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Ouvertüre

Eine Ouvertüre (von französisch ouverture ‚Eröffnung') ist ein Werk der Instrumentalmusik, das zur Eröffnung von Bühnenwerken (Oper, Ballett oder Tanz-Suite …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Historische Entwicklung
  3. 3. Formen und Funktionen

Begriff und Bedeutung

Eine Ouvertüre ist ein Werk der Instrumentalmusik, das zur Eröffnung von Bühnenwerken wie Oper, Ballett, Tanz-Suite oder Schauspiel, von größeren Vokalwerken wie Kantate und Oratorium oder allgemein als Auftakt eines Konzertprogramms dient. Sie wird von einem Orchester gespielt und kann entweder auf ein nachfolgendes Werk bezogen sein oder als selbstständiges Konzertstück auftreten.

Historische Entwicklung

Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts sind instrumentale Einleitungen zu Tanz- und Theaterveranstaltungen belegt. Sie trugen unterschiedliche Bezeichnungen wie Toccata, Sonata oder Sinfonia und bestanden oft nur aus einer kurzen Fanfare. Seit dem 17. Jahrhundert setzten sich Stücke aus zwei Sätzen mit unterschiedlichem Tempo durch; daran konnte sich ein dritter Satz anschließen. Im französischen Sprachgebiet wurden solche Stücke häufig Entrée, im italienischen Sinfonia genannt. Um etwa 1800 setzte sich die Bezeichnung Ouverture durch, während sinfonia im Italienischen weiterhin als Bezeichnung für eine Ouvertüre üblich blieb.

Im 18. Jahrhundert herrschten die Französische und die Italienische Ouvertüre als wichtige Typen vor. Die Entwicklung der Italienischen Ouvertüre steht mit dem Concerto grosso und der vorklassischen Sinfonia in Verbindung; aus der vorklassischen Sinfonia entwickelte sich schließlich die klassische Sinfonie. Die formale Entwicklung der Ouvertüre hängt insgesamt eng mit der Sonate und der Sinfonie zusammen.

Johann Sebastian Bach überschrieb vier Werke dieser Gattung lediglich mit dem Titel des Eingangssatzes „Ouverture“, ohne einen Titel für die gesamte Komposition. Deshalb werden seine Orchestersuiten und andere Suiten des Spätbarocks heute häufig ebenfalls als „Ouvertüren“ bezeichnet. Gegen 1800 löste sich die Trennung zwischen Französischer und Italienischer Ouvertüre auf. Ouvertüren erhielten entweder eine Sonatensatzform oder wurden aus Themen der nachfolgenden Oper zusammengestellt, wodurch eine Nähe zur Programmmusik entstehen konnte. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden längere Ouvertüren häufig aufgegeben und durch ein kurzes Vorspiel ersetzt.

Formen und Funktionen

Die Französische Ouvertüre hat typischerweise drei Teile: eine gravitätische Einleitung mit punktierten Rhythmen, einen schnellen, fugierten Mittelteil und einen an den ersten Teil angelehnten Abschlussteil. Die Italienische Ouvertüre besteht ebenfalls aus drei Teilen: einem schnellen, oft konzertant gehaltenen Einleitungsteil, einem langsamen, ariosen Mittelteil und einem Tanz, der häufig an den ersten Teil angelehnt ist.

Die Opernouvertüre ist ein instrumentales Einleitungsstück einer Oper und wird üblicherweise bei noch geschlossenem Vorhang gespielt. Sie stellt den Tenor des Werkes sowie oft wesentliche Handlungselemente und hervorstechende Charakterzüge der handelnden Personen musikalisch vor. Bei Rameau und Gluck wird teilweise auch der musikalische Weg zur ersten Szene dargestellt. Eine besondere Form ist die Potpourri-Ouvertüre, die besonders häufig bei Operetten vorkommt und die wichtigsten Melodien aus der Oper oder Operette miteinander verbindet. Ein typisches Beispiel ist die Ouvertüre zu Johann Strauss’ (Sohn) Operette Die Fledermaus.

Die Konzertouvertüre ist ein kleineres Orchesterstück, das speziell für Orchesterkonzerte und ohne Bezug zu einer Oper komponiert wird. Meist hat sie die Form eines raschen Sonatensatzes mit einer vorangestellten langsamen Einleitung. Häufig besitzt sie einen programmatischen Hintergrund, etwa Mendelssohns Die Hebriden, oder wurde für einen besonderen Anlass komponiert, etwa Beethovens Zur Weihe des Hauses und Brahms’ Akademische Festouvertüre. Auch Schauspielen mit Bühnenmusik wurden Ouvertüren vorangestellt. Bekannte Schauspielouvertüren sind Beethovens Egmont- und Coriolan-Ouvertüre, Schuberts Ouvertüre zu Die Zauberharfe und Mendelssohns Ouvertüre zu Shakespeares Sommernachtstraum.

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