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Nutzkosten

Nutzkosten (englisch used capacity cost) sind in der Betriebswirtschaftslehre jener Teil der Fixkosten, der durch Vollbeschäftigung der Produktionsfaktoren …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Einordnung
  2. 2. Berechnung und Zusammenhang mit Leerkosten
  3. 3. Wirtschaftliche Bedeutung und praktische Auswirkungen

Begriff und Einordnung

Nutzkosten sind in der Betriebswirtschaftslehre der Teil der Fixkosten, der durch die Vollbeschäftigung beziehungsweise vollständige Auslastung der Produktionsfaktoren entsteht. Sie gehören zur Teilkostenrechnung. Der Gegenbegriff sind die Leerkosten: der Teil der fixen Kosten, der bei Unterbeschäftigung besteht.

Die Aufteilung der Fixkosten in Nutz- und Leerkosten beruht auf dem Beanspruchungsprinzip. Je höher der Beschäftigungsgrad, also der Anteil der tatsächlichen Beschäftigung an der Vollbeschäftigung, desto höher sind die Nutzkosten.

Berechnung und Zusammenhang mit Leerkosten

Leerkosten K_L und Nutzkosten K_N ergeben zusammen die Fixkosten K_f:

K_f = K_L + K_N

Leerkosten entstehen als Teil der ohnehin in voller Höhe anfallenden Fixkosten. Sie lassen sich deshalb nicht einsparen, sondern nur in Nutzkosten umwandeln. Dies geschieht durch eine höhere Kapazitätsauslastung oder durch eine Verringerung der Kapazität.

Die Nutzkosten werden mithilfe des Beschäftigungsgrads berechnet:

K_N = B_g · K_f = (B_i / B_v) · K_f

Dabei gilt:

  • K_N: Nutzkosten
  • B_g: Beschäftigungsgrad
  • B_i: Ist-Beschäftigung
  • B_v: Vollbeschäftigung

Wirtschaftliche Bedeutung und praktische Auswirkungen

Das Kostenmanagement, besonders in Dienstleistungsunternehmen, muss häufig mit einem hohen Anteil an Personalkosten umgehen. Es ist daher meist darauf ausgerichtet, den Auslastungsgrad beziehungsweise Belegungsgrad zu maximieren. Dadurch sollen die Leerkosten möglichst gering und die Nutzkosten möglichst hoch sein.

Vorübergehende Leerkosten können durch unternehmensinterne Faktoren entstehen, zum Beispiel durch die Krankheit von Arbeitnehmern. Auch externe Faktoren sind möglich, etwa eine fehlende Nachfrage nach dem erzeugten Produkt. In anlagenintensiven Industrien können Leerkosten wegen weltweiter Überkapazitäten bei Anlagen dauerhaft in die Rentabilitätsrechnung eingehen, beispielsweise bei Commodities in der chemischen Industrie.

Leerkosten können außerdem strukturell notwendig sein. Hohe Anforderungen an die Flexibilität eines Unternehmens führen zu einem dauerhaften, strukturell nicht vollständig vermeidbaren Wechsel zwischen Kapazitätsengpässen und Überkapazitäten. Bei Personalfixkosten versucht man, Leerkosten durch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit zu verringern.

Bei Dienstleistungsunternehmen bestehen die Produktionsfixkosten häufig im Wesentlichen aus Personalkosten. Das Vorhalten von Personal, das im klassischen Sinne Leerkosten verursacht, kann von Kunden jedoch als Qualitätsmerkmal wahrgenommen werden, insbesondere wenn die Dienstleistung gemeinsam mit dem Kunden erbracht wird. Zur Abbildung dieses Sachverhalts können Nutzkosten in Beanspruchungsnutzen beziehungsweise eigentliche Nutzkosten und Bereithaltungsnutzen beziehungsweise Bereitschaftskosten unterschieden werden.

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