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Pivot-Akkord
Ein Pivot-Akkord (englisch Pivot chord oder auch Common chord) ist ein Akkord, der in identischer Form in verschiedenen Tonarten vorkommt und sich daher zur …
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Definition und Funktion
Ein Pivot-Akkord ist ein Akkord, der in identischer Form in verschiedenen Tonarten vorkommt. Er eignet sich deshalb dazu, zwei Tonarten bei einer Modulation, also einem Tonartwechsel, miteinander zu verbinden. Dabei bildet er den modulatorischen Kern und wirkt wie ein Drehpunkt zwischen Ausgangs- und Zieltonart. Entscheidend ist, dass der Akkord in beiden Tonarten die gleiche Qualität besitzt, also beispielsweise in beiden Fällen ein Dur- oder ein Mollakkord ist.
Prinzip der Pivot-Akkordmodulation
Verwandte Tonarten besitzen mindestens einen gemeinsamen diatonischen Akkord. Diatonisch bedeutet hier, dass der Akkord aus den leitereigenen Tönen der jeweiligen Tonart gebildet wird. Ein solcher gemeinsamer Akkord kann einen fließend empfundenen Übergang ermöglichen. C-Dur und G-Dur haben beispielsweise vier gemeinsame Akkorde, die jeweils als Pivot-Akkord dienen können.
Der Tonartwechsel entsteht durch eine funktionale Umdeutung: Derselbe Akkord nimmt in der Zieltonart eine andere Stufenposition und damit eine andere harmonische Funktion ein als in der Ausgangstonart. Er wird zunächst noch im Zusammenhang der alten Tonart wahrgenommen und anschließend als Bestandteil der neuen Tonart verstanden.
Beispiele aus der Popmusik
In der Popmusik werden Pivot-Akkorde häufig verwendet, um Tonarten im Ganztonabstand auf kurzem Weg zu verbinden. In Dolly Partons Komposition „I Will Always Love You“ in der Interpretation von Whitney Houston wird der letzte Refrain von A-Dur nach H-Dur transponiert. Diese sogenannte pump-up modulation ist ein typisches Modulationsklischee der Popmusik und soll am Schluss eine Steigerungswirkung erzeugen. Als Pivot-Akkord dient E-Dur: In A-Dur ist er eine halbschlüssige Dominante, in H-Dur wird er als Subdominante umgedeutet.
In „Penny Lane“ von Lennon/McCartney verdeutlicht der Tonartwechsel dagegen die formale Gliederung. Die Strophe steht in H-Dur; über den Pivot-Akkord E-Dur führt die Musik zum Refrain in A-Dur. E-Dur ist dabei zunächst die Subdominante von H-Dur und anschließend die Dominante von A-Dur.
Abhängigkeit von der harmonischen Analyse
Bei eng verwandten Tonarten ist nicht immer eindeutig, ob eine Akkordfolge als wirklicher Tonartwechsel oder lediglich als Schlusswendung innerhalb der Ausgangstonart verstanden werden soll. Eine Bewegung von der I. Stufe in C-Dur zur I. Stufe in G-Dur kann beispielsweise auch als Halbschluss von der Tonika, der I. Stufe, zur Dominante, der V. Stufe, in C-Dur interpretiert werden. Die Deutung hängt vom historischen Kontext und vom verwendeten Analysemodell ab.
Ein Beispiel bietet Johann Sebastian Bachs „Ermuntre dich, mein schwacher Geist“ aus dem Weihnachtsoratorium, BWV 248. In der beschriebenen Analyse wird der Akkord auf dem dritten Viertel des ersten Taktes, bezogen auf die Ausgangstonart G-Dur, als Pivot-Akkord zur Zieltonart D-Dur verstanden. Der G-Dur-Akkord wird dabei zur IV. Stufe beziehungsweise zur Subdominante in D-Dur umgedeutet. Diese Interpretation folgt der Stufentheorie und gilt für einen Choralsatz als angemessen.
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