Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Politikfeldanalyse
Die Politikfeldanalyse ist ein Bereich der Politikanalyse. Das Ziel einer Politikfeldanalyse ist es, Erkenntnisse und Wissen zu erlangen und dieses in der Lehre …
Inhalt2 Abschnitte
Gegenstand und Ziel
Die Politikfeldanalyse, auch Policy-Analyse, Policyanalyse oder Policy-Forschung genannt, ist ein Teilgebiet der Politischen Soziologie und der Vergleichenden Politikwissenschaft. Zugleich ist sie eine Forschungsrichtung der Verwaltungswissenschaft. Sie untersucht mit wissenschaftlichen Methoden konkrete Politikfelder, also abgegrenzte Bereiche staatlichen und politischen Handelns.
Politikfelder können den Ressorts einer Regierung entsprechen, etwa Innen-, Außen-, Sicherheits-, Verkehrs-, Gesundheits- oder Familienpolitik. Sie können aber auch spezieller abgegrenzt sein, beispielsweise Ost-, Nahost- oder Europapolitik. Im Mittelpunkt stehen sowohl die inhaltliche Dimension von Politik (policy) als auch ihre praktische Dimension (politics). Untersucht werden insbesondere politische Wirkungsprozesse, Entscheidungsprozesse und deren Ergebnisse.
Die grundlegenden Fragen lauten: Was tun politische Akteure? Warum tun sie es? Und was bewirken sie letztlich? Ziel ist es, Erkenntnisse und Wissen über Politik zu gewinnen. Dieses Wissen soll in der Lehre und durch Politikberatung weitergegeben werden. Politikfeldanalysen sollen zudem Problemlösungen erarbeiten, die der Politik als mögliche normative Vorgaben für eine „bessere Politik“ dienen können.
Merkmale und Untersuchungsperspektiven
Die Politikfeldanalyse ist ein Bereich der Politikanalyse. Sie ist inhaltlich orientiert und multidisziplinär, das heißt, sie bezieht unterschiedliche wissenschaftliche Fachrichtungen ein. Außerdem ist sie problemlösungsorientiert und ausdrücklich normativ orientiert: Sie fragt also nicht nur danach, wie Politik tatsächlich funktioniert, sondern auch danach, welche Lösungen oder Vorgaben für bessere Politik möglich sind.
Je nach Fragestellung kann sie politisches Handeln aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Dazu gehören:
- die Art einer Politik, zum Beispiel regulative, distributive oder redistributive Politik;
- die Organisationsformen, in denen politische Akteure zusammenwirken, etwa Netzwerke, Hierarchien oder Markt;
- Strukturen und Institutionen wie Parteien, Ministerien und internationale Organisationen (Mayntz/Scharpf 1995);
- politische Instrumente wie Gesetze, Steuern und Förderungen;
- die Verwendung von Wissen in der Politik, etwa als Argumentationsgrundlage, zur Legitimation oder zum Politiklernen.
Für die Etablierung der mit der Politikfeldanalyse verbundenen Verwaltungswissenschaft in Deutschland war auch die Projektgruppe Regierungs- und Verwaltungsreform wichtig, die von 1968 bis 1975 tätig war.