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Oliver E. Williamson
... (Opportunitätskosten) zu vergleichen sind. Überwiegt der Nutzen die Kosten, so ist eine Fusion oder ein Unternehmenskauf aus ökonomischer Sicht vertretbar …
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Bedeutung und Forschungsgebiet
Oliver Eaton Williamson (* 27. September 1932 in Superior, Wisconsin; † 21. Mai 2020 in Berkeley, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und ein bedeutender Vertreter der Institutionenökonomik. Dieses Forschungsgebiet untersucht, wie wirtschaftliche Institutionen und Organisationsformen funktionieren. Williamson beschäftigte sich besonders mit der Transaktionskostenökonomie und mit der Frage, warum Unternehmen entstehen. Dabei erforschte er das Zusammenspiel von Märkten und Organisationen.
2009 erhielt Williamson gemeinsam mit Elinor Ostrom den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften.
Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn
Williamson erwarb 1955 seinen Bachelor-Abschluss am Massachusetts Institute of Technology (MIT), 1960 seinen MBA-Abschluss an der Stanford University und 1963 seinen Doktortitel (PhD) an der Carnegie Mellon University.
Ab 1988 war er an der University of California, Berkeley, gleichzeitig Edgar-F.-Kaiser-Professor für Betriebswirtschaftslehre, Professor für Volkswirtschaftslehre und Professor für Rechtswissenschaft. Mehrere Universitäten weltweit verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. 1983 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences und 1994 in die National Academy of Sciences aufgenommen.
Wichtige Veröffentlichungen
Williamson wurde vor allem durch zwei Bücher weithin bekannt:
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„Markets and Hierarchies“ (1975)
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„The Economic Institutions of Capitalism“ (1985)
Grundidee des Trade-offs
Den nach ihm benannten Williamson Trade-off stellte Oliver E. Williamson erstmals 1968 vor. Er dient dazu, die Folgen einer Fusion oder eines Unternehmenskaufs für Wohlfahrt und Marktpreis zu untersuchen.
Dabei werden zwei Wirkungen miteinander verglichen: Kostensenkungen und Synergien bilden den Nutzen des Zusammenschlusses. Synergien sind Vorteile, die durch das Zusammenwirken der fusionierten Unternehmen entstehen. Dem steht der durch größere Marktmacht verursachte Wohlfahrtsverlust als Opportunitätskosten gegenüber. Überwiegt der Nutzen die Kosten, ist die Fusion oder der Unternehmenskauf aus ökonomischer Sicht vertretbar.
Das Modell nimmt an, dass ein konzentriertes Unternehmen aufgrund von Skaleneffekten zu geringeren Grenzkosten produzieren kann. Skaleneffekte sind Kostenvorteile durch eine größere Produktionsmenge; Grenzkosten sind die Kosten einer zusätzlichen produzierten Einheit. Für die Beurteilung werden zwei Wettbewerbssituationen unterschieden.
Fusion zum Monopol
Ist das konzentrierte Unternehmen der einzige Anbieter, verhält es sich als Monopolist und realisiert den Cournot-Punkt. Daraus entstehen zwei entgegengesetzte Effekte:
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Die gesunkenen Grenzkosten erhöhen die Wirtschaftlichkeit der Produktion. Diese Effizienzsteigerung erzeugt einen Wohlfahrtsgewinn.
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Der neue Monopolist verringert die angebotene Menge. Dadurch entsteht ein Wohlfahrtsverlust: Einige Konsumenten, die das Produkt unter vollkommener Konkurrenz zum ursprünglichen Marktpreis gekauft hatten, besitzen für den nun verlangten Preis keine ausreichende Zahlungsbereitschaft mehr. Das führt zu einer „ineffizienten Allokation“, also einer wirtschaftlich ungünstigen Verteilung.
Der Gesamtwohlfahrtseffekt ist deshalb schwer zu bestimmen. Der Wohlfahrtsgewinn durch die effizientere Produktion muss gegen den Wohlfahrtsverlust durch die Monopolmacht abgewogen werden.
Fusion bei fortbestehender Konkurrenz
Bleiben nach der Fusion weitere Anbieter im Markt, kann das fusionierte Unternehmen keinen deutlich höheren Monopolpreis durchsetzen. Der neue Preis liegt daher nur minimal über dem Preis vor der Unternehmenskonzentration.
Der Grund ist der Bertrand-Wettbewerb: Die Konkurrenten können annahmegemäß weiterhin zu den alten Grenzkosten und damit zum alten Preis anbieten. Ein Versuch, einen wesentlich höheren Preis zu verlangen, wäre wegen dieser Konkurrenz nicht erfolgreich.