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Phylogenese

Auswertung von strukturellen (morphologischen) und anatomischen Merkmalen von Fossilien, · Vergleich der morphologischen, anatomischen und physiologischen …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung der Phylogenese
  2. 2. Methoden und Grenzen der Forschung
  3. 3. Synphylogenese von Parasit und Wirt

Bedeutung der Phylogenese

Phylogenese oder Phylogenie bezeichnet die stammesgeschichtliche Entwicklung aller Lebewesen sowie bestimmter Verwandtschaftsgruppen auf allen Ebenen der biologischen Systematik. Sie umfasst außerdem die Evolution einzelner Merkmale während der Entwicklungsgeschichte von Lebewesen. Davon unterscheidet sich die Ontogenese: Sie beschreibt die individuelle Entwicklung eines einzelnen Lebewesens. Phylogenese und Ontogenese sind zusammen Gegenstand der biogenetischen Grundregel.

Methoden und Grenzen der Forschung

Die Erforschung der Phylogenese heißt Phylogenetik. Sie nutzt verschiedene Arten von Belegen:

  • strukturelle, also morphologische, und anatomische Merkmale von Fossilien;
  • den Vergleich morphologischer, anatomischer und physiologischer Merkmale heute lebender Lebewesen, historisch eingeschränkt auch von Viren;
  • den Vergleich der Ontogenese vor allem rezenter, also heute lebender, Organismen;
  • molekulargenetische Untersuchungen des Genoms, insbesondere DNA-Sequenzanalysen; bei Viren kann auch RNA untersucht werden.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Homologien und Homoplasien. Homologien sind Ähnlichkeiten aufgrund gemeinsamer Abstammung. Homoplasien sind Analogien, die durch parallele Entwicklungen entstehen können, etwa unter gleichen Umweltbedingungen. Aus den erhobenen Daten werden phylogenetische Bäume erstellt, welche die rekonstruierten Verwandtschaftsverhältnisse darstellen.

Evolutionsprozesse lassen sich meist nicht direkt beobachten oder experimentell nachvollziehen. Deshalb müssen Belege aus mehreren Bereichen zusammengeführt werden. Dabei können unterschiedliche Stammbäume und Einteilungen entstehen. Ein Beispiel ist die Diskussion über protostome Tierstämme: Die Einteilung als Häutungstiere wird vorwiegend genetisch begründet, die Einteilung als Articulata vorwiegend morphologisch.

Synphylogenese von Parasit und Wirt

Synphylogenese beschreibt die entwicklungsgeschichtlich streng interdependente Entwicklung von Lebewesen; auch der Begriff Parasitophylese wird verwendet. Sie betrachtet insbesondere die gemeinsame evolutionäre Entwicklung von Parasit-Wirt-Systemen. Parasitismus wird dabei als wichtiger Motor der Evolution beschrieben.

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