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Neue Ökonomische Geographie
Dieser von Paul Krugman Anfang der 1990er Jahre begründete Ansatz setzt sich von der herkömmlichen Betrachtungsweise ab (komparativer Kostenvorteil durch …
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Grundidee
Die Neue Ökonomische Geographie ist ein neuerer Ansatz der Außenwirtschaftstheorie. Sie untersucht, warum sich wirtschaftliche Aktivitäten räumlich konzentrieren, also Agglomerationen bilden. Im Mittelpunkt stehen räumliche Agglomerationsprozesse und zunehmende Skalenerträge durch Spezialisierung. Skalenerträge beschreiben, wie sich die Produktion verändert, wenn mehr Produktionsfaktoren eingesetzt werden; zunehmende Skalenerträge bedeuten, dass größere Produktion besonders vorteilhaft sein kann.
Der Ansatz wurde Anfang der 1990er Jahre von Paul Krugman begründet. Er unterscheidet sich von der herkömmlichen Außenwirtschaftstheorie, die vor allem komparative Kostenvorteile durch Unterschiede in Ressourcenausstattung und Produktivitätsniveau sowie konstante Skalenerträge betrachtet. Auch gegenüber Standorttheorie, Wirtschaftsgeographie und Urbanistik setzt die Neue Ökonomische Geographie andere Schwerpunkte.
Annahmen und Mechanismen
Die ältere Außenhandelstheorie geht davon aus, dass Produktionsfaktoren immobil sind, sich also nicht räumlich bewegen, und dass Warenaustausch ohne Transportkosten stattfindet. Die Neue Ökonomische Geographie nimmt dagegen an, dass Produktionsfaktoren mobil sein können, und bezieht Transportkosten ausdrücklich ein.
Außerdem wird die Annahme eines vollkommenen Marktes aufgegeben. Stattdessen sind mehrere Gleichgewichte möglich. Ein Gleichgewicht ist ein Zustand, in dem sich wirtschaftliche Kräfte gegenseitig stabilisieren. Die Theorie berücksichtigt auch ungleichgewichtige kumulative Prozesse: Entwicklungen können sich selbst verstärken, statt automatisch zu einem einzigen stabilen Ergebnis zurückzukehren. Zufällige historische Ausgangsbedingungen und sich selbst erfüllende Prognosen können deshalb großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung einer Region haben.
Folgen für Regionen
Die Neue Ökonomische Geographie widerspricht der einfachen Vorstellung, dass der Abbau von Außenhandelsbarrieren für alle beteiligten Regionen gleichermaßen vorteilhaft sei. Sie zeichnet ein differenzierteres Bild: Wenn Agglomerationen entstehen, können sich wirtschaftliche Vorteile in bestimmten Regionen konzentrieren.
Dadurch sind Einkommensdivergenzen zu erwarten, also wachsende Einkommensunterschiede zwischen Regionen. Diese Unterschiede können sich über einen langen Zeitraum weiter selbst verstärken, weil erfolgreiche Regionen zusätzliche Produktionsfaktoren, Spezialisierung und wirtschaftliche Aktivität anziehen können.