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Patrick Süskind
Sein 1985 veröffentlichter und bislang einziger Roman Das Parfum wurde zu einem Bestseller. Ebenfalls ein Welterfolg war sein Einpersonenstück Der Kontrabaß.
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Person und Bedeutung
Patrick Süskind, geboren am 26. März 1949 in Ambach am Starnberger See, ist ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor. Sein 1985 veröffentlichter und bislang einziger Roman Das Parfum wurde mit etwa 20 Millionen verkauften Exemplaren und Übersetzungen in 49 Sprachen zu einem internationalen Bestseller. Auch sein Einpersonenstück Der Kontrabaß war weltweit erfolgreich.
Süskinds Werke konzentrieren sich häufig auf Antihelden: gesellschaftliche Außenseiter, die das Verhalten anderer Menschen aus der Distanz beobachten. Neben Prosa und Theaterstücken schrieb er gemeinsam mit Helmut Dietl mehrere bekannte Drehbücher. Außerdem übersetzte er Bücher aus dem Französischen und Englischen ins Deutsche.
Leben und Arbeitsweise
Süskind wuchs im bayerischen Holzhausen auf. Sein Vater Wilhelm Emanuel Süskind war Schriftsteller, Übersetzer und Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung; seine Mutter Annemarie Süskind war Sportlehrerin. Nach Abitur und Zivildienst studierte Patrick Süskind ab 1968 in München Mittelalterliche und Neuere Geschichte. Zwei Semester verbrachte er in Aix-en-Provence, um sein Französisch zu verbessern. Daneben besuchte er unter anderem Kurse in Englisch, Spanisch, Latein, Griechisch, Politik, Kunst und Theologie. 1974 brach er sein Studium ab. Während der Studienzeit entstanden seine ersten Texte.
Süskind gilt als sehr öffentlichkeitsscheu. Er tritt kaum öffentlich auf, von ihm sind nur vier Interviews überliefert und wenige Fotos veröffentlicht. Mehrere Auszeichnungen lehnte er ab, darunter 1986 den französischen Preis für das beste Debüt sowie 1987 den Tukan-Preis und den FAZ-Literaturpreis. Auch zur Münchner Weltpremiere der Verfilmung von Das Parfum am 7. September 2006 erschien er nicht.
2003 war er Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie. Er lebt hauptsächlich in München, in Seeheim am Starnberger See und im französischen Montolieu. Mit seiner Lebensgefährtin, der Verlegerin Tanja Graf, hat er einen Sohn.
Literarische Hauptwerke
Der Kontrabaß von 1981 ist ein einaktiges Theaterstück und zugleich ein Einpersonenstück: Ein vereinsamter Kontrabassist spricht in einem Monolog, also einer längeren Rede einer einzelnen Figur, über sein Leben. In der Spielsaison 1984/85 war es mit mehr als 500 Aufführungen das meistgespielte Stück auf deutschsprachigen Bühnen. Es gehört weiterhin zum Repertoire deutscher und internationaler Theater.
Das Parfum von 1985 ist Süskinds bekanntestes Werk. Der Roman stand 1985 und 1986 auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und erhielt 1987 den World Fantasy Award als bester Roman. Bei einer BBC-Wahl, an der etwa 750.000 Briten teilnahmen, war Das Parfum der einzige deutsche Titel unter den ausgewählten 100 wichtigsten Büchern der Weltliteratur. Tom Tykwer verfilmte den Roman 2006 als Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders. Constantin Film und Produzent Bernd Eichinger erwarben die Rechte für einen unbekannten Betrag, der auf fünf bis zehn Millionen Dollar geschätzt wurde.
Weitere belletristische Werke sind Die Taube (1987), Die Geschichte von Herrn Sommer (1991) und Drei Geschichten (1995). Zu Die Geschichte von Herrn Sommer schuf Jean-Jacques Sempé die Zeichnungen. Süskinds sachliterarisches Werk Über Liebe und Tod erschien 2006.
Arbeit für Film und Fernsehen
Süskind arbeitete besonders häufig mit dem Regisseur und Autor Helmut Dietl zusammen. Für Der ganz normale Wahnsinn war er 1980 Co-Autor zweier Folgen. Gemeinsam mit Dietl schrieb er Monaco Franze – Der ewige Stenz (1982), vier der sechs Folgen von Kir Royal (1986), den Spielfilm Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (1997) und Vom Suchen und Finden der Liebe (Filmfassung 2004, Buchausgabe 2005).
In Rossini griff Süskind seine eigene Zurückgezogenheit selbstironisch auf: Eine scheue Autorenfigur verweigert selbst für viel Geld die Verfilmung ihres Buches. Der Produzent wurde als Abbild Bernd Eichingers gestaltet, der damals die Filmrechte an Das Parfum erwerben wollte. In Monaco Franze hatte Süskind zudem einen kurzen Cameoauftritt, also einen kleinen Gastauftritt.
Übersetzungen und Dokumentarfilm
Süskind war mit dem französischen Zeichner Jean-Jacques Sempé befreundet und übersetzte mehrere seiner Werke ins Deutsche: Verwandte Seelen (1993), Unergründliche Geheimnisse (1995), Das Geheimnis des Fahrradhändlers (1996), Mit vorzüglicher Hochachtung (2008) und Kindheiten. Ein Gespräch mit Marc Lecarpentier (2012). Außerdem übersetzte er Margaret Wise Browns Gute Nacht, lieber Mond (2016).
Der 43 Minuten und 30 Sekunden lange Dokumentarfilm Patrick Süskind – Duft & Distanz von Julia Benkert wurde am 7. September 2006 im Bayerischen Fernsehen erstmals ausgestrahlt. Süskind kam darin nicht selbst zu Wort; andere Personen berichteten über ihre Begegnungen mit ihm.