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Pfeifregister
Das Pfeifregister (auch Flageolettregister genannt) ist das höchste Gesangsregister der menschlichen Stimme. Es wird benutzt, um Töne ab etwa dem …
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Definition und Bedeutung
Das Pfeifregister, auch Flageolettregister genannt, ist das höchste Gesangsregister der menschlichen Stimme. Es wird verwendet, um sehr hohe Töne ab etwa dem 3-gestrichenen c, dem „hohen C“, zu erzeugen. Dieser Ton hat eine Frequenz von 1046,5 Hz. Nur sehr wenige Menschen sind in der Lage, in diesem Register zu singen.
Oberhalb dieses Tonbereichs ist – abgesehen von Vibrato – keine Artikulation und keine deutliche Vokaldifferenzierung mehr möglich. Der Grund liegt darin, dass nur noch wenige Formanten hörbar sind. Formanten sind hervorgehobene Frequenzbereiche, die unter anderem zur Unterscheidung von Sprachlauten und Vokalen beitragen. Das menschliche Gehör kann die Töne in diesem Bereich deshalb spektral nicht mehr ausreichend differenzieren.
Physiologische Grundlagen
Das Pfeifregister war bis ins 21. Jahrhundert hinein das am wenigsten erforschte Gesangsregister. Lange nahm man an, dass die Stimmlippen bei diesen Tönen maximal angespannt und bis auf eine kleine Restöffnung geschlossen seien. Nach dieser früheren Vorstellung würden die Stimmlippen nicht oder kaum schwingen. Der Ton sollte vielmehr ähnlich wie beim Pfeifen mit dem Mund durch Luftverwirbelungen hinter der Restöffnung entstehen.
Diese Erklärung erwies sich als falsch. Der Phoniater Matthias Echternach konnte 2012 mithilfe moderner endoskopischer Methoden und eines Laryngoskops nachweisen, dass die Stimmlippen auch bei diesen sehr hohen Tonhöhen schwingen. Dieser Nachweis gelang mindestens bis zu einer Tonhöhe von 1568 Hertz, dem 3-gestrichenen g. Für diese Forschungsarbeit erhielt Echternach den European Phoniatrics Voice Award 2014.
Verwendung in der klassischen Musik
In der europäischen klassischen Musik wird das Pfeifregister besonders in vielen Koloraturarien für Sopran eingesetzt. Koloraturarien enthalten anspruchsvolle, bewegliche Gesangspassagen. Das Pfeifregister wird dabei für Töne ab etwa dem 3-gestrichenen d benötigt.
Ein besonders bekanntes Beispiel ist die zweite Arie der Königin der Nacht aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Die Zauberflöte: „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“. Die Arie enthält mehrere Töne oberhalb des 3-gestrichenen c; der höchste Ton ist das 3-gestrichene f.
Auch die Arien der Konstanze und der Blonde aus Mozarts Entführung aus dem Serail verlangen den Einsatz des Pfeifregisters. In zahlreichen Konzertarien schrieb Mozart ebenfalls Tonhöhen vor, die die weibliche Pfeifstimme erfordern. Als eine der anspruchsvollsten Partien gilt die für Aloisia Lange komponierte Arie Popoli di Tessaglia.
Weitere Beispiele sind die Arie der Zerbinetta aus Richard Strauss’ Oper Ariadne auf Naxos, die Glöckchenarie der Lakmé aus der gleichnamigen Oper von Léo Delibes sowie manche Gesangspassagen der Gepopo aus György Ligetis Oper Le Grand Macabre. Diese Werke verlangen die höchsten Spitzentöne der weiblichen Stimme.
Popmusik und dokumentierte Höchsttöne
Das Pfeifregister wird auch in der modernen Popularmusik verwendet. Als Sängerinnen und Interpretinnen, die für die Beherrschung dieser anspruchsvollen Technik bekannt sind, werden Mariah Carey, Minnie Riperton, Kristin Chenoweth, Ariana Grande und die Jazz-Interpretin Rachelle Ferrell genannt. Mariah Carey erreichte dabei das 4-gestrichene g.
Auch einige Männer verfügen über ein Pfeifregister. Der australische Popsänger Adam Lopez erreichte das 5-gestrichene cis, der kasachische Classical-Crossover-Sänger Dimash Kudaibergen das 5-gestrichene d.
Georgia Brown, eine Künstlerin der Música Popular Brasileira, erreichte 2004 unter Einsatz des Pfeifregisters das 7-gestrichene g. Das Guinness-Buch der Rekorde führt seit 2019 den Iraner Amirhossein Molaei als Rekordhalter für den höchsten von einem Mann erzeugten Ton. Dieser Ton ist das 5-gestrichene fis.