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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage

Dieser Monolog verdeutlicht die Zerrissenheit der Figur und entbehrt weder der emotionalen Tragik noch des philosophischen Tiefgangs. Abdruck von Hamlet mit …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Kontext
  2. 2. Gedankengang des Monologs
  3. 3. Häufige Verwechslung
  4. 4. Übersetzung und kulturelle Bezüge

Bedeutung und Kontext

„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ – im englischen Original „To be, or not to be, that is the question“ – ist ein berühmtes Zitat aus William Shakespeares Tragödie „Hamlet, Prinz von Dänemark“. Es steht im 3. Aufzug, 1. Szene und eröffnet einen Monolog des Protagonisten Hamlet.

Hamlet denkt darin über Leben, Tod und Handeln nach. Obwohl er unter Todessehnsucht und Weltschmerz leidet, fürchtet er den Tod und besonders das unbekannte Dasein danach. Diese Angst hält ihn davon ab, entschlossen zu handeln. Der Monolog zeigt deshalb seine innere Zerrissenheit und verbindet emotionale Tragik mit philosophischen Fragen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Eingangssatz häufig zitiert, wenn eine Entscheidung für jemanden von existenzieller Bedeutung ist.

Gedankengang des Monologs

Zu Beginn fragt Hamlet, was edler sei: die Angriffe und Leiden eines grausamen Schicksals zu ertragen oder sich gegen die zahlreichen Plagen zu wehren und sie durch Widerstand zu beenden. Er vergleicht das Sterben mit einem Schlaf. Dieser Schlaf könnte das Herzweh und die „tausend Stöße“ beenden, denen der menschliche Körper ausgesetzt ist, und erscheint deshalb zunächst als erstrebenswertes Ziel.

Dann erkennt Hamlet das entscheidende Problem: Der Tod könnte nicht nur Schlaf, sondern auch unbekannte Träume bringen. Niemand weiß, was nach dem Tod geschieht, denn aus diesem „unentdeckten Land“ kehrt kein Reisender zurück. Diese Ungewissheit lässt den Menschen innehalten.

Hamlet zählt Belastungen des Lebens auf: den Spott und die Geißel der Zeit, den Druck der Mächtigen, die Misshandlungen durch Stolze, den Schmerz verschmähter Liebe, die Verzögerung des Rechts, den Übermut der Ämter und die Demütigung, die unwürdige Menschen schweigendem Verdienst zufügen. Obwohl der Mensch sein Leiden nach Hamlets Überlegung „mit einer Nadel bloß“ selbst beenden könnte, erträgt er lieber die bekannten Übel, als zu unbekannten zu fliehen.

Daraus folgt Hamlets zentrale Einsicht: „So macht Bewußtsein Feige aus uns allen“. Das Nachdenken lässt die ursprüngliche Entschlossenheit erblassen. Bedeutende Vorhaben geraten aus ihrer Bahn und werden nicht ausgeführt. Am Ende bemerkt Hamlet Ophelia und bittet sie, in ihrem Gebet seiner Sünden zu gedenken.

Häufige Verwechslung

Der Monolog wird oft fälschlich mit der Friedhofsszene im 5. Akt, 1. Szene verbunden. Dort hält Hamlet den Schädel des früheren Hofnarren Yorick und beginnt einen anderen, weniger bekannten Monolog mit den Worten: „Ach, armer Yorick! Ich kannt ihn, Horatio …“

Standfotos mit Hamlet und dem Schädel haben sich als visuelles Erkennungszeichen des Dramas etabliert, etwa auf Veranstaltungsplakaten und in Zeitungsartikeln. Sie sind ähnlich bekannt wie die Worte „Sein oder Nichtsein“. Für den hier behandelten Monolog im 3. Aufzug gibt es jedoch – anders als die verbreitete Bildvorstellung nahelegt – keine ausdrückliche Regieanweisung zu einer solchen Requisite.

Übersetzung und kulturelle Bezüge

Die im Artikel wiedergegebene deutsche Übersetzung stammt von August Wilhelm von Schlegel (1767–1845). Mehrere Formulierungen des englischen Monologs wurden später als Titel verwendet.

Ernst Lubitsch gab seinem Film aus dem Jahr 1942 den Titel „Sein oder Nichtsein“. Mel Brooks drehte 1983 ein gleichnamiges Remake. Richard Matheson veröffentlichte 1978 den Roman „What Dreams May Come“; Vincent Ward verfilmte ihn 1998 mit Robin Williams und Cuba Gooding Jr. in den Hauptrollen. Der oscarprämierte Film heißt auf Deutsch „Hinter dem Horizont“. Der englische Schriftsteller Cyril Hare veröffentlichte 1946 den Roman „Mit einer Nadel bloß“ („With a Bare Bodkin“).

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