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Occidentali’s Karma
Occidentali's Karma ist ein Popsong des italienischen Musikers Francesco Gabbani aus dem Jahr 2017. Komponiert und getextet wurde er von Gabbani, …
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Überblick und Bedeutung
„Occidentali’s Karma“ ist ein 3:37 Minuten langer Popsong des italienischen Musikers Francesco Gabbani. Er wurde am 9. Februar 2017 veröffentlicht und erschien auf dem Album „Magellano“. Den Text schrieben Francesco Gabbani, Fabio Ilacqua und Luca Chiaravalli; die Musik stammt von Francesco und Filippo Gabbani sowie Luca Chiaravalli.
Gabbani gewann mit dem Lied das Sanremo-Festival 2017. Dadurch erhielt er die Möglichkeit, Italien beim Eurovision Song Contest 2017 zu vertreten, und nahm sie noch in der Nacht seines Sieges an. Beim ESC im Mai 2017 erreichte er den sechsten Platz.
Sanremo und Bühnenauftritt
Gabbani war durch seinen Sieg mit „Amen“ in der Newcomer-Kategorie des Sanremo-Festivals 2015 erstmals einem größeren Publikum bekannt geworden. Am 11. Dezember 2016 wurde seine Teilnahme an der Hauptkategorie des Festivals 2017 bekannt gegeben. „Occidentali’s Karma“ präsentierte er erstmals am 8. Februar 2017, dem zweiten Wettbewerbsabend.
Auf der Bühne begleitete ihn der Choreograf Filippo Ranaldi in einem Gorillakostüm. Damit setzte er die Textzeile „La scimmia nuda balla“ („Der nackte Affe tanzt“) künstlerisch um. Im Finale am 11. Februar setzte sich Gabbani gegen Fiorella Mannoia und Ermal Meta durch. Am 26. April veröffentlichte Gabry Ponte einen offiziellen Remix des Liedes.
Aussage und kulturelle Anspielungen
Der Text verbindet zahlreiche kulturelle Anspielungen aus westlichen und östlichen Traditionen. Der ursprünglich vorgesehene Titel „Occidentalis Karma“ bedeutet auf Latein „westliches Karma“. Auf Vorschlag des Textdichters Fabio Ilacqua wurde er später durch einen englischen Genitiv zu „Occidentali’s Karma“ verändert.
Die wiederkehrende Formulierung „La scimmia nuda“ verweist auf Desmond Morris’ Buch „Der nackte Affe“. Darin wird der Mensch als Primat ohne Fell beschrieben, dessen Verhaltensweisen denen eines Affen vergleichbar sind. Morris lobte das Lied für die Verbindung unterschiedlicher Kulturen und Zitate.
Zu Beginn spielt der Text mit „essere o dover essere / il dubbio amletico“ auf Hamlets Frage „Sein oder Nichtsein“ von William Shakespeare an. Damit wird die moderne Spannung zwischen dem Bedürfnis nach Innerlichkeit und der Bedeutung des äußeren Erscheinungsbildes hervorgehoben.
Weitere Bezüge gelten „panta rhei“, einem Aphorismus Heraklits, sowie Buddha und dem Nirwana aus östlichen Traditionen. Das Internet wird als „coca dei popoli / oppio dei poveri“ bezeichnet, also als „Kokain der Völker / Opium der Armen“. Dies spielt auf Karl Marx’ Bezeichnung der Religion als „Opium des Volkes“ an.
Musikalische Form
Das Lied besteht aus zwei Strophen. Auf jede Strophe folgen ein Pre-Chorus, also ein vorbereitender Abschnitt vor dem Hauptteil, und ein Refrain, der wiederkehrende Hauptteil des Liedes. Anschließend kommen eine Bridge, ein musikalischer Übergangsabschnitt, und ein kurzes Gitarrensolo. Zum Abschluss wird der Refrain ein drittes Mal wiederholt.
Für den Eurovision Song Contest wurde das Lied gekürzt. In dieser Fassung fehlt die vollständige zweite Strophe.
Erfolg und Chartplatzierungen
Das von Gabriele Lucchetti inszenierte Musikvideo erzielte auf VEVO am 12. Februar 2017 innerhalb eines Tages 4.353.802 Aufrufe. Damit stellte es einen damaligen Rekord für ein italienisches Lied auf. Bis zum 30. April 2017 erreichte es mehr als 104 Millionen Aufrufe und war bereits vor Beginn des Wettbewerbs das meistgesehene ESC-Video aller Zeiten.
Am 16. Februar 2017 stieg das Lied auf Platz 1 der italienischen Singlecharts ein und erhielt schon in seiner ersten Woche eine goldene Schallplatte. 2019 wurde es mit Sechsfachplatin ausgezeichnet. In Italien blieb es 29 Wochen in den Charts und erreichte Platz 1. In Österreich kam es für eine Woche auf Platz 57, in der Schweiz für vier Wochen auf Platz 25.