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Neues Wirtschaftswunder
Neues Wirtschaftswunder ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, die fordert, dass im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie von 2020 aufgelegte …
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Kernidee der Initiative
Neues Wirtschaftswunder ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, gegründet am 2. April 2020 in Berlin, München und Potsdam. Sie fordert, dass Wirtschaftsförder- und Konjunkturprogramme, die im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie von 2020 aufgelegt wurden, vorrangig auf eine sozial-ökologische Transformation ausgerichtet werden. Damit ist ein Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft gemeint, der soziale Gerechtigkeit mit ökologischer Nachhaltigkeit verbindet.
Der zentrale Gedanke lautet: Die Exit-Strategie aus den Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie solle nicht nur zur Rückkehr zum bisherigen Wirtschaften führen, sondern in eine grundlegende Neuordnung der Wirtschaft münden. Die Initiative verbindet also Krisenbewältigung mit dem Ziel einer nachhaltigen Welt.
Entstehung aus dem Hackathon
Die Initiative geht auf den bundesweiten Hackathon #WirVsVirus zurück, der am 20. bis 21. März 2020 unter der Schirmherrschaft von Kanzleramtschef Helge Braun stattfand. Ein Hackathon ist eine zeitlich begrenzte Veranstaltung, bei der viele Menschen gemeinsam Lösungen für bestimmte Probleme entwickeln. #WirVsVirus sollte Menschen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie zusammenbringen und ermöglichen, von zu Hause aus Lösungen zu erarbeiten.
Initiiert wurde der Hackathon von Code for Germany, Impact Hub Berlin, Initiative D21, ProjectTogether, Prototype Fund, Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland und Tech4Germany. Mehr als 40.000 Teilnehmer nahmen daran teil. Unter den eingereichten Projekten war auch eine Skizze der späteren Initiative Neues Wirtschaftswunder. Sie beschäftigte sich mit gesellschaftlichen Fragen, etwa damit, wie Finanzhilfen aus der Covid-19-Pandemie genutzt werden könnten, um das 1,5-°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.
Nach dem Ende des Hackathons schlossen sich mehrere Teams zusammen und gründeten die gemeinsame Initiative Neues Wirtschaftswunder.
Ziele und öffentliche Forderungen
Die Initiative beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie zukünftige wirtschaftspolitische Maßnahmen genutzt werden können, um eine sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft zu erreichen. Außerdem will sie das gesellschaftliche Umdenken, das sich während der Corona-Krise entwickelte, weitertragen.
Öffentlich trat Neues Wirtschaftswunder mit einem Offenen Brief vom 21. April 2020 an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Bundesminister und die Abgeordneten des Deutschen Bundestags auf. Zu den Erstunterzeichnenden gehörten unter anderem B.A.U.M., Bundesvereinigung Nachhaltigkeit, Deutscher Naturschutzring, Energy Watch Group, Forum Nachhaltig Wirtschaften, Gemeinwohl-Ökonomie, GermanZero, GLS Gemeinschaftsbank, myclimate, Parents for Future, Social Impact, Triodos Bank und UnternehmensGrün.
Sieben Kernstrategien
Im Offenen Brief fordert die Initiative zur Bewältigung der Covid-19-Krise von 2020 ein Transformationspaket. Dieses Paket solle sich auf sieben Kernstrategien konzentrieren:
- Drastische Reduzierung von CO₂-Emissionen.
- Einführung alternativer Zielindikatoren zur Wohlstandsmessung. Damit sind andere Messgrößen als rein wirtschaftliche Kennzahlen gemeint.
- Klimafreundliche Ausrichtung der Staatsfinanzen.
- Bereitstellung öffentlicher Infrastrukturausgaben vor allem für öffentliche, nachhaltige Projekte.
- Bindung von Subventionen, Transfers und Kreditvergabe an die Privatwirtschaft an Klima- und Sozialkriterien.
- Soziale Gerechtigkeit und Ausgleich als übergeordnete Aufgabe.
- Konsequenter Auf- und Ausbau eines zu 100 % erneuerbaren Energiesystems als zentrale Klimaschutzmaßnahme.
Weitere Instrumente
Neben dem Offenen Brief nutzt die Initiative weitere Mittel, um ihre Positionen zu verbreiten. Dazu gehören eine Petition an den Deutschen Bundestag, eine eigene Webseite und ein Videoclip. In dem Videoclip kommen mehrere Personen zu Wort, die die Position von Neues Wirtschaftswunder erläutern.
Der Artikel erwähnt außerdem, dass das Bedürfnis nach einem neuen Wirtschaftswunder und die Kernaussagen der Initiative bereits vor der Veröffentlichung des Offenen Briefes Resonanz fanden.