyptologie
Jean-François Champollion (* 23. Dezember 1790 in Figeac; † 4. März 1832 in Paris) war ein französischer Sprachwissenschaftler. Seine entscheidende Leistung war die Entzifferung der Hieroglypheninschrift auf dem Stein von Rosette, auch Rosetta-Stein genannt. Mit der Vorstellung seiner Ergebnisse 1822 und ihrer ausführlichen Erläuterung 1824 schuf er die Grundlage für die wissenschaftliche Erforschung des dynastischen Ägyptens und wurde damit zu einer Schlüsselfigur der Ägyptologie.
Ausbildung und Sprachkenntnisse
Champollion wuchs in einfachen Verhältnissen als Sohn des Buchhändlers Jacques Champollion und Jeanne-Françoise Gualieu auf. Wegen der Unruhen der Französischen Revolution konnte er zunächst keine reguläre Schule besuchen. Ab März 1801 lebte er bei seinem älteren Bruder Jacques-Joseph in Grenoble und erhielt vor allem Privatunterricht.
Dort entwickelte er sein Interesse am alten Ägypten. Der aus Ägypten zurückgekehrte Mathematiker Joseph Fourier zeigte ihm 1802 ägyptische Altertümer und erklärte, dass noch niemand Hieroglyphen lesen könne. Champollion begann mit 13 Jahren orientalische Sprachen zu lernen. Mit 17 hielt er einen Vortrag über mögliche Zusammenhänge von koptischer und hieroglyphischer Schrift; das Koptische ist eine späte Sprache Ägyptens. Mit 18 beherrschte er nach Selbststudium und Privatunterricht acht alte Sprachen.
Von November 1804 bis August 1807 besuchte er ein Lyzeum. Anschließend wurde er aufgrund seines Aufsatzes über die Geographie Ägyptens vor den Eroberungen durch Kambyses Mitglied der Akademie von Grenoble. Von 1807 bis 1809 studierte er in Paris Arabisch, Persisch und Koptisch. Trotz schwerer gesundheitlicher Beschwerden arbeitete er sehr intensiv.
Entzifferung der Hieroglyphen
1808 erhielt Champollion in Paris eine Textkopie des Steins von Rosette. Er leitete daraus zunächst ein Alphabet der demotischen Schrift ab. Demotisch und Hieratisch sind ägyptische Schriften, die sich von den bildhaften Hieroglyphen unterscheiden. Seine frühen Erkenntnisse halfen ihm, Papyri zu entschlüsseln, auch wenn ihm Unterschiede zwischen den Schriften damals noch nicht vollständig klar waren.
Seine Forschung wurde später durch fehlende Materialien, politische Unruhen und ein Exil in Figeac von März 1816 bis Oktober 1817 erschwert. Ab Juli 1821 arbeitete er wieder in Paris besonders an Übersetzungen zwischen demotischen, hieratischen und hieroglyphischen Texten.
Der zentrale Gedanke war: Hieroglyphen sind nicht nur Symbolzeichen für ganze Wörter. Champollion verglich Kartuschen, also die Umrahmungen von Königsnamen, auf dem Stein von Rosette, dem Obelisken von Philae, Abbildungen aus einem Tempel in Abu Simbel und Papyri. Bei den Namen Ptolemaios VIII., Kleopatra II. und Kleopatra III. erkannte er, dass manche Zeichen Buchstaben beziehungsweise Lautzeichen darstellen, während andere für ganze Wörter stehen. Im September 1822 stellte er ein vollständiges System zur Entzifferung auf.
Am 27. September 1822 präsentierte er seine Ergebnisse vor der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres in Paris. Viele anwesende Wissenschaftler kritisierten ihn, warfen ihm Plagiat vor und bezweifelten seine Übersetzungen. Im Oktober 1822 veröffentlichte er den „Brief an M. Dacier“ über das Alphabet der phonetischen Hieroglyphen; im April 1824 folgte die ausführliche Darstellung „Zusammenfassung des Systems der Hieroglyphen im Alten Ägypten“. Der Brief gilt heute als Meilenstein der Ägyptologie. 1830 wurde Champollion Mitglied der Académie.
Forschungsreisen und letzte Jahre
Von Juni 1824 bis März 1826 hielt sich Champollion, auf der Suche nach weiteren ägyptischen Schriften, vor allem in Turin auf. Im Museo Egizio fand und übersetzte er den Königspapyrus Turin, eine ausführliche Liste der Pharaonendynastien. Die Übersetzung behielt er zunächst geheim, weil sie die Zeitrechnung der Kirche infrage stellte.
Von August 1828 bis Dezember 1829 leitete er eine französisch-toskanische Expedition entlang des Nils bis Wadi Halfa. Viele der dabei entdeckten Materialien sind die einzigen erhaltenen Zeugnisse von Tempelruinen, die damals oft als Steinbruch dienten. Champollion starb am 4. März 1832 im Alter von 41 Jahren an einem Schlaganfall und wurde auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris beigesetzt.
Wichtige Schriften
Zu Champollions zentralen Veröffentlichungen gehören „L'Égypte sous les Pharaons“ in zwei Bänden (1814), „De l'écriture hiératique des anciens Égyptiens“ (1821), die „Lettre à M. Dacier“ (1822) und das „Précis du système hiéroglyphique des anciens Égyptiens“ (1824; zweite Ausgabe vom 2. August 1828). Diese Schriften behandeln unter anderem die Geographie, Religion, Sprache und Schriften des alten Ägyptens sowie die Elemente und Kombinationen der hieroglyphischen Schrift.