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Nettoeinkommen

Das Nettoeinkommen (englisch net income) eines Privathaushalts ist dasjenige Einkommen, das nach Abzug bestimmter Ausgaben vom Bruttoeinkommen übrig bleibt.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und Einordnung
  2. 2. Einkunftsarten und Berechnung
  3. 3. Nettoeinkommen bei Arbeitnehmern, Selbständigen und Unternehmen
  4. 4. Bruttoeinkommen als Vergleichsgröße
  5. 5. Verwendung und wirtschaftliche Bedeutung
  6. 6. Statistische Angaben

Grundbegriff und Einordnung

Das Nettoeinkommen eines Privathaushalts ist das Einkommen, das nach Abzug bestimmter Ausgaben vom Bruttoeinkommen übrig bleibt. Diese Ausgaben sind Abgaben, Steuern und Beiträge für Pflichtversicherungen. Deshalb ist das Nettoeinkommen immer niedriger oder höchstens gleich hoch wie das Bruttoeinkommen.

Der Begriff gehört zum Oberbegriff Einkommen. In den Wirtschaftswissenschaften wird Einkommen als wichtige Gesamtgröße verwendet, zum Beispiel als Nationaleinkommen, Volkseinkommen oder Faktoreinkommen. Faktoreinkommen sind Einkommen aus Produktionsfaktoren: Arbeit führt zu Arbeitseinkommen, Boden zu Bodenertrag und Kapital zu Zinsertrag.

Einkunftsarten und Berechnung

Steuerrechtlich kann Einkommen aus sieben Einkunftsarten stammen. Diese Einteilung ist auch für das Nettoeinkommen wichtig, weil aus diesen Einkunftsarten zunächst Bruttoeinkommen zufließen und danach jeweils passende Abzüge vorgenommen werden.

Die sieben Einkunftsarten sind: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit als Arbeitseinkommen nach § 19 EStG; Einkünfte aus Kapitalvermögen als Kapitalertrag nach § 20 EStG; Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung als Immobiliarmiete nach § 21 EStG; Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft als Bodenertrag nach § 13, § 13a, § 14 und § 14a EStG; Einkünfte aus Gewerbebetrieb als Gewinn nach § 15, § 16 und § 17 EStG; Einkünfte aus selbständiger Arbeit als Unternehmerlohn nach § 18 EStG; sonstige Einkünfte, zum Beispiel Altersrente oder Veräußerungsgewinn, nach § 22 und § 23 EStG.

Nettoeinkommen bei Arbeitnehmern, Selbständigen und Unternehmen

Bei Arbeitnehmern ergibt sich das Nettoeinkommen aus dem Bruttoeinkommen abzüglich direkter Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, zuzüglich Transfereinkommen und abzüglich Transferzahlungen. Direkte Steuern sind zum Beispiel Einkommensteuer und Kirchensteuer. Zu den Sozialversicherungsbeiträgen gehören Arbeitslosenversicherung, gesetzliche Krankenversicherung, gesetzliche Pflegeversicherung und gesetzliche Rentenversicherung.

Auch Transfereinkommen vom Staat gehören zum Nettoeinkommen, etwa Arbeitslosengeld oder Kindergeld. Freiwillige Transferzahlungen eines Privathaushalts, zum Beispiel Geschenke oder Spenden, werden dagegen abgezogen. In einer Finanzanalyse ist wichtig, ob Ausgaben gesetzlich vorgeschrieben sind, wie Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, oder freiwillig erfolgen, wie Versicherungsprämien für eine Lebensversicherung. Nur auf freiwillige Ausgaben kann ein Privathaushalt verzichten, um sein Nettoeinkommen zu erhöhen.

Bei Selbständigen ist das Nettoeinkommen der Betrag, der nach Abzug von Betriebskosten, Abgaben und Steuern verbleibt. Bei Unternehmen heißt das Bruttoeinkommen Gewinn vor Steuern, das Nettoeinkommen heißt Jahresüberschuss oder Gewinn nach Steuern.

Bruttoeinkommen als Vergleichsgröße

Das Bruttoeinkommen ist das Arbeitseinkommen, das Arbeitnehmern nach Arbeitsvertrag und Tarifvertrag zusteht, bevor Abzüge berücksichtigt werden. Für Vergleiche ist das Bruttoeinkommen oft besser geeignet als das Nettoeinkommen, weil es persönliche Besonderheiten des Einkommensbeziehers unberücksichtigt lässt.

Ein Beispiel: Eine ledige Verkäuferin kann bei gleichem Bruttoeinkommen ein geringeres Nettoeinkommen haben als eine verheiratete Verkäuferin. Der Unterschied entsteht dann nur durch den Familienstand und sagt nichts Wesentliches über die eigentliche Bezahlung aus. Deshalb wird das Bruttoeinkommen zum Beispiel bei der Berechnung des Durchschnittseinkommens oder der Abgabenquote verwendet.

Für 2022 nennt der Artikel deutliche Unterschiede zwischen Branchen. Am meisten wurde im Finanzwesen sowie in Information und Kommunikation verdient, jeweils mit 81.929 Euro jährlichem Bruttoeinkommen. Danach folgten unter anderem Energieversorgung mit 71.683 Euro und freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen mit 68.820 Euro. Die geringsten Einkommen gab es im Gastgewerbe mit 26.820 Euro.

Verwendung und wirtschaftliche Bedeutung

Das Nettoeinkommen Y ist die Ausgangsgröße für Konsum C und Sparen S. Die Formel lautet: Y = C + S. Das bedeutet: Das Nettoeinkommen wird entweder für Konsum ausgegeben oder gespart. Sparen ist dabei häufig eine Residualgröße, also der Rest, der nach dem Konsum übrig bleibt.

Das Nettoeinkommen wird in verschiedenen Kennzahlen verwendet, zum Beispiel beim Gini-Koeffizienten, bei der Einzelhandelszentralität, der Mietbelastungsquote oder dem Schuldendienstdeckungsgrad. Das Pro-Kopf-Einkommen beruht dagegen auf dem Bruttoeinkommen. In der Kreditwürdigkeitsprüfung und beim Kreditscoring ist das Nettoeinkommen wichtig, weil es die Grundlage für den Schuldendienst bildet. Schuldendienst besteht aus Kredittilgungen und Kreditzinsen und verringert den Betrag, der für andere Ausgaben verfügbar ist.

Änderungen bei direkten Steuern und Beiträgen wirken sich sofort auf das Nettoeinkommen aus. Eine Steuererhöhung wirkt kontraktiv, weil sie Nettoeinkommen, Konsum und Sparen senkt. Eine Steuersenkung wirkt expansiv, weil sie Nettoeinkommen, Konsum und Sparen erhöht. Wenn Inflation oder Deflation berücksichtigt werden sollen, muss das Realeinkommen verwendet werden, also der Zusammenhang von Reallohn und Nominallohn. Das Statistische Bundesamt verwendet außerdem den Begriff „Verfügbares Einkommen“, bei dem weitere Einnahmen und Ausgaben verschiedener Einkommensgruppen berücksichtigt werden.

Statistische Angaben

In Deutschland stieg das jährliche Nettoeinkommen laut Artikel langfristig an: 1992 lag es bei 15.330 Euro, 2000 bei 16.887 Euro, 2010 bei 19.659 Euro, 2020 bei 25.049 Euro, 2022 bei 26.928 Euro und 2023 bei 29.110 Euro.

Für 2018 nennt der Artikel jährliche Nettoeinkommen pro Person in US-Dollar im internationalen Vergleich. Die Schweiz lag mit 58.864 US-Dollar und einer Abgabenquote von 28,0 % deutlich vorne. Danach folgten Luxemburg mit 46.593 US-Dollar, Island mit 45.390 US-Dollar und Südkorea mit 44.892 US-Dollar. Deutschland lag bei 38.100 US-Dollar und einer Abgabenquote von 39,5 %. Belgien lag bei 38.703 US-Dollar und 42,0 %.

Nach dem Artikel wird in der Schweiz innerhalb der OECD mit Abstand am meisten netto verdient; zugleich ist dort das Preisniveau sehr hoch. Belgien und Deutschland werden als Schlusslichter genannt, weil die Abzüge im Vergleich zu anderen Staaten sehr hoch sind.

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