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Plenk
Plenk (vom englischen blank für „(das) Leerzeichen“, Spatium) bezeichnet im Netzjargon ein typografisch falsch gesetztes Leerzeichen vor einem Satzzeichen …
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Bedeutung und deutsche Regeln
Ein Plenk ist im Netzjargon ein typografisch falsch gesetztes Leerzeichen vor einem Satz- oder Wortzeichen, etwa vor Komma, Punkt, Ausrufe- oder Fragezeichen, Bindestrich oder Abkürzungspunkt. Es widerspricht im Deutschen der Rechtschreibung. Vor Frage- und Ausrufezeichen steht im Deutschen kein Leerzeichen.
Leerzeichen vor bestimmten Zeichen sind dagegen notwendig: vor einem Gedankenstrich, vor einer öffnenden Klammer sowie vor Auslassungspunkten, wenn diese mindestens ein ganzes Wort vertreten. Auch vor einem Ergänzungsstrich ist ein Leerzeichen nötig, wenn dieser für einen inhaltlich zu wiederholenden Wortteil steht, zum Beispiel: „Warenherstellung und ‑verkauf“.
Folgen und Beispiele
Plenks können bei automatischem Zeilenumbruch unerwünschte Wirkungen haben, wenn Programme den Unicode-Anhang UAX #14 nicht oder fehlerhaft umsetzen. Ein Satzzeichen kann dann am Beginn einer neuen Zeile stehen, etwa bei „Ich denke\n, ich plenke !“.
Außerdem können Ausdrücke sinnentstellend getrennt werden: „Blumenkohl - Suppe“ zerreißt die Bezeichnung „Blumenkohlsuppe“. „Hans ist Diplom – Ingenieur.“ trennt ebenfalls einen zusammengesetzten Ausdruck; zusätzlich wurde dort ein Bindestrich durch einen Gedankenstrich ersetzt. Im Netzjargon Vong werden Plenks seit den 2010er Jahren als Stilmittel verwendet.
Klammern und französischer Schriftsatz
Bei Klammern werden Leerzeichen häufig falsch gesetzt: Sie gehören vor die öffnende und hinter die schließende Klammer, sofern danach kein Satzzeichen folgt. Nicht korrekt sind grundsätzlich Leerzeichen direkt nach einer öffnenden oder direkt vor einer schließenden Klammer.
Ein Leerzeichen vor der schließenden Klammer kann ausnahmsweise erlaubt sein, wenn sonst eine Sinnentstellung entsteht. Bei einem Smiley am Ende eines Klammerausdrucks kann es die Smiley-Klammer von der schließenden Klammer des Einschubs unterscheiden. Es kann auch als praktische Lösung dienen, wenn Programme eine schließende Klammer fälschlich in einen zuvor stehenden Hyperlink einbeziehen.
Anders als im Deutschen und Englischen schreibt der französische Schriftsatz ein geschütztes Leerzeichen vor „?“, „!“, „:“ und „;“ sowie nach öffnenden „«“ und vor schließenden „»“ vor, auch bei Kombinationen wie „« Quoi ? »“. Das geschützte Leerzeichen verhindert einen unerwünschten Zeilenumbruch. Ist es nicht möglich, soll auch im Französischen kein Leerzeichen verwendet werden. Bei unterschiedlichen Spatienbreiten steht vor dem Semikolon häufig ein halbes Leerzeichen; im typografisch korrekten Schriftsatz werden die genannten Zeichen mit Viertelgeviert ausgeschlossen.
Klemp und andere Schriftsysteme
Klemp bezeichnet komplementär zum Plenk das fehlende Leerzeichen nach einem Satz- oder Wortzeichen. Auch dies ist typografisch in der Regel falsch; das Auslassen heißt „klempen“. In der Praxis wird ein Klemp manchmal geduldet, wenn Zeichen eingespart werden sollen, etwa bei Mikroblogging-Nachrichten mit üblicherweise höchstens 280 Zeichen, früher 140, oder bei SMS mit maximal 160 Zeichen. Multi-SMS haben die technische Begrenzung weitgehend verringert, doch wird jede Teil-SMS abrechnungstechnisch als eine SMS gezählt. Klempen gilt dabei weiterhin als typografisch „unschön“.
In chinesischen und japanischen Schriftsystemen stehen vor und nach Satzzeichen regulär keine Leerzeichen. Satzzeichen nehmen meist denselben quadratischen Raum, das Geviert, wie ein Schriftzeichen ein. Punkte „。“, Kommas „、“ und rechte Klammern „)“ stehen darin links, linke Klammern „(“ rechts; der übrige Raum kann wie ein kleiner Zwischenraum wirken. Bei Schreibern mit diesem kulturellen Hintergrund kann deshalb im lateinischen Schriftsystem teilweise eine Neigung zum Klempen bestehen.