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Auslassungspunkte
Meistens zeigt es eine Ellipse (Auslassung eines Textteils) an oder es wird als Stilmittel eingesetzt, z. B. zur Anzeige von Pausen oder unterbrochener Rede …
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Was sind Auslassungspunkte?
Auslassungspunkte (…) sind ein Satzzeichen, das aus drei aufeinanderfolgenden Punkten besteht (…). Sie zeigen meist eine Ellipse an, also die Auslassung eines Textteils, oder werden als Stilmittel eingesetzt, zum Beispiel für Pausen oder unterbrochene Rede. Die Auslassung kann am Anfang, am Ende oder in der Mitte eines Satzes stehen, auch innerhalb von Wörtern. Auslassungspunkte kommen nicht nur in Texten vor, sondern auch in Tabellen, in mathematischen Formeln und in Programmiersprachen.
Beim Schriftsatz heißt das typografische Zeichen auch Ellipse. Die drei Punkte liegen in gleichmäßigem Abstand auf der Grundlinie. Beim eigenständigen Zeichen sind die Abstände traditionell geringer als bei drei einzeln gesetzten Punkten; moderne Schriften können diesen Unterschied durch automatische Unterschneidung beseitigen oder sogar umkehren. In der deutschen Rechtschreibung sind die Auslassungspunkte in den §§ 99 und 100 geregelt.
Schreibregeln im Deutschen
Wortabstände vor und nach dem ausgelassenen Textteil bleiben bestehen, es werden keine zusätzlichen Leerzeichen eingefügt. Auch zwischen Klammern und Auslassungspunkten steht kein Leerzeichen, und es wird kein zusätzlicher Schlusspunkt gesetzt.
Werden ganze Wörter oder Satzteile ersetzt (z. B. „Das ist doch zum … So eine …“), steht davor ein Leerzeichen; danach nur dann ein Leerzeichen, wenn kein Interpunktionszeichen folgt. Werden Teile eines einzelnen Wortes ersetzt (z. B. „Sch…ß…!“), steht innerhalb des Wortes kein Leerzeichen; vor dem Wort steht ein Leerzeichen, danach nur ein Leerzeichen, wenn kein Interpunktionszeichen folgt.
Typografische Gepflogenheit: Eine Zeile soll nur mit Auslassungspunkten beginnen, wenn es sich um den Satzanfang handelt. Unerwünschte Zeilenumbrüche vermeidet man mit geschützten Leerzeichen (am Satzanfang nach, sonst vor den Auslassungspunkten).
Steht ein Ganzsatz mit Auslassungspunkten am Ende, entfällt der Schlusspunkt. Bei einer mit Auslassungspunkten beendeten Aufzählung steht kein Komma, z. B. „Lateinamerikanische Tänze sind Cha Cha Cha, Rumba, Jive …“. Begründungen: Ein gliederndes Satzzeichen verliert an der Stelle des Abbruchs seine Funktion; Auslassungspunkte sind ein Satzzeichen, Kommas gliedern aber Text; an der Abbruchstelle könnte „und“ stehen, vor dem kein Komma steht.
Groß-/Kleinschreibung: Beenden die Auslassungspunkte den Satz, zählen sie wie ein gewöhnlicher Punkt – der nächste Satz beginnt groß. Es ist aber auch kleines Weiterschreiben möglich, etwa wenn die Punkte nur ein Zögern anzeigen.
Auslassungspunkte in anderen Sprachen
Englisch: Neben dem Sonderzeichen (…) werden auch drei durch schmale oder geschützte Leerzeichen getrennte Punkte (. . .) verwendet. Bei Auslassung am Satzende folgt der Schlusspunkt oft den drei Punkten; manche Autoren verzichten jedoch auf das initiale Leerzeichen oder auf den Schlusspunkt. In bestimmten Situationen, z. B. bei Unterbrechungen, wird auch der Geviertstrich verwendet: „I was ready to go—wait, did I lock the door?“
Französisch (points de suspension) und Spanisch: Statt des Sonderzeichens werden drei getrennte Punkte geschrieben. Stehen die Auslassungspunkte in eckigen Klammern, gilt nach den Regeln der Imprimerie nationale, dass innerhalb der Klammer keine Leerzeichen stehen: […] (wie im Deutschen).
Chinesisch: Es werden sechs Auslassungspunkte verwendet, indem das Sonderzeichen für drei Punkte zweimal hintereinander geschrieben wird (……). Diese sechs Punkte nehmen den horizontalen Platz von zwei chinesischen Zeichen ein.
Verwendung: Zitate, Aufzählungen, Pausen, Stilmittel
Auslassung von Textteilen: In der direkten Rede können vulgäre Wendungen ausgelassen werden, z. B. „Sie sind ein A…!“, rief Max zornig aus.
Auslassungen in Zitaten: Zitate dürfen auf das Wesentliche gekürzt werden, sofern der Sinn nicht verfälscht wird. Meist stehen die Auslassungspunkte in runden oder eckigen Klammern, z. B. „Wikipedia ist ein […] Projekt …“. Bei integrierten Zitaten können die Klammern mit Punkten am Zitanfang und -ende wegfallen; bei hervorgehobenen Zitaten sollten sie vorhanden sein (inklusive Schlusspunkt).
Aufzählung: Eine Aufzählung kann mit Auslassungspunkten beendet werden, dann ohne Komma davor – analog zu „usw.“ oder „etc.“ („Cha Cha Cha, Rumba, Jive …“). Streng genommen stehen die Punkte hier nicht für ausgelassenen Text, sondern zeigen, dass die Aufzählung von vornherein unvollständig ist und nur Beispiele genannt werden.
Pausen und Unterbrechungen: Auslassungspunkte zeigen Pausen im Redefluss an oder dass ein Satz abbricht, etwa weil der Sprecher unterbrochen wurde („Ich … ich weiß nicht …“). Dafür kann auch der Gedankenstrich eingesetzt werden. Hier wird kein Text weggelassen; die Punkte geben die Rede originalgetreu wieder, auch bei „verschluckten“ oder unverständlichen Wortteilen. In Dialogen suggerieren sie oft betretenes oder peinliches Schweigen; in Comics und Karikaturen steht die Sprech- oder Gedankenblase mit Auslassungspunkten meist für Peinlichkeit.
Stilmittel: Auslassungspunkte können einen nicht zu Ende geführten Gedanken zeigen oder am Satzende darauf hinweisen, dass der Autor den Gedanken offen lässt, um den Leser zum Nachdenken anzuregen. Sie können Zögern ausdrücken und werden auch zur Verstärkung vor Frage- oder Ausrufezeichen eingesetzt („Das ist jetzt nicht dein Ernst …!“) – durch optische Hervorhebung und Verlängerung des Satzes wird Verwunderung und Sprachlosigkeit suggeriert. Einleitend erscheinen sie bei Antworten auf Rätsel oder Fangfragen.
Tabellen, Zahlen, Mathematik, Oberflächen, Programmierung
Tabellen: Nach der inzwischen (April 2020) zurückgezogenen Norm DIN 55301 (Gestaltung statistischer Tabellen) stehen Auslassungspunkte für „Angabe fällt später an“.
Zahlenangaben: In technischen Werken werden Auslassungspunkte statt des Bis-Strichs verwendet, wenn Zahlenangaben Striche enthalten (z. B. Kühlerfrostschutz −30 °C … −40 °C), weil nicht zwei Striche aufeinandertreffen dürfen; sonst sind „bis“ oder die Ellipse möglich.
Mathematik: Nach DIN 1302 dienen Auslassungspunkte als Fortsetzungspunkte im Sinne von „usw.“, um Intervalle, Folgen oder Mehrfachverkettungen darzustellen, z. B. endliche Folgen (0, 1, 2, …, 9) oder, wenn die Fortsetzung klar ist, unendliche Folgen (1, 3, 5, 7, …). Bei Operationen wird die Lage gelegentlich angepasst (z. B. 1 + 1/2 + 1/4 + 1/8 + ⋯ = 2). Die Darstellung ist nicht eindeutig, wenn das Bildungsgesetz unbekannt ist: 3, 5, 7, … kann alle ungeraden Zahlen ab 3, aber auch alle ungeraden Primzahlen bezeichnen. Trotz dieser möglichen Mehrdeutigkeit hat die Ellipse eine lange Tradition; bereits Fourier, der Erfinder des Summenzeichens, verwendete sie bei dessen Definition. Auch bei alternierenden Summen ist die Punktschreibung anschaulicher als Potenzen von −1.
Grafische Benutzeroberflächen: Bei Menüeinträgen und Schaltflächen deuten Auslassungspunkte darauf hin, dass weitere Eingaben abgefragt werden, meist öffnet sich dann ein Dialog (z. B. „Speichern unter …“ oder „Exportieren …“). Fehlen die Punkte, wird der Vorgang direkt ausgeführt, ohne weitere Dialoge (z. B. „Speichern“ überschreibt sofort unter demselben Dateinamen). Auch beim „Blättern“ durch Dialogseiten („Zurück …“, „Weiter …“) werden sie verwendet.
Programmiersprachen: Diverse Sprachen verwenden Ellipsen, meist mit drei Punkten: variadische Funktionen in Java und C; variadische Templates in C++ und D sowie seit C++17 Folding expressions; in Python hauptsächlich für Slicings (Ausschnitte aus indizierbaren Objekten). In Haskell gibt man mit einer 2-Punkt-Ellipse Listen an; theoretisch erlaubt die Sprache Operatoren aus drei oder mehr Punkten.
Eingabe und Darstellung am Computer
Kodierung: In Unicode ist das Zeichen als U+2026 „horizontal ellipsis“ enthalten. Im ASCII-Zeichensatz fehlt es, weshalb viele ältere Systeme es nicht darstellen konnten. In HTML wird es als … (hexadezimal), … (dezimal) oder … (benanntes Zeichen) kodiert; in LaTeX mit \ldots.
Tastatur: Windows: Alt gedrückt halten und 0133 auf dem Ziffernblock eingeben. Deutschsprachige Apple-Systeme: ⌥ + . (Punkt). Linux mit deutscher Belegung: Alt Gr + . (Punkt). Neo-Belegung: Mod 3 + X, die vertikale Ellipse durch ↻ + …. Belegung E1: Alt Gr + f, dann . (Punkt); Belegung T2: Alt Gr + f, dann , (Komma). Unter X.org: Compose-Taste, dann Punkt (.) und Doppelpunkt (:). Auf deutschen Standard-Tastaturen mit Belegung T1 sind die Auslassungspunkte als einzelnes typografisches Zeichen nicht vorhanden.
Ersetzung: Fehlt das Zeichen in Schriftart oder Zeichensatz, kann es durch drei Punkte „...“ ersetzt werden. Da praktisch alle modernen Computersysteme und Schriften auf Unicode basieren, ist eine Ersetzung aus technischen Gründen kaum noch nötig. Fehlt die Taste, lässt sich das Zeichen meist über Betriebssystem oder Texteditor einfügen; manche Texteditoren ersetzen drei Punkte automatisch durch das typografische Zeichen.