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Punkt (Satzzeichen)
Punkt (Satzzeichen) ; Gedankenstrich; Bis-Strich · Anführungszeichen „ “ » « / « » ‚ ' › ‹ / ‹ ›. Schrägstrich; Backslash / \ ; –. Anführungszeichen „ “ » « / « »
Inhalt5 Abschnitte
Grundfunktion als Satzzeichen
Der Punkt (.) ist ein Interpunktionszeichen und beendet in der Regel einen Aussagesatz. Auch verkürzte Aussagesätze können mit einem Punkt enden: „Heute ist das Wetter schön.“ oder „Wie findest du das? Gut.“ Der zweite Satz steht verkürzt für „Ich finde das gut.“
Drei Punkte hintereinander heißen Auslassungspunkte. Sie zeigen an, dass beispielsweise in einem Zitat Wörter weggelassen wurden: „Ich bin der Meinung …“
Schlusspunkt und seine Regeln
Nach den amtlichen deutschen Rechtschreibregeln (§ 67) steht der Schlusspunkt, auch Satzendepunkt oder Satzpunkt genannt, am Ende eines Ganzsatzes. Meist ist dies ein Aussagesatz. Auch übergeordnete Aussagesätze mit eingeschlossenen Frage- oder Aufforderungsinhalten erhalten einen Punkt, etwa: „Der Vater befahl ihm, sofort zurückzukommen.“ oder „Er fragte mich, wie ich heiße.“
Ein Punkt steht außerdem nach Aufforderungssätzen, die ohne besonderen Nachdruck gesprochen werden: „Bitte gib mir das Buch.“ Bei nachdrücklich gesprochenen Aufforderungen kann dagegen ein Rufzeichen stehen.
Nach freistehenden Zeilen wird kein Punkt gesetzt (§ 67 E3 und § 68). Das betrifft unter anderem Namen auf Visitenkarten und in Briefköpfen, Anschriften, Überschriften, Buch-, Aufsatz- und Zeitungstitel sowie deren selbstständige Teile, selbstständige Datumsangaben und Unterschriften. Nach einem angeführten Satz steht ebenfalls kein Punkt, wenn dieser am Anfang oder innerhalb eines Gesamtsatzes steht (§ 92).
Abkürzungen und Ordnungszahlen
Bestimmte Abkürzungen werden mit einem Abkürzungspunkt geschrieben (§§ 101–102), zum Beispiel „d. h.“, „usw.“, „u. dgl.“, „Dr. med.“, „Univ.-Prof.“, „S. 9“ und „n. Chr.“. Allgemein gilt: Abkürzungen, die nicht als Abkürzung ausgesprochen werden, schreibt man in der Regel mit Punkt oder Punkten, etwa „u.“ für „und“ sowie „z. B.“ für „zum Beispiel“.
Steht ein Abkürzungspunkt am Satzende, übernimmt er zugleich die Funktion des Schlusspunktes. Es wird dann kein weiterer Punkt gesetzt: „Namen verschiedener alter Münzen lauten: Gulden, Kreuzer, Batzen, Taler usw.“
Nach Ziffern, die für Ordnungszahlen stehen, wird ein Punkt gesetzt (§ 104). Beispiele sind „Joseph II.“ – gesprochen „Joseph der Zweite“, „Joseph dem Zweiten“ oder „Joseph den Zweiten“ –, „Josephs II.“ – gesprochen „Josephs des Zweiten“ –, „28. November 1977“, „4. Schularbeit“ und „2. Auflage“. Steht eine solche Ordnungszahl am Satzende, erfüllt ihr Punkt gleichzeitig die Funktion des Schlusspunktes: „Der Nachfolger Wilhelms I. war Friedrich III.“
Gliederung von Zahlen, Zeiten und Texten
Der Punkt kann zur übersichtlichen Gliederung verschiedener Angaben dienen:
- In Deutschland und Österreich trennt er bei großen Zahlen die Zifferngruppen, zum Beispiel „100.000“ und „2.000.000“ für 2 Millionen.
- In der Schweiz wird er bei Preisangaben verwendet: „Fr. 3.60“; daneben steht „3,60 Franken“.
- In vielen englischsprachigen Ländern sowie in einigen Schweizer Kantonen, etwa St. Gallen oder Zürich, und generell im EDV-Bereich dient er als Dezimaltrennzeichen: „The difference is 1.5“ entspricht „Die Differenz ist 1,5“.
- In Zeitangaben trennt er Stunde und Minuten: „10.30 Uhr“. Möglich ist auch ein Doppelpunkt: „10:30 Uhr“.
- Bei der Gliederung von Texten steht er in Nummern von Unterabschnitten, etwa „Kapitel 1.4“, gesprochen „eins vier“.
- In vielen fachspezifischen Fällen gliedert er Zeichenketten, beispielsweise Hostnamen wie „de.wikipedia.org“ und IP-Adressen wie „123.123.1.104“.
Besondere Funktionen und Formen
In statistischen Tabellen steht der Punkt nach der seit April 2020 zurückgezogenen Norm DIN 55301 („Gestaltung statistischer Tabellen“) für „Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten“. Er ersetzt dabei einen Wert und ist damit ein wertersetzendes Zeichen, im Gegensatz zu wertergänzenden Zeichen beziehungsweise Qualitätsanzeigern. In Tabellen der amtlichen Statistik wird das Zeichen ebenfalls so verwendet.
Als Unterscheidungszeichen wird den Ziffern 6 und 9 in der Regel ein Punkt nachgestellt, wenn die Gefahr einer Verwechslung besteht, etwa bei Aufdrucken oder Losen. Ein Beispiel ist „6.“ auf einer Loskugel beim Lotto.
Typografisch ist der Punkt meist als kleiner ausgefüllter Punkt dargestellt. Besonders in handschriftlichen Aufzeichnungen kommen auch kreisförmige Punkte vor. Im Japanischen und Chinesischen wird anstelle eines ausgefüllten Punktes häufig ein kleiner Kreis verwendet: U+3002 „。“. Für den in diesen Sprachen verwendeten vollbreiten Schriftsatz gibt es außerdem die Variante U+FF0E „.“. Der Punkt hat im ASCII-Zeichensatz den Dezimalwert 46 und den Hexadezimalwert 2E.