Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Französische Ouvertüre
Die französische Ouvertüre ist eine musikalische Form, die in der Barockmusik häufig verwendet wurde. Sie ist in der Regel zweiteilig, wobei die beiden …
Inhalt3 Abschnitte
Definition und Aufbau
Die französische Ouvertüre ist eine musikalische Form, die in der Barockmusik häufig verwendet wurde. Sie ist normalerweise zweiteilig; beide Teile werden jeweils durch Wiederholungszeichen abgeschlossen.
Der erste Teil ist langsam, oft mit „Grave“ bezeichnet, und durch punktierte Rhythmen geprägt. Der zweite Teil steht in schnellem Tempo und hat fugierten Charakter, das heißt, musikalische Stimmen setzen nacheinander mit ähnlichem Material ein. Am Ende folgt oft eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils, bei der auch Teile seines melodischen Inhalts wiederholt werden können.
Verwendung und Beispiele
Jean-Baptiste Lully, Hofkomponist Ludwigs XIV., brachte die französische Ouvertüre zu voller Blüte und verwendete sie ab 1650 in seinen Balletten und Opern. In den folgenden hundert Jahren prägte die Form den musikalischen Stil in Frankreich und seinen Nachbarländern. Fast alle Barockkomponisten nutzten sie.
Johann Sebastian Bach verwendete die Form unter anderem in der „Overture nach Französischer Art“ BWV 831, in der 4. Partita in D-Dur BWV 828 aus der „Clavierübung“, in seinen Orchestersuiten, in der 16. Goldberg-Variation und in mehreren Kantaten. Auch zahlreiche Opern und Oratorien Georg Friedrich Händels beginnen mit einer französischen Ouvertüre, darunter der „Messias“.
Abgrenzung zur italienischen Ouvertüre
Den formalen Gegensatz bildet die dreisätzige italienische Ouvertüre. Ihre Tempofolge lautet schnell–langsam–schnell. Aus ihr entwickelte sich im Laufe des 18. Jahrhunderts über die vorklassische Sinfonia die klassische Symphonie.