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Muktika
10 Upanishaden sind mit dem Rigveda assoziiert. · 16 Upanishaden sind mit dem Samaveda verknüpft und ihr shānti lautet āpyāyantu (mögen die unsichtbaren Kräfte …
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Überblick und Überlieferung
Muktika bezeichnet einen Kanon von insgesamt 108 Upanishaden, also religiös-philosophischen Texten des Hinduismus. Der Kanon ist in der Muktika-Upanishad überliefert. Seine Bedeutung liegt darin, dass er die Upanishaden ordnet und sowohl alte Grundlagentexte als auch Schriften verschiedener hinduistischer Richtungen umfasst.
Das genaue Entstehungsdatum der einzelnen Upanishaden ist unbekannt. Die ältesten dürften vor dem 6. Jahrhundert v. Chr. verfasst worden sein, während die jüngsten erst im Mittelalter zusammengestellt wurden. Ältere Upanishaden wurden zunächst mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Die Niederschrift des Kanons muss vor der persischen Abschrift des Philosophen Dara Shikoh von 1656 erfolgt sein.
Aufbau des Kanons
Die 108 Texte werden in den Versen 30–39 der Muktika-Upanishad aufgelistet. Die Zahl 108 gilt im Hinduismus als mystische Zahl; im Artikel wird sie als 108 = 1¹ • 2² • 3³ dargestellt.
Die ersten zehn Texte heißen Mukhya-Upanishaden. Dazu gehören Isha-, Kena-, Katha-, Prashna-, Mundaka-, Mandukya-, Taittiriya-, Aitareya-, Chandogya- und Brihadaranyaka-Upanishad. Sie bilden den Kern der alten Texte. Weitere Texte des Kanons werden Kategorien wie Samanya, Sannyasa, Shakta, Vaishnava, Shaiva und Yoga zugeordnet. Beispiele sind die Kaushitaki-Upanishad als Samanya-Text, die Jabala-Upanishad als Sannyasa-Text, die Devi-Upanishad als Shakta-Text, die Narayana-Upanishad als Vaishnava-Text, die Kaivalya-Upanishad als Shaiva-Text und die Hamsa-Upanishad als Yoga-Text.
Zuordnung zu Veden und Traditionen
Die Upanishaden sind jeweils einem Veda zugeordnet: 10 dem Rigveda, 16 dem Samaveda, 19 dem Weißen Yajurveda, 32 dem Schwarzen Yajurveda und 31 dem Atharvaveda. Jeder dieser Gruppen ist eine shānti, eine Friedensformel, zugeordnet: Beim Rigveda beginnt sie mit vaṇme-manasi, beim Samaveda mit āpyāyantu, beim Weißen Yajurveda mit pūrṇamada, beim Schwarzen Yajurveda mit sahanāvavatu und beim Atharvaveda mit bhadram-karṇebhiḥ.
Die zehn Mukhya-Upanishaden entstanden vor der klassischen Periode des Hinduismus, also in der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. Sie spiegeln die Entwicklung des Vedanta aus der vorhergehenden vedischen Religion. Zum Sāmānya Vedānta gehören 21 Upanishaden. Sie werden von allen Vedanta-Schulen als Offenbarungsschriften, Sruti, akzeptiert und keiner Sekte allein zugerechnet.
Die übrigen 77 Upanishaden sind Grundlagentexte verschiedener Glaubensrichtungen oder Sekten: 23 Sannyāsa-Texte behandeln Askese, 9 sind Shakta-Texte, 14 gehören zur Vaishnava-Tradition, 14 zur Shiva-Tradition und 17 sind mit Yoga verbunden.