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Paul Robeson
Paul LeRoy Robeson [ˈɹoʊ̯bsn̩] (* 9. April 1898 in Princeton, New Jersey; † 23. Januar 1976 in Philadelphia, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer …
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Überblick
Paul LeRoy Robeson (* 9. April 1898 in Princeton, New Jersey; † 23. Januar 1976 in Philadelphia, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Sänger, Sportler, Autor und Bürgerrechtler. Er verband eine erfolgreiche Bühnen-, Film- und Musikkarriere mit politischem Engagement gegen Rassismus und für sozialistische Ziele. Seine Ehefrau war die Anthropologin und Bürgerrechtlerin Eslanda Goode Robeson.
Besonders bekannt wurde Robeson durch seine Bassstimme, die Rolle des Joe im Musical Show Boat und das Lied Ol’ Man River. Zugleich prägten seine Unterstützung für die Sowjetunion, sein Einsatz für die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg und die Folgen der McCarthy-Ära sein öffentliches Leben.
Ausbildung und Sport
Robeson war das jüngste von sieben Kindern von Maria Louisa Bustill und Reverend William Drew Robeson, einem ehemaligen Sklaven. Sein Vater war als junger Mann der Sklaverei in North Carolina, im Martin County, entkommen.
Von 1915 bis 1919 studierte Robeson mit einem Stipendium an der Rutgers University, obwohl seine Familie eine historisch-afroamerikanische Hochschule (HBCU) bevorzugt hätte. Er spielte American Football, Baseball und Basketball und betrieb Leichtathletik. Für sportliche, musische und akademische Leistungen erhielt er insgesamt zwölf Varsity Letters. Als Footballspieler auf der Position End wurde er 1917 und 1918 von Frank Menke sowie 1918 von Walter Camp zum All-American gewählt; als erster Spieler seiner Universität. 1995 wurde er posthum in die College Football Hall of Fame aufgenommen.
1921 und 1922 spielte er Profi-Football für die Hammond Pros, die Akron Pros und später die Milwaukee Badgers. Insgesamt hatte er 15 Einsätze und erhielt bis zu 500 Dollar pro Spiel. Mit diesen Einnahmen finanzierte er sein Jurastudium an der Columbia University, das er 1923 abschloss.
Kunst, Musik und politisches Engagement
Schon 1924 trat Robeson in Eugene O’Neills Stück All God’s Chillun Got Wings auf und übernahm anschließend eine Hauptrolle in Emperor Jones. Seine wichtigste Broadway-Rolle war Othello. Im Film spielte er erstmals 1925 in Oscar Micheauxs Stummfilm Body and Soul. Ab Kaiser Jones (1933) wirkte er in kommerziellen Filmen mit. Eine besondere Rolle hatte er als Erzähler in Joris Ivens’ DEFA-Film Das Lied der Ströme (1953/54).
1932 sang er erstmals in einem Broadway-Musical, Show Boat, und erhielt dafür stehende Ovationen. Durch die Verfilmung von 1936 wurde er als Joe und mit Ol’ Man River einem breiten Publikum bekannt. Zwischen 1925 und 1961 nahm er fast dreihundert Lieder auf und veröffentlichte sie in mehreren Varianten auf 60 LPs. Er sang in 20 Sprachen und beherrschte sieben davon. Zu seinem Repertoire gehörten Folk-, Blues- und Jazz-Standards, Pop- und Musicalsongs sowie klassische und politische Lieder.
Von 1927 bis 1939 lebte Robeson in London. Unter dem Einfluss von George Bernard Shaw sowie Politikern der Labour Party und Kommunisten wurde er Sozialist. Er las Marx und Engels, Lenin und Stalin im Original. Robeson war Kommunist, trat aber nie einer Partei bei. Nach einem Besuch in der Sowjetunion 1934 galten er und seine Frau als Stalin-Sympathisanten. Robeson bezeichnete die Sowjetunion als befreiende und wahrhaft menschliche Gesellschaft. 1936/37 sang er für die Internationalen Brigaden in Spanien.
1939 wurde die Kantate Ballad for Americans von John La Touche und Earl Robinson mit Robeson in der Hauptrolle im CBS-Rundfunk aufgeführt. Er wurde außerdem ein wichtiger Mentor für Harry Belafonte, der sich künstlerisch und politisch auf ihn berief.
McCarthy-Ära und spätere Jahre
In der McCarthy-Ära wurde Robeson wegen seiner politischen Haltung der Reisepass entzogen. Seine Schallplatten verschwanden aus Geschäften und sein Name stand auf Schwarzen Listen; dies kam einem Auftrittsverbot in den Vereinigten Staaten gleich. Internationale Komitees, besonders in Großbritannien, forderten seine Reisefreiheit. 1957 fanden daher zwei Telefonkonzerte statt: eines für die Londoner St. Pancras Town Hall und eines für walisische Bergarbeiter, zu denen Robeson seit den 1920er Jahren enge Beziehungen hatte.
1958 durfte er nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Kent v. Dulles wieder ausreisen: Niemandem darf allein wegen seiner politischen Meinung der Pass entzogen werden. Danach spielte Robeson in England erneut Othello, sang 1959 beim Sommerfestival der KPÖ in Wien und trat 1960 in der DDR auf. Dort wurde er als „Verkörperung des ‚anderen‘ Amerika“ gefeiert; 1964 kehrte er für eine ärztliche Behandlung dorthin zurück. Beigesetzt wurde er auf dem Ferncliff Cemetery in Hartsdale, New York.
Auszeichnungen und Erinnerung
Robeson erhielt 1952 den Internationalen Stalinfriedenspreis und 1955 den Weltfriedenspreis. Seit 1956 war er Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste der DDR, Sektion Darstellende Kunst. Am 5. Oktober 1960 verlieh ihm die Philosophische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin die Ehrendoktorwürde.
In der DDR erinnerten unter anderem Schulen, die Paul-Robeson-Straße in Berlin-Prenzlauer Berg und eine Sondermarke von 1983 an ihn. Nach ihm wurden auch die Tomatensorte „Pol Robson“ und der Asteroid (2328) Robeson benannt. Die Dokumentation Paul Robeson: Tribute to an Artist gewann 1980 den Oscar als bester Dokumentar-Kurzfilm.